Mehr Infos

Pflegegrad 1 -
geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 1 ist definiert durch eine „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ und stellt die erste Stufe innerhalb der fünf Pflegegrade dar. Doch welche Schritte sind notwendig, um Pflegegrad 1 zuerkannt zu bekommen? Und welche Leistungen stehen für pflegebedürftige Betroffene mit diesem niedrigsten Pflegegrad zur Verfügung? Der Erhalt von Pflegegrad 1 beginnt mit der Antragstellung bei der Pflegekasse und erfordert eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), um den Grad der Selbstständigkeit zu bewerten. Personen mit Pflegegrad 1 haben Anspruch auf spezifische Leistungen, die darauf abzielen, ihre Selbstständigkeit zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Inhalte in diesem Artikel

Was genau definiert Pflegegrad 1?

Pflegegrad 1 wird als Zustand einer „geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ klassifiziert. Die Zuweisung dieses Pflegegrads erfolgt, sobald in der pflegefachlichen Bewertung zwischen 12,5 und unter 27 Punkte hinsichtlich der Einschränkungen Ihrer Selbstständigkeit vergeben werden. Personen, die Pflegegrad 1 zugeordnet bekommen, haben das Recht, bestimmte Unterstützungen und Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen. Diese sind darauf ausgerichtet, die Selbstständigkeit zu fördern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten oder zu verbessern.¹

In der Pflegebegutachtung steht heutzutage das Maß der Selbstständigkeit im Fokus, während der vormals relevante Pflegeaufwand nicht mehr als entscheidendes Kriterium gilt. Das Ergebnis dieses Gutachtens bildet in der Regel die Grundlage für die Entscheidung der Pflegekasse bezüglich der Einstufung in einen bestimmten Pflegegrad. Insbesondere für die Zuordnung zu Pflegegrad 1, der eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit kennzeichnet, ist die detaillierte Bewertung der Selbstständigkeit in verschiedenen Lebensbereichen ausschlaggebend. Diese Neuausrichtung spiegelt den aktuellen Ansatz in der Pflege wider, der individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse stärker berücksichtigt.

 

Pflegegrad 1 – die Voraussetzungen

Um die Einstufung in einen Pflegegrad zu initiieren, ist es notwendig, einen entsprechenden Antrag bei Ihrer zuständigen Pflegeversicherung einzureichen. Im Anschluss daran wird ein Fachexperte herangezogen, um basierend auf dem „Neuen Begutachtungsassessment (NBA)“ ein umfassendes Pflegegutachten zu erstellen.² Dieses Verfahren zielt darauf ab, eine genaue Einschätzung Ihrer individuellen Situation und des Ausmaßes Ihrer Selbstständigkeit vorzunehmen, um so den passenden Pflegegrad – beispielsweise Pflegegrad 1 für geringfügige Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit – zu bestimmen. Dieser Prozess gewährleistet eine faire und präzise Bewertung, die für die Festlegung der Ihnen zustehenden Leistungen der Pflegeversicherung entscheidend ist.

Im Rahmen der Pflegebegutachtung können bis zu 100 Punkte für das Ausmaß der eingeschränkten Selbstständigkeit vergeben werden, wobei sich diese Punktzahl aus der Bewertung in sechs unterschiedlich gewichteten Bereichen ergibt. Spezielle Regelungen kommen bei der Pflege von Kindern sowie in Fällen besonderer Bedarfslagen zur Anwendung. Diese differenzierte Bewertung ermöglicht eine präzise Einschätzung der Pflegebedürftigkeit und ist entscheidend für die Zuordnung zu einem der Pflegegrade, einschließlich Pflegegrad 1, der eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit kennzeichnet. Die Berücksichtigung dieser sechs Bereiche sorgt für eine umfassende und gerechte Bewertung der individuellen Situation des Pflegebedürftigen.

Welche Kriterien sind zu erfüllen?

Bei der Pflegebegutachtung, die für die Einstufung in Pflegegrad 1 entscheidend ist, werden sechs zentrale Lebensbereiche untersucht, um das Ausmaß der Selbstständigkeit zu bewerten:

1. Mobilität: Untersucht wird, inwieweit die zu begutachtende Person sich selbständig bewegen kann, einschließlich der Fähigkeit, zu stehen, zu sitzen und Treppen zu bewältigen.

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Die Bewertung umfasst die Orientierungsfähigkeit im Alltag, Entscheidungsfähigkeit, Risikoerkennung sowie die Fähigkeit zur Kommunikation und Bedürfnisäußerung.

3. Verhaltensweisen und psychische Probleme: Hier wird der Unterstützungsbedarf bei psychischen Problemen wie Aggressionen, Ängsten, Wahnvorstellungen oder dem Umgang mit Eigentumsbeschädigung erfasst.

4. Selbstversorgung: Beurteilt wird, wie eigenständig die Person Aktivitäten der täglichen Pflege wie Waschen, Ankleiden und Ernährung durchführen kann.

5. Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: Es wird ermittelt, welche Unterstützung bei der Handhabung von Krankheiten, Therapien und medizinischen Maßnahmen notwendig ist.

6. Alltagsgestaltung und soziale Kontakte: Bewertet wird, wie selbstständig der Alltag organisiert, Freizeitaktivitäten nachgegangen und soziale Beziehungen gepflegt werden können.

Für jedes dieser sechs Module gibt es bis zu 16 spezifische Kriterien, die in der Begutachtung einzeln bewertet werden. Die daraus resultierenden Punktzahlen für jedes Modul werden zusammengezählt und gewichtet, um die Gesamtpunktzahl zu ermitteln, die dann für die Zuweisung des Pflegegrads ausschlaggebend ist.

Beanspruchbare Leistungen bei Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 erhalten pflegebedürftige Personen, die sich durch weitgehende Selbstständigkeit auszeichnen. Sie sind in der Lage, sich in vielen Aspekten des täglichen Lebens ohne fremde Unterstützung zu versorgen und ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Aufgrund dieser relativen Unabhängigkeit sind die speziell für Pflegegrad 1 vorgesehenen Leistungen begrenzt.

Trotzdem gibt es bestimmte Leistungen, bei denen der Pflegegrad – ob 1 oder 5 – keinen Unterschied in den Ansprüchen macht. Zu diesen universellen Leistungen gehören der Entlastungsbetrag, die Bereitstellung von Pflegehilfsmitteln zur Erleichterung der Pflege sowie der Zuschuss für Maßnahmen zur Anpassung des Wohnraums an die Bedürfnisse pflegebedürftiger Personen. Diese Angebote sollen die Lebensqualität aller Pflegebedürftigen unabhängig vom Grad ihrer Beeinträchtigung unterstützen und verbessern.

 

Pflegegrad 1 – Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Für pflegebedürftige Personen, die dem Pflegegrad 1 zugeordnet sind, besteht kein Anspruch auf Pflegegeld für die Betreuung durch Angehörige oder auf Pflegesachleistungen für die Betreuung durch professionelle ambulante Pflegedienste. Diese finanziellen Unterstützungen werden erst für Personen mit mindestens Pflegegrad 2 gewährt. Dies spiegelt die Einschätzung wider, dass Menschen mit Pflegegrad 1 in einem hohen Maße selbstständig sind und ihre Alltagsaktivitäten größtenteils ohne externe Hilfe bewältigen können. Die Bereitstellung von Pflegegeld und Pflegesachleistungen beginnt somit bei einem höheren Grad der Pflegebedürftigkeit, der ab Pflegegrad 2 und darüber festgestellt wird.

Pflegegrade und Entlastungsbetrag

Versicherte, die in Pflegegrad 1 eingestuft sind, haben das Recht auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat. Dieser Betrag ist dafür vorgesehen, sowohl pflegende Angehörige als auch professionelle Pflegekräfte zu unterstützen, sowie die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen zu stärken und zu erhalten.

Mit dem Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 können Sie eine Reihe wichtiger Dienstleistungen finanzieren, darunter:

  • Tages- und Nachtpflegeangebote, die eine zeitweise Betreuung bieten,

  • Ambulante Pflegedienste und Betreuungsleistungen, die Unterstützung im eigenen Zuhause ermöglichen,

  • Kurzzeitpflege, um pflegende Angehörige temporär zu entlasten,

  • Sowie spezialisierte Angebote zur Alltagsunterstützung, die gemäß den landesrechtlichen Bestimmungen verfügbar sind.

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Lebensqualität von Personen mit Pflegegrad 1 zu verbessern und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

 

Pflegegrad 1 – Haushaltshilfe

Für pflegebedürftige Personen, die dem Pflegegrad 1 zugeordnet sind und hauptsächlich Unterstützung bei täglichen Haushaltsaufgaben benötigen, erweist sich oft eine Haushaltshilfe als die passendere Option gegenüber einer Pflegekraft. Der Entlastungsbetrag, der Personen mit Pflegegrad 1 zur Verfügung steht, bietet eine finanzielle Grundlage, um die Kosten für eine solche Haushaltshilfe zu decken. Diese Lösung ermöglicht es, den Alltag effektiv zu bewältigen, ohne dass die Notwendigkeit besteht, auf umfassendere Pflegedienste zurückzugreifen. Durch die Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe können Betroffene mit Pflegegrad 1 weiterhin ein großes Maß an Selbstständigkeit in ihrem Zuhause genießen und gleichzeitig die notwendige Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen erhalten.

 

Pflegegrad 1 – Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

Pflegebedürftige Personen, die dem Pflegegrad 1 zugeordnet sind, qualifizieren sich nicht für die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege, die eine finanzielle Unterstützung für die Vertretung der Pflegeperson im Falle von Krankheit, Urlaub oder anderen wichtigen Verpflichtungen bietet. Ebenso besteht kein Anspruch auf Kurzzeitpflege, die eine temporäre stationäre Unterbringung ermöglicht, wenn die häusliche Pflege kurzzeitig nicht gewährleistet werden kann. Diese spezifischen Leistungen stehen erst Personen mit einem der höheren Pflegegrade, beginnend mit Pflegegrad 2, zur Verfügung. Dies unterstreicht die Bedeutung der genauen Einstufung im Pflegegradsystem, um die entsprechenden Pflegeleistungen und Unterstützungen zu erhalten, die auf den individuellen Bedarf abgestimmt sind.

 

Pflegegrad 1 – Pflegehilfsmittel und generelle Hilfsmittel

Jede pflegebedürftige Person, die krankenversichert ist, hat grundsätzlich Anspruch auf Hilfsmittel, unabhängig vom Pflegegrad. Für die Bereitstellung dieser Hilfsmittel ist in der Regel ein ärztliches Rezept erforderlich, wodurch ihre Notwendigkeit bestätigt wird. Bei Pflegehilfsmitteln hingegen ist ein bestehender Pflegegrad eine Voraussetzung, wobei es keinen Unterschied macht, ob es sich um Pflegegrad 1 oder Pflegegrad 5 handelt.

Zur Kategorie der Pflegehilfsmittel zählen sowohl technische Unterstützungen als auch Verbrauchsmaterialien, die die Pflege erleichtern und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Technische Pflegehilfsmittel umfassen beispielsweise ein Pflegebett für eine ergonomische Lagerung, Pflegerollstühle zur Mobilitätsförderung und Waschwagen zur Vereinfachung der Körperpflege. Zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch gehören unter anderem Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe, die für eine hygienische Pflege unerlässlich sind. Diese Hilfsmittel sind speziell darauf ausgerichtet, den Pflegealltag sowohl für Pflegebedürftige als auch für Pflegende zu erleichtern und sicherer zu gestalten.

 

Pflegegrad 1 – Hausnotruf

Der Hausnotruf zählt zu den technischen Hilfsmitteln im Bereich der Pflege, jedoch ist der Zuschuss dafür im Gegensatz zu vielen anderen Pflegehilfsmitteln auf einen festen Betrag limitiert und an spezifische, einheitliche Kriterien gebunden. Personen, die allein leben, einen Pflegegrad besitzen und im Falle eines Notfalls vermutlich nicht in der Lage sind, telefonisch um Hilfe zu bitten, können in der Regel einen finanziellen Beitrag für ein zertifiziertes Notrufsystem erhalten. Dieser Zuschuss kann bis zu 25,50 Euro monatlich betragen und dient dazu, die Sicherheit von Pflegebedürftigen in ihrem Zuhause zu erhöhen, indem schnelle Hilfe im Notfall gewährleistet wird. Insbesondere für Personen Pflegegrades 1, die noch eine gewisse Selbstständigkeit besitzen, kann ein Hausnotrufsystem ein wichtiges Mittel sein, um im Notfall rasch Unterstützung zu erhalten.

 

Pflegegrad 1 – Wohnraumanpassung-Zuschuss

Wenn alltägliche Bewegungen zunehmend schwieriger werden oder sogar unmöglich erscheinen, verwandeln sich alltägliche Gegenstände schnell in ernsthafte Hindernisse. Dazu zählen Treppen, rutschige Badewannen oder Toiletten, die ohne notwendige Haltegriffe zur Gefahrenquelle für die Sicherheit und Unabhängigkeit werden.

Ein klassisches Hilfsmittel zur Bewältigung von Treppen stellt der Treppenlift dar. Ein weiteres kritisches Element im Haushalt ist häufig das Badezimmer. Hier kann ein Umbau auf vielfältige Weise realisiert werden – von umfangreichen Renovierungsarbeiten bis hin zu kleineren Anpassungen zur Erhöhung der Sicherheit.

Für solche Anpassungen im Wohnumfeld bietet die Pflegeversicherung eine finanzielle Unterstützung von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme an, was bedeutet, dass für unterschiedliche Umbauprojekte jeweils ein eigener Förderbetrag beantragt werden kann. Diese Möglichkeit steht insbesondere Personen mit Pflegegrad 1 zur Verfügung, die ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten möchten. Es ist jedoch wichtig, diese Unterstützung im Vorfeld mit der Pflegeversicherung abzuklären.

 

Stationäre Pflege bei Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 qualifiziert pflegebedürftige Personen nicht für die Inanspruchnahme stationärer Pflegeleistungen. In der Regel ist für diese Pflegestufe ein Umzug in ein Pflegeheim nicht erforderlich, da die Betroffenen noch eine hohe Selbstständigkeit aufweisen. Sollte dennoch die Entscheidung für einen Heimaufenthalt getroffen werden, steht den Betroffenen lediglich ein monatlicher Zuschuss von 125 Euro von der Pflegekasse zur Verfügung. Die darüber hinausgehenden Kosten für die Heimunterbringung müssen selbst getragen werden. Diese Regelung spiegelt die Intention wider, Personen mit Pflegegrad 1 zu ermöglichen, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben und Unterstützung primär im häuslichen Bereich zu erhalten.⁴

Pflegegrad 1 – Weitere Leistungen

Jeder Mensch in einer Pflegesituation hat individuelle Bedürfnisse und Anforderungen, weshalb die Pflege und Betreuung maßgeschneidert sein sollte. Um eine solch personalisierte Unterstützung zu gewährleisten, existiert ein breites Spektrum an Pflegeleistungen, die je nach spezifischen Gegebenheiten in Anspruch genommen werden können. Diese differenzierten Leistungen berücksichtigen die unterschiedlichen Grade der Pflegebedürftigkeit, einschließlich Pflegegrad 1, bei dem trotz geringer Einschränkungen der Selbstständigkeit gezielte Unterstützung angeboten wird. Ziel ist es, jedem Betroffenen eine auf seine Situation abgestimmte Pflege zur Verfügung zu stellen, die seine Lebensqualität bestmöglich erhält oder verbessert.

Die weiteren Pflegeleistungen bei Pflegegrad 1 sind wie folgt:

  • Die teilstationäre Pflege, auch bekannt als Tages- und Nachtpflege, ermöglicht für pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 1 entweder den Tag oder die Nacht in einer spezialisierten Einrichtung zu verbringen, während sie außerhalb dieser Zeiten in ihrem eigenen Zuhause betreut werden. Für Personen mit Pflegegrad 1 besteht jedoch bedauerlicherweise kein Anspruch auf diese Form der Pflegeleistung. Diese Regelung reflektiert die Einstufung, dass Individuen mit Pflegegrad 1 eine vergleichsweise hohe Selbstständigkeit besitzen und die Hauptversorgung in ihrem häuslichen Umfeld stattfinden kann.

  • Personen, die in Pflegegrad 1 eingestuft sind, haben das Recht auf eine kostenfreie Pflegeberatung gemäß § 7a SGB XI, um sie in ihrer Pflegesituation zu unterstützen und zu informieren. Zusätzlich steht ihnen, falls notwendig, einmal jährlich ein Beratungseinsatz gemäß § 37.3 SGB XI zu. Diese Beratungseinsätze dienen dazu, die Qualität der häuslichen Pflege zu sichern und den Pflegebedürftigen sowie ihren Angehörigen praktische Hilfestellungen und Empfehlungen für die alltägliche Pflege zu bieten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Unterstützungsangebote für Personen mit Pflegegrad 1, um ihre Selbstständigkeit so weit wie möglich zu fördern und zu erhalten.

  • Pflegekurse für Angehörige bieten praktische Anleitungen und Wissen rund um die Pflege von Personen mit Pflegegrad: von der Unterstützung beim Ankleiden, über den Transfer bis hin zur Körperpflege. Diese Kurse richten sich an alle, die in der Pflege tätig sind oder sich für die Pflege interessieren, unabhängig davon, ob sie bereits Pflegeaufgaben übernehmen oder sich auf eine mögliche Pflegesituation vorbereiten möchten. Das Besondere an diesen Kursen ist, dass sie kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, um Angehörige zu stärken und ihnen das notwendige Rüstzeug für die häusliche Pflege an die Hand zu geben. Sie sind eine wertvolle Ressource für Familienmitglieder und Freunde, die sich um Personen mit Pflegebedarf, einschließlich solcher mit Pflegegrad 1, kümmern.

  • Das Pflegeunterstützungsgeld stellt eine wichtige finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige dar. In akuten Pflegesituationen sichert es die Fortzahlung des Lohns oder Gehalts, um finanzielle Einbußen zu vermeiden, die entstehen können, wenn man sich der Pflege eines nahestehenden Menschen widmet. Diese Leistung ermöglicht es Pflegenden, sich temporär von ihrer beruflichen Tätigkeit zu lösen, um in Notfällen Unterstützung bieten zu können, ohne dabei einen Verlust des Einkommens befürchten zu müssen. Somit bietet das Pflegeunterstützungsgeld eine entscheidende finanzielle Absicherung in Zeiten, in denen familiäre Solidarität und Nähe besonders gefragt sind.

  • Der Wohngruppenzuschuss ist eine gezielte Fördermaßnahme der Pflegeversicherung, die darauf abzielt, Menschen, die sich für das Leben in Wohngruppen entscheiden, finanziell zu unterstützen. Unabhängig vom Pflegegrad – sei es Pflegegrad 1 mit geringfügigen Einschränkungen der Selbstständigkeit oder Pflegegrad 5 mit schwerster Beeinträchtigung – beträgt dieser Zuschlag einheitlich 214 Euro pro Monat. Diese Unterstützung soll das gemeinschaftliche Wohnen in Gruppen erleichtern und fördern, indem sie einen Beitrag zu den organisatorischen und vielleicht auch pflegebezogenen Mehrkosten leistet, die durch das Zusammenleben entstehen können. So unterstreicht die Pflegeversicherung die Bedeutung alternativer Wohnformen und deren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität Pflegebedürftiger.

  • Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) umfassen eine Reihe von zugelassenen digitalen Dienstleistungen, die speziell darauf ausgerichtet sind, sowohl Pflegebedürftige als auch die sie unterstützenden Pflegepersonen in ihrer alltäglichen Situation zu entlasten und zu unterstützen. Um die Nutzung und Integration dieser technologischen Hilfsmittel zu fördern, gewährt die Pflegeversicherung eine finanzielle Unterstützung von bis zu 50 Euro pro Monat. Diese Förderung soll den Zugang zu digitalen Lösungen erleichtern, die das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen verbessern, die Effizienz der Pflege erhöhen und letztlich die Pflegearbeit erleichtern können.

In bestimmten Situationen übernimmt die Pflegeversicherung die Sozialversicherungsbeiträge für Personen, die Pflegeaufgaben wahrnehmen. Dabei werden Beiträge für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung unter jeweils spezifischen Bedingungen gezahlt. Diese Regelung zielt darauf ab, pflegende Angehörige sozial abzusichern, indem sie für ihre wertvolle pflegerische Leistung Anerkennung in Form von Sozialversicherungsansprüchen erhalten. Die unterschiedlichen Voraussetzungen für die einzelnen Versicherungszweige berücksichtigen die vielfältigen Aspekte der sozialen Sicherheit, um eine umfassende Absicherung der Pflegenden zu gewährleisten.

Wichtig: Pflegende können Sozialversicherungsbeiträge erhalten

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Pflegegrad 1? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

Versicherte, die eine „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ aufweisen, werden in den Pflegegrad 1 eingestuft. Dies entspricht einer Punktzahl von 12,5 bis unter 27 im Rahmen des Pflegegutachtens.

 

Die Zuteilung für Pflegegrad 1 erfolgt für pflegebedürftige Personen, die bei der Pflegebegutachtung eine Punktzahl zwischen 12,5 und unter 27 erreichen. Dieser Bewertungsprozess konzentriert sich auf das Maß der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person und nicht direkt auf den Umfang des Pflegeaufwands, den sie benötigt. Ein Pflegegrad 1 signalisiert somit eine „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“.

Falls Sie pflegeversichert sind und im täglichen Leben Unterstützung benötigen, haben Sie die Möglichkeit, einen Pflegegrad zu beantragen. Nach der Beantragung wird ein Pflegegutachten erstellt, auf dessen Basis die Pflegeversicherung eine Entscheidung trifft, ob Ihnen ein Pflegegrad zuerkannt wird und wenn ja, welcher dies sein wird.

Ein direkter Zusammenhang zwischen einem Pflegegrad und einem Grad der Behinderung besteht nicht. Beide Einstufungen müssen unabhängig voneinander beantragt werden, und die Ergebnisse dieser Anträge können sich deutlich unterscheiden.

Bei einem Pflegegrad 1 besteht kein Anspruch auf direkte Auszahlung von Pflegegeld. Jedoch haben Betroffene die Möglichkeit, verschiedene Leistungen in Form von Kostenerstattungen in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen unter anderem ein Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat, Pflegehilfsmittel, sowie Zuschüsse für den Hausnotruf, Anpassungen des Wohnraums, Förderungen für Wohngruppen und weitere unterstützende Maßnahmen.

Die Abwicklung Ihrer Ansprüche hängt von der spezifischen Leistung ab, die Sie in Anspruch nehmen möchten. Generell besteht die Möglichkeit, Ansprüche direkt an Dienstleister abzutreten, die dann die Abrechnung unmittelbar mit Ihrer Pflegeversicherung vornehmen. Alternativ können Sie in Vorleistung treten und sich die entstandenen Kosten im Nachhinein von Ihrer Pflegeversicherung erstatten lassen.

Zu den wesentlichen Leistungen, die mit Pflegegrad 1 verbunden sind, gehören ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro, ein Zuschuss für den Hausnotruf, der Anspruch auf technische Pflegehilfsmittel und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, sowie ein Zuschuss für die Anpassung des Wohnraums.

Personen mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld. Um Pflegegeld zu erhalten, ist mindestens die Einstufung in Pflegegrad 2 erforderlich.

Der Entlastungsbetrag stellt eine Form der Kostenerstattung dar, die für anerkannte und tatsächlich in Anspruch genommene Leistungen gewährt wird. Personen mit Pflegegrad 1 können diesen Betrag nutzen, um Leistungen wie Tages- oder Nachtpflege, ambulante Pflegedienste, Kurzzeitpflege sowie „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ in Anspruch zu nehmen.

Die Grundpflege, die Unterstützung bei der Körperpflege, Ernährung und Ausscheidung umfasst, kann von Laien übernommen werden. Für diese Aufgaben bietet die Pflegeversicherung kostenfreie Pflegekurse an, um Angehörige oder andere nicht-professionelle Pflegepersonen entsprechend zu schulen. Obwohl die meisten anderen pflegerischen Tätigkeiten in der Regel von professionellen Pflegekräften durchgeführt werden sollten, ist dies bei Personen mit Pflegegrad 1 oft noch nicht zwingend erforderlich.

Der Pflegeaufwand für Personen mit Pflegegrad 1 ist generell noch als eher gering einzustufen. Eine exakte Quantifizierung des Zeitaufwands ist jedoch nicht möglich, da seit dem Jahr 2017 der Zeitaufwand nicht mehr das maßgebliche Kriterium für die Einstufung in einen Pflegegrad darstellt.

Wenn Sie mit dem Bescheid Ihrer Pflegeversicherung nicht einverstanden sind, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen Widerspruch einzulegen. Für einen erfolgreichen Widerspruch ist es notwendig, dass Sie genau begründen, in welchen Punkten das Gutachten des Antrag Ihrer Meinung nach zu falschen Ergebnissen gelangt ist und wie dies zu einem niedrigeren Pflegegrad geführt hat.

Richtig, bis zum Jahr 2016 gab es im System der Pflegestufen die Stufe 0. Seit der Umstellung auf Pflegegrade im Jahr 2017 ist der Pflegegrad 1 der niedrigste Pflegegrad. Die frühere Stufe 0 existiert in diesem neuen System nicht mehr.

error: