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Pflegegrade -
wenn das Leben etwas anspruchsvoller zu bewältigen wird

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Wenn Sie Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung geltend machen möchten, ist es erforderlich, einem der fünf Pflegegrade (1 bis 5) zugeordnet zu werden. Die Pflegestufen stellen ein Maß für die Pflegebedürftigkeit dar und zeigt an, wie intensiv die Pflegebedürftigkeit einer Person ist.¹

Cura Optima hilft Ihnen bei der passenden Informationsbeschaffung über die Beantragung des Pflegegrads, welche Leistungen der Pflegeversicherung Sie mit Ihrer zugeteilten Pflegestufe in Anspruch nehmen können und wie die Pflege des Betroffenen aussehen kann.

Definition: Was sind Pflegegrade?

Die fünf Pflegegrade 1 bis 5 repräsentieren unterschiedliche Stufen der Pflegebedürftigkeit. Sie geben an, in welchem Maße eine pflegebedürftige Person in ihrer Selbstständigkeit beeinträchtigt ist. Personen, die pflegebedürftig sind, erhalten nach einem Antrag bei ihrer Pflegeversicherung einen entsprechenden Pflegegrad zugewiesen. Mit diesem Pflegegrad können sie dann spezifische Pflegeleistungen in Anspruch nehmen.

Die fünf Pflegegrade lauten wie folgt:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
    Pflegegrad 1 ist für pflegebedürftige Personen vorgesehen, die nur in einigen Bereichen des täglichen Lebens Pflege benötigen, jedoch nicht in dem Maße, wie es bei höheren Pflegegraden der Fall ist. Typischerweise umfasst dies leichte Einschränkungen in Aktivitäten wie der Körperpflege, Mobilität oder im Haushalt, wobei die Betroffenen noch ein hohes Maß an Selbstständigkeit bewahren.

  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
    Pflegegrad 2 ist für pflegebedürftige Personen gedacht, die regelmäßig Pflege in verschiedenen Aspekten des täglichen Lebens benötigen. Dazu gehören beispielsweise Einschränkungen bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität oder der hauswirtschaftlichen Versorgung. Der Pflegebedarf bei Pflegegrad 2 ist hier ausgeprägter als bei Pflegegrad 1, erfordert aber noch nicht das Maß an Pflege, das in den höheren Pflegegraden 3, 4 und 5 notwendig ist.

  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
    Pflegebedürftige Personen mit diesem Pflegegrad benötigen umfangreiche Pflege in ihrem täglichen Leben. Dies umfasst in der Regel signifikante Hilfe bei grundlegenden Aktivitäten wie Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Der Pflegebedarf in diesem Grad ist intensiver als bei den niedrigeren Pflegegraden 1 und 2 und erfordert oft eine regelmäßige Betreuung und Pflege im Alltag.

  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
    Dieser Pflegegrad ist für Personen vorgesehen, die in ihrem täglichen Leben in hohem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Sie benötigen weitreichende Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Auch die Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen erfordert umfassende Pflege. Der Pflegebedarf bei Pflegegrad 4 ist deutlich intensiver als bei den niedrigeren Pflegegraden und erfordert oft eine kontinuierliche, umfassende Betreuung und Pflege.

  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
    Dieser höchste Pflegegrad ist für pflegebedürftige Personen bestimmt, die rund um die Uhr umfangreiche Betreuung und Pflege benötigen. Sie weisen extrem starke Einschränkungen in alltäglichen Lebensaktivitäten wie Körperpflege, Ernährung, Mobilität und kognitiven Funktionen auf. Oft sind sie fast vollständig auf Hilfe angewiesen und benötigen spezielle Pflege, die über das normale Maß hinausgeht. Pflegegrad 5 betrifft häufig Menschen mit fortgeschrittenen Krankheitsstadien oder schwersten Behinderungen.

Hier erfahren Sie, wie Sie einen Pflegegrad erhalten, wer die Entscheidung über Ihren Pflegegrad trifft, welche Leistungen Ihnen zustehen und viele weitere wichtige Informationen für pflegebedürftige Personen.

Die Einstufung zum Pflegegrad

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, ist ein Pflegegrad erforderlich. Sie beginnen den Prozess durch das Einreichen eines informellen Antrags bei Ihrer Pflegeversicherung. Anschließend erfolgt die Erstellung eines Pflegegutachtens. Nach Abschluss dieses Vorgangs erhalten Sie von Ihrer Versicherung einen Bescheid über Ihren Pflegegrad.

1. Schritt – der Antrag

Unabhängig davon, ob Sie einen Erstantrag für den Pflegegrad einreichen oder eine Erhöhung Ihres bestehenden Pflegegrades anstreben: Es ist notwendig, einen Antrag auf Pflegegrad bei Ihrer Pflegeversicherung zu stellen. Das Datum Ihres Antrags spielt eine wichtige Rolle, denn bei einer Genehmigung haben Sie rückwirkend ab diesem Datum Anspruch auf die entsprechenden Leistungen.

Wichtig! Bei dringendem Bedarf besteht die Möglichkeit, mittels eines Eilantrags eine beschleunigte Bearbeitung zu erreichen, sodass innerhalb von nur 5 bis 10 Tagen eine vorläufige Pflegebegutachtung stattfindet.

2. Schritt – das Gutachten

Für die Erstellung des Pflegegutachtens besucht Sie ein Pflegegutachter entweder zu Hause oder im Pflegeheim, falls Sie dort untergebracht sind. Der Gutachter beurteilt Ihre Pflegesituation vor Ort, stellt Fragen und bietet erste Ratschläge zur Pflege sowie Empfehlungen für Hilfsmittel an.

In bestimmten Situationen kann die Begutachtung für die Pflegegrade auch telefonisch durch ein strukturiertes Interview oder mittels Videotelefonie erfolgen.

Nach dem Besuch wird das Pflegegutachten verfasst. Dabei wird anhand eines standardisierten Verfahrens festgestellt, welcher der Pflegegrade Ihnen zusteht.²

3. Schritt – der Bescheid

Obwohl die Empfehlung im Pflegegutachten wichtig ist, stellt sie nicht die endgültige Entscheidung dar. Diese wird von Ihrer Versicherung getroffen, wobei sie normalerweise den Empfehlungen des Gutachtens folgt. Ihren Pflegegrad-Bescheid erhalten Sie dann zusammen mit dem Gutachten in schriftlicher Form.

Sobald Ihnen ein Pflegegrad zuerkannt wurde, gelten Ihre Leistungsansprüche gegenüber der Pflegekasse rückwirkend ab dem Datum Ihres Antrags. Falls Sie mit dem zugewiesenen Pflegegrad nicht zufrieden sind, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen Widerspruch dagegen einzulegen.

Feststellung des Pflegegrad durch Punktetabelle

Das Pflegegutachten basiert auf festgelegten Richtlinien, die zur Einstufung in einen bestimmten Pflegegrad führen. In diesem Verfahren werden in unterschiedlichen Kategorien Punkte von 0 bis 100 vergeben, welche die Einschränkungen der Selbstständigkeit einer Person bewerten. Die gewichtete Summe dieser Punkte bestimmt dann den zuzuweisenden Pflegegrad.

Die 100 möglichen Punkte im Pflegegutachten ergeben sich aus der Summe vieler Einzelfaktoren in verschiedenen Bewertungsmodulen. Für detaillierte Informationen zu diesen Kriterien können Sie sich die Richtlinien für das Pflegegutachten ansehen.

Grad der Selbstständigkeit Punktezahl Pflegegrad
Pflegegrad 1 12,5 - < 27 1
Pflegegrad 2 27 - < 47,5 2
Pflegegrad 3 47,5 - < 70 3
Pflegegrad 4 70 - < 90 4
Pflegegrad 5 90 - < 100 5

Zusätzlich gibt es Sonderregelungen für bestimmte Fälle:

  • Besondere Bedarfskonstellation: Dies ist eine Einzelfallregelung für Personen mit speziellen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

  • Pflegegrad im Kindesalter: Sowohl das Verfahren zur Begutachtung als auch die Kriterien für die Einstufung unterscheiden sich hier teilweise.

  • Pflegegrade bei Demenz: Eine Anpassung des Begutachtungsverfahrens, um auch Menschen mit Demenzerkrankungen gerecht zu bewerten.

Welche Kriterien spielen bei der Pflegebegutachtung eine Rolle?

In einem Pflegegutachten werden die maximal 100 Punkte der Pflegestufen aus Bewertungen in sechs verschiedenen Modulen zusammengesetzt. Jedes dieser Module trägt mit einem unterschiedlichen Gewicht zum Gesamtergebnis bei, wodurch die Gesamtpunktzahl für die Einstufung in einen Pflegegrad ermittelt wird.

  1. Mobilität: Dieses Modul bewertet, wie selbstständig sich die zu begutachtende Person bewegen und ihre Körperhaltung verändern kann.

  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Dieses Kriterium erfasst, ob der Antragsteller sich im Alltag räumlich und zeitlich orientieren kann. Es bewertet auch, inwiefern er in der Lage ist, eigenständig Entscheidungen zu treffen, Gespräche zu führen und seine Bedürfnisse zu artikulieren.

  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Dieses Modul beurteilt, wie häufig der Betroffene aufgrund psychischer Probleme, wie aggressives oder ängstliches Verhalten, Unterstützung benötigt.

  4. Selbstversorgung: Dieses Kriterium bewertet, wie selbstständig die zu begutachtende Person noch imstande ist, alltägliche Pflegeaktivitäten wie Waschen und persönliche Hygiene selbst durchzuführen.

  5. Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Dieses Modul erfasst, welche Unterstützung der Antragsteller benötigt, um mit Krankheiten und den dazugehörigen Behandlungen, wie beispielsweise Dialyse oder Verbandswechsel, umzugehen.

  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Dieser Bereich beurteilt, wie eigenständig die begutachtete Person ihren Tagesablauf organisieren und soziale Kontakte aufrechterhalten kann.

Zusätzlich zu den sechs erwähnten Modulen existieren noch zwei weitere im Rahmen der Pflegegrad-Ermittlung: 7. Außerhäusliche Aktivitäten und 8. Haushaltsführung. Diese Module sind allerdings nicht für die Bestimmung des Pflegegrades relevant, sondern dienen lediglich der Pflegeplanung und der Erstellung individueller Empfehlungen.

 

Weiteres zum Thema Pflegegrade

Kinder und Pflegegrade in ihrem Alter

Kinder mit besonderem Pflegebedarf können ebenfalls eine der oben genannten Pflegestufen erhalten, wobei die Eltern diese beantragen müssen. Die Begutachtung bei Kindern folgt dem allgemeinen Verfahren für Erwachsene, ist jedoch speziell an die Besonderheiten von Kindern angepasst.

Es gibt Sonderregelungen für bestimmte Altersgruppen:

  • Kinder unter 18 Monaten: In diesem Alter wird eine natürliche Pflegebedürftigkeit angenommen, da auch gesunde Kinder einer kontinuierlichen Betreuung durch die Eltern bedürfen. Deshalb werden sie bei der Pflegebegutachtung automatisch einen Pflegegrad höher eingestuft.

  • Kinder unter 11 Jahren: Bei Kindern entwickeln sich viele Fähigkeiten erst im Laufe der Zeit, und ihre Selbstständigkeit ist naturgemäß eingeschränkt. Daher orientiert sich die Begutachtung nicht an den Maßstäben für Erwachsene, sondern an denen für altersgemäß entwickelte Kinder.

 

Pflegegrad bei Demenz

Bei einer Demenzerkrankung benötigen Betroffene oft schon frühzeitig Unterstützung im Alltag, vor allem in kognitiven, emotionalen und sozialen Bereichen. Körperliche Einschränkungen treten meist erst in späteren Stadien der Erkrankung auf.

Bis 2016 war es für Menschen mit Demenz im alten System der Pflegestufen häufig schwierig, eine angemessene Feststellung der Pflegebedürftigkeit zu erhalten, da der tägliche Pflegeaufwand in Minuten das maßgebliche Kriterium war. Mit der Reform der Pflegebegutachtung und der Einführung der Pflegegrade im Jahr 2017 änderte sich dies grundlegend.

Das neue System legt den Fokus nicht mehr auf den Pflegeaufwand, sondern auf den Grad der Selbstständigkeit. Dadurch wird sichergestellt, dass Demenz und psychische Erkrankungen nicht länger gegenüber körperlichen Einschränkungen benachteiligt werden.

Anspruch auf Geld und Sachleistungen bei Pflegegrade

Versicherte haben die Möglichkeit, bei ihrer Versicherung bei den Pflegestufen unterschiedliche Pflegeleistungen zu beantragen. Für jede dieser Pflegeleistungen existieren spezifische Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Die maximale Höhe der Leistungen ist in der Regel abhängig vom zugeordneten Pflegegrad und wird von der Pflegekasse ausgezahlt. Die Pflegekasse ist in zuständig für die Umsetzung der Leistungen – sie bietet finanzielle Untersützing und Dienstleitung für pflegebedürftige Menschen

 

Ablehnung oder Rückstufung – wie lege ich Widerspruch ein?

Bei einer Ablehnung, Rückstufung oder wenn der zugewiesene Pflegegrad Ihrer Meinung nach zu niedrig ist, ist es ratsam, Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid einzulegen. Zumindest sollten Sie überprüfen, ob Aussichten auf einen erfolgreichen Widerspruch bestehen.

Ein Widerspruch hat Erfolg, wenn Sie überzeugend darlegen können, in welchen Aspekten das Gutachten die Pflegesituation nicht korrekt bewertet hat und wie sich dadurch insgesamt ein anderer Pflegegrad rechtfertigen würde.

Durch einen Pflegegrad-Widerspruch kann ein erneutes Gutachten veranlasst werden. In diesem neuen Gutachten werden die umstrittenen Punkte genauer beleuchtet. Dadurch besteht die Chance, im zweiten Anlauf einen angemesseneren Pflegegrad zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Pflegestufen? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

Ein Pflegegrad definiert das Maß der Pflegebedürftigkeit einer Person und gibt an, wie stark deren Selbstständigkeit eingeschränkt ist. Das Vorliegen eines Pflegegrades ist die entscheidende Voraussetzung, um einen Anspruch auf Pflegeleistungen geltend machen zu können.

Es gibt fünf Pflegegrade zwischen denen durch eine Punktmetrik entschieden wird: Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5. Zu den Faktoren der Einstufung gehören sechs Module, auf die Pflegebedürftige eingestuft werden: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung und selbstständiger Umgang mit therapie – oder krankheits-Anforderungen und Belastungen und Gestaltung des Alltagslebens. Zudem gibt es noch die Module der außerhäuslichen Aktivitäten und Haushaltsführung, welche jedoch nicht für die Ermittlung der Pflegegrade relevant sind, sondern der Planung der Pflege und Erstellung angepasster Empfehlungen dienen. All diese Faktoren spielen in der Evaluierung des Pflegegrades eine Rolle.

Personen, die dauerhaft und regelmäßig im täglichen Leben Unterstützung benötigen, werden als pflegebedürftig eingestuft. Sie haben die Möglichkeit, durch einen Antrag bei ihrer Pflegeversicherung einen Pflegegrad zugeteilt zu bekommen.

Mit der Einführung des Systems der Pflegegrade im Jahr 2017 wurden die bisherigen Pflegestufen ersetzt. Diese Umstellung beinhaltete nicht nur eine Namensänderung, sondern auch eine umfassende Neugestaltung des Begutachtungsverfahrens, um es gerechter zu machen. Besonders profitieren von dieser Änderung Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen oder psychischen Beschwerden, da nun auch solche Aspekte stärker berücksichtigt werden.

Der Pflegegrad-Bescheid ist ein offizielles Dokument, das den Versicherten darüber informiert, welcher Pflegegrad ihm von der Versicherung zugeteilt wurde. Dem Bescheid muss zwingend das entsprechende Pflegegutachten beigefügt sein. Außerdem ist es erforderlich, dass im Bescheid auch ein Hinweis auf die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, enthalten ist.

Ob eine Person mit Demenz einen Pflegegrad erhält, hängt von den aktuell vorliegenden Symptomen der Erkrankung ab. Grundsätzlich ist es möglich, bereits im Frühstadium der Demenz einen Pflegegrad zu erhalten, sofern die Erkrankung zu einer Einschränkung der Selbstständigkeit der betroffenen Person führt. Jedoch ist die Feststellung der Pflegebedürftigkeit bei einem Demenzfall nicht einfach.

Die Pflegekasse ist eine Institution im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland, die sich speziell mit der Versicherung und den Pflegeleistungen befasst. Die Pflegekasse bietet finanzielle Unterstützung und Dienstleistungen für Menschen, die pflegebedürftig sind. Dazu gehören beispielsweise Leistungen für häusliche Pflege, stationäre Pflegeeinrichtungen oder Pflegehilfsmittel.

Das „Pflegestärkungsgesetz“ bezeichnet eine Reihe von Gesetzen in Deutschland, die darauf abzielen, die Pflegeversicherung und die Pflegeleistungen der Pflegekasse zu verbessern und zu stärken. Diese Gesetze wurden in mehreren Stufen eingeführt, beginnend mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I), das 2015 in Kraft trat. Sie umfassen unter anderem:

1. Pflegestärkungsgesetz I (PSG I): Eingeführt im Jahr 2015, zielte dieses Gesetz darauf ab, Leistungen für Pflegebedürftige zu erhöhen, Pflegegelder und Pflegesachleistungen zu steigern sowie mehr Unterstützung für pflegende Angehörige und eine bessere Betreuung in Pflegeheimen zu bieten.

2. Pflegestärkungsgesetz II (PSG II): Dieses 2016 in Kraft getretene Gesetz führte eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung ein, einschließlich der Einführung von fünf Pflegegraden anstelle der bisherigen drei Pflegestufen, um eine gerechtere Bewertung zu ermöglichen, insbesondere für Menschen mit Demenz.

3. Pflegestärkungsgesetz III (PSG III): Das dritte Gesetz, eingeführt im Jahr 2017, konzentrierte sich auf die Verbesserung der Pflege in Kommunen, die Stärkung der Rolle der Pflegeberatung und die Förderung von Wohnformen, die eine selbstständige Lebensführung unterstützen.

Zusammen tragen diese Gesetze dazu bei, die Pflegelandschaft in Deutschland zu modernisieren und den Bedürfnissen pflegebedürftiger Menschen besser gerecht zu werden. Sie repräsentieren einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit von Pflegeleistungen sowie zur Unterstützung der Menschen, die diese Leistungen in Anspruch nehmen.

Es existiert eine breite Palette verschiedener Pflegeleistungen, deren Umfang und Höhe oft vom jeweiligen Pflegegrad abhängen. Die meisten dieser Leistungen können jedoch nicht in Form von Geld ausgezahlt und flexibel verwendet werden. Eine Ausnahme bildet das Pflegegeld, das sich auszahlen lässt und frei eingesetzt werden kann. Um die Leistungen kümmert sich die Pflegekasse.

Laut Sozialgesetzbuch sollten Wiederholungsuntersuchungen zur Überprüfung des Pflegegrades in „angemessenen Zeitabständen“ erfolgen (§ 18a SGB XI). Dies bedeutet, dass es im Ermessen Ihrer Pflegeversicherung liegt, zu entscheiden, wann eine Überprüfung des Pflegegrades angebracht ist.

Ja, jede Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist ergebnisoffen und unabhängig vom bereits bestehenden Pflegegrad. Das bedeutet, dass jede Begutachtung zu jedem möglichen Ergebnis führen kann. Dies schließt die Möglichkeit ein, dass Sie einen niedrigeren Pflegegrad erhalten oder sogar Ihren aktuellen Pflegegrad vollständig verlieren könnten.

Wenn Sie mit dem Bescheid Ihrer Pflegeversicherung nicht einverstanden sind, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen Widerspruch einzulegen. Für einen erfolgreichen Widerspruch ist es notwendig, dass Sie genau begründen, in welchen Punkten das Gutachten des Antrag Ihrer Meinung nach zu falschen Ergebnissen gelangt ist und wie dies zu einem niedrigeren Pflegegrad geführt hat.

Richtig, bis zum Jahr 2016 gab es im System der Pflegestufen die Stufe 0. Seit der Umstellung auf Pflegegrade im Jahr 2017 ist der Pflegegrad 1 der niedrigste Pflegegrad. Die frühere Stufe 0 existiert in diesem neuen System nicht mehr.

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