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Pflegegrad 4
schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 4 kennzeichnet die zweithöchste Stufe der Pflegebedürftigkeit und ist definiert durch eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Doch was genau bedeutet das? Und wie wird jemandem der Pflegegrad 4 zugesprochen? Welche Leistungen und finanziellen Unterstützungen können Betroffene erwarten?

Bei Cura Optima ist es unser Anliegen, Klarheit über die Voraussetzungen für die Zuerkennung von Pflegegrad 4 zu schaffen. Wir nehmen uns die Zeit, den Bewertungsprozess eingehend zu erklären und aufzuzeigen, welche Schritte unternommen werden müssen, damit eine Person als pflegebedürftig mit Pflegegrad 4 eingestuft wird. Darüber hinaus bieten wir einen detaillierten Einblick in das Spektrum der Unterstützungsangebote und finanziellen Hilfen, die Personen mit diesem Pflegegrad von der Pflegeversicherung erhalten können.

Inhalte in diesem Artikel

Was genau definiert Pflegegrad 4?

Pflegegrad 4 kennzeichnet eine der intensivsten Stufen der Pflegebedürftigkeit und steht für eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Diese Einstufung erhalten Sie, wenn in der Beurteilung Ihrer Pflegebedürftigkeit, dem sogenannten Pflegegutachten, eine Punktzahl von 70 bis unter 90 für die Einschränkung Ihrer Selbstständigkeit vergeben wird.¹ Mit der Zuerkennung von Pflegegrad 4 eröffnet sich der Zugang zu einem breiten Spektrum an Leistungen der Pflegeversicherung, die darauf ausgerichtet sind, Ihren Alltag zu erleichtern und umfassende Unterstützung zu bieten.

Im Rahmen der Pflegebegutachtung wird das Ausmaß der Selbstständigkeit einer Person eingehend bewertet. Anders als in der Vergangenheit, als der erforderliche Pflegeaufwand eine zentrale Rolle spielte, ist dieser Aspekt heute nicht mehr ausschlaggebend für die Einstufung. Basierend auf den Ergebnissen des Pflegegutachtens fällt die Pflegekasse eine Entscheidung über die Zuordnung des entsprechenden Pflegegrades. Dieser Prozess gewährleistet, dass individuelle Bedürfnisse und Einschränkungen angemessen berücksichtigt werden, um jedem Einzelnen die passende Unterstützung im Rahmen der Pflegeversicherung zu sichern. Durch die Einführung dieses Systems wird ein fairer und bedarfsgerechter Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung für Personen mit Pflegegrad sichergestellt.

Pflegegrad 4 – die Voraussetzungen

Um einen Pflegegrad – speziell Pflegegrad 4 oder einen anderen – zu erhalten, ist es erforderlich, einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse einzureichen. Im Anschluss daran wird ein Fachexperte beauftragt, ein Pflegegutachten auf Basis des „Neuen Begutachtungsassessments (NBA)“ zu erstellen.² Dieses moderne Bewertungsverfahren ist maßgeblich für die Ermittlung Ihres individuellen Pflegebedarfs und die Zuordnung zum entsprechenden Pflegegrad. Es bildet die Grundlage für die Entscheidung Ihrer Pflegeversicherung über die Gewährung von Pflegeleistungen.

Während der Bewertung für einen Pflegegrad, speziell bei der Einschätzung für Pflegegrad 4, können Personen bis zu 100 Punkte für ihre eingeschränkte Selbstständigkeit erhalten.¹ Diese Bewertung beruht auf sechs verschiedenen Bereichen, die jeweils unterschiedlich stark in die Gesamtpunktzahl einfließen. Bei der Pflege von Kindern oder in Fällen mit speziellen Versorgungsbedürfnissen gelten besondere Regelungen. Diese differenzierte Bewertungsmethode sorgt dafür, dass der individuelle Unterstützungsbedarf genau erfasst und der passende Pflegegrad zugeordnet wird.

Welche Kriterien sind zu erfüllen?

Bei der Pflegebegutachtung, die für die Einstufung in Pflegegrad 4 entscheidend ist, werden sechs zentrale Lebensbereiche untersucht, um das Ausmaß der Selbstständigkeit zu bewerten:

1. Mobilität: Untersucht wird, inwieweit die zu begutachtende Person sich selbständig bewegen kann, einschließlich der Fähigkeit, zu stehen, zu sitzen und Treppen zu bewältigen.

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Die Bewertung umfasst die Orientierungsfähigkeit im Alltag, Entscheidungsfähigkeit, Risikoerkennung sowie die Fähigkeit zur Kommunikation und Bedürfnisäußerung.

3. Verhaltensweisen und psychische Probleme: Hier wird der Unterstützungsbedarf bei psychischen Problemen wie Aggressionen, Ängsten, Wahnvorstellungen oder dem Umgang mit Eigentumsbeschädigung erfasst.

4. Selbstversorgung: Beurteilt wird, wie eigenständig die Person Aktivitäten der täglichen Pflege wie Waschen, Ankleiden und Ernährung durchführen kann.

5. Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: Es wird ermittelt, welche Unterstützung bei der Handhabung von Krankheiten, Therapien und medizinischen Maßnahmen notwendig ist.

6. Alltagsgestaltung und soziale Kontakte: Bewertet wird, wie selbstständig der Alltag organisiert, Freizeitaktivitäten nachgegangen und soziale Beziehungen gepflegt werden können.

Für jedes dieser sechs Module gibt es bis zu 16 spezifische Kriterien, die in der Begutachtung einzeln bewertet werden. Die daraus resultierenden Punktzahlen für jedes Modul werden zusammengezählt und gewichtet, um die Gesamtpunktzahl zu ermitteln, die dann für die Zuweisung des Pflegegrads ausschlaggebend ist.

Beanspruchbare Leistungen bei Pflegegrad 4

Personen, die dem Pflegegrad 4 zugeordnet sind, benötigen aufgrund ihrer „schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ mehrfach täglich intensive Unterstützung und oftmals nahezu rundum Betreuung. Ihnen steht eine umfangreiche Palette an Pflegeleistungen zur Verfügung, um ihren Alltag bestmöglich zu gestalten und eine adäquate Betreuung sicherzustellen. Es ist jedoch zu beachten, dass manche dieser Leistungen noch nicht in der vollen Höhe verfügbar sind, die erst für Personen mit Pflegegrad 5 vorgesehen ist.

Im direkten Vergleich zu niedrigeren Pflegegraden wie 2 oder 3 genießen Sie mit Pflegegrad 4 deutlich höhere Ansprüche in verschiedenen Bereichen der Pflege. Dies umfasst unter anderem erhöhte Beträge beim Pflegegeld und den Pflegesachleistungen, sowie erweiterte Unterstützungen bei der Tages- und Nachtpflege. Auch im Hinblick auf die stationäre Pflege, also die Unterbringung in einem Pflegeheim, stehen Ihnen nun umfangreichere Leistungen zur Verfügung. Die restlichen Leistungen der Pflegeversicherung bleiben gegenüber den niedrigeren Pflegegraden unverändert, bieten aber in der Summe eine deutlich verbesserte Unterstützung für den Lebensalltag und die Pflegesituation von Menschen mit Pflegegrad 4.

Pflegegrad 4 – Ansprüche auf Pflegegeld und weitere Leistungen

  • Mit Pflegegrad 4 steht Ihnen Pflegegeld von 765 Euro pro Monat zur Verfügung. Diese Summe soll die häusliche Pflege erleichtern und kann für individuelle Bedürfnisse genutzt werden.

  • Personen mit Pflegegrad 4 haben das Recht auf Pflegesachleistungen bis zu einem Wert von 1778 Euro monatlich. Diese Mittel können für professionelle Pflegedienste genutzt werden, um die häusliche Pflege zu unterstützen und zu ergänzen.

  • Bei Pflegegrad 4 steht Ihnen eine jährliche Unterstützung von 1612 Euro für die Verhinderungspflege zu. Diese finanzielle Hilfe ermöglicht es, Ersatzpflege zu organisieren, falls die reguläre Pflegeperson aufgrund von Urlaub oder Krankheit verhindert ist.

  • Betroffene mit Pflegegrad 4 haben Anspruch auf finanzielle Hilfe für die Kurzzeitpflege in Höhe von 1.774 Euro pro Jahr. Diese Unterstützung dient dazu, eine vorübergehende vollstationäre Pflege zu ermöglichen, falls die häusliche Pflege zeitweise nicht ausreichend ist.

  • Menschen mit Pflegegrad 4 haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich. Dieser Betrag ist dafür vorgesehen, Ausgaben für Leistungen zu decken, die die häusliche Pflege ergänzen und die Pflegebedürftigen sowie ihre Angehörigen entlasten.

  • Mit Pflegegrad 4 besteht ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung für die Inanspruchnahme von Tages- und Nachtpflege in Höhe von 1612 Euro pro Monat. Diese Mittel sollen dazu beitragen, pflegebedürftige Menschen tagsüber oder nachts professionell betreuen zu lassen, um die häusliche Pflege zu entlasten und zu unterstützen.

  • Personen mit Pflegegrad 4 haben das Recht auf einen Zuschuss von 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Diese finanzielle Unterstützung dient dem Kauf von notwendigen Verbrauchsmaterialien, wie beispielsweise Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe, die die Pflege zu Hause erleichtern.

Weitere Leistungen die bei Pflegegrad 4 in Anspruch genommen werden können sind technische Pflegehilfsmittel, Pflegeunterstützungsgeld, Pflegeberatung und Beratungseinsatz und Pflegekurse für Angehörige. Zudem haben Betroffene mit Pflegegrad 4 Anrecht auf eine Zuzahlung von 25,50 Euro pro Monat für einen Hausnotruf, 4000 Euro pro Maßnahme bei einer Wohnraumanpassung, Wohngruppenzuschuss von 214 Euro monatlich, 50 Euro monatlich für digitale Pflegeanwendungen (DiPa) sowie eine Unterstützung von 1775 Euro monatlich für die vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Pflegegrad 4 – das Pflegegeld

Für Personen, die mit Pflegegrad 4 eingestuft sind und die Pflege zu Hause eigenständig managen, steht Pflegegeld zur Verfügung. Dieses beträgt monatlich 765 Euro und ist zur freien Verwendung gedacht, um die häusliche Pflege zu unterstützen. Sollten zusätzlich Pflegesachleistungen genutzt werden, wird der Betrag des Pflegegeldes entsprechend angepasst und verringert sich anteilig.

Für den Bezug des Pflegegeldes ist es nicht erforderlich, Nachweise über die entstandenen Kosten zu erbringen. Jedoch ist es für Empfängerinnen und Empfänger von Pflegegrad 4 obligatorisch, einmal pro Quartal an einem Beratungseinsatz gemäß § 37.3 SGB XI teilzunehmen. Diese Beratungsgespräche sind kostenfrei und bieten die Möglichkeit, individuelle Fragen rund um die Themen Pflege, Pflegerecht und verfügbare Pflegeleistungen zu klären.

Pflegegrad 4 – die Pflegesachleistungen

Die Pflegesachleistungen bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre häusliche Pflege durch die Unterstützung professioneller Pflegekräfte, in der Regel durch einen ambulanten Pflegedienst, zu ergänzen. Diese Option ist besonders wertvoll, wenn Sie zusätzliche Fachkompetenz in die Betreuung zu Hause integrieren möchten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Pflegedienst die Möglichkeit hat, die entstandenen Kosten direkt mit Ihrer Pflegeversicherung abzurechnen, was den administrativen Aufwand für Sie erheblich reduziert.

Für Personen mit Pflegegrad 4 ist ein monatlicher Betrag von 1.778 Euro für die Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen vorgesehen. Dieser Betrag ist darauf ausgelegt, eine umfassende Unterstützung durch qualifizierte Pflegekräfte zu finanzieren und so die häusliche Pflege zu optimieren. Es ist allerdings zu beachten, dass die Nutzung von Pflegesachleistungen einen Einfluss auf die Höhe des Pflegegeldes hat, das Ihnen zusteht. Die Inanspruchnahme verringert das Pflegegeld anteilig, abhängig vom Umfang der genutzten Sachleistungen.

Pflegegrad 4 – die Verhinderungspflege

Auch pflegende Angehörige und Pflegepersonen benötigen gelegentlich eine Auszeit, sei es aufgrund eigener Termine, Krankheit oder Urlaubspläne. Für solche Situationen bietet die Verhinderungspflege eine Lösung, indem sie eine stunden- oder tageweise Vertretung der Pflege ermöglicht. Diese Unterstützung ist auf insgesamt bis zu 42 Tage oder sechs Wochen pro Kalenderjahr begrenzt und bietet eine flexible Handhabung für unvorhergesehene oder geplante Abwesenheiten.

Für Menschen mit Pflegegrad 4 steht ein jährlicher Betrag von 1.612 Euro zur Verfügung, um diese Vertretung zu finanzieren. Diese Mittel können sowohl zur Entlohnung von Privatpersonen, die als Vertretung einspringen, in Form von Aufwandsentschädigungen verwendet werden, als auch zur Bezahlung von professionellen ambulanten Pflegediensten. Zudem besteht die Möglichkeit, nicht in Anspruch genommene Mittel aus dem Budget der Kurzzeitpflege anteilig für die Verhinderungspflege zu nutzen, was zusätzliche Flexibilität in der Pflegeplanung ermöglicht.

Pflegegrad 4 – die Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege stellt eine wichtige Unterstützungsmaßnahme dar, insbesondere für Personen, die üblicherweise in ihrem Zuhause Pflege erhalten, jedoch zeitweise auf eine stationäre Betreuung angewiesen sind. Dies kann der Fall sein, wenn die übliche Pflegeperson ausfällt, sei es durch Verpflichtungen, Krankheit oder Urlaub, und keine alternative häusliche Pflege organisiert werden kann.

Für Menschen mit Pflegegrad 4 ist ein jährliches Budget von 1.774 Euro für die Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege vorgesehen. Dieses Budget ist dazu gedacht, die Kosten für eine vorübergehende stationäre Pflege zu decken, mit einer Obergrenze von 56 Tagen oder acht Wochen pro Kalenderjahr. Eine zusätzliche Flexibilität besteht darin, dass nicht vollständig aufgebrauchte Mittel aus dem Kurzzeitpflegebudget auch für Verhinderungspflege verwendet werden können. Diese Regelung ermöglicht es, die finanziellen Ressourcen entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Situationen anzupassen.

Pflegegrad 4 – die Tages- und Nachtpflege

Die teilstationäre Pflege, oft auch als Tages- oder Nachtpflege bezeichnet, stellt eine wertvolle Ergänzung zur Betreuung zu Hause dar. Sie ermöglicht es, dass Pflegebedürftige tagsüber oder nachts professionelle Betreuung in einer spezialisierten Einrichtung erhalten, während sie weiterhin in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld leben. Diese Form der Pflege wird trotz der Unterbringung in einer Einrichtung als Teil der häuslichen Pflege angesehen und bietet eine flexible Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Für Personen mit Pflegegrad 4 steht ein monatlicher Betrag von bis zu 1.612 Euro für die Nutzung der teilstationären Pflege zur Verfügung. Dieser Betrag ermöglicht es bereits, die Pflegebedürftigen für mehrere Tage pro Woche in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung betreuen zu lassen. Die genaue Anzahl der Tage, die mit diesem Budget abgedeckt werden können, hängt jedoch von den spezifischen Kosten der jeweiligen Einrichtung ab.

Pflegegrad 4 – der Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich ist eine gezielte Unterstützung, um zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsdienste zu finanzieren, die sowohl die Pflegepersonen entlasten als auch die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden im Alltag von Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 4 fördern. Diese finanzielle Hilfe zielt darauf ab, die Herausforderungen im Pflegealltag zu mildern und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen zu steigern.

Falls Sie mit Pflegegrad 4 bisher noch keinen Gebrauch vom Entlastungsbetrag gemacht haben, ist es wichtig zu wissen, dass Sie diese Mittel auch rückwirkend beantragen können. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, nicht genutzte finanzielle Unterstützung nachträglich in Anspruch zu nehmen, um so die Pflege und Betreuung zu optimieren.

Der Entlastungsbetrag kann für eine Vielzahl von Leistungen verwendet werden, darunter:

  • Tages- und Nachtpflege, um den Pflegebedürftigen tagsüber oder nachts professionelle Betreuung in einer spezialisierten Einrichtung zu bieten.

  • Ambulante Pflege und Betreuung, mit einem Fokus auf spezielle Betreuungsleistungen, die die Grundpflege ergänzen.

  • Kurzzeitpflege, um eine temporäre vollstationäre Pflege zu ermöglichen, wenn die häusliche Pflege kurzzeitig nicht sichergestellt werden kann.

  • Unterstützungsangebote im Alltag, die je nach Landesrecht variieren können und darauf abzielen, die Selbstständigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Pflegegrad 4 – Pflegehilfsmittel und andere Hilfsmittel

Für alle Personen mit einer Krankenversicherung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Hilfsmittel, unabhängig vom Pflegegrad – die Voraussetzung dafür ist jedoch eine ärztliche Verordnung. Bei Pflegehilfsmitteln hingegen ist ein Pflegegrad erforderlich. Diese umfassen sowohl technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten und Pflegerollstühle als auch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe.

Pflegegrad 4 – der Hausnotruf

Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln und unterscheidet sich in Bezug auf die Zuschussregelung von vielen anderen dieser Art. Der Zuschuss ist auf einen festen Betrag festgelegt und unterliegt einheitlichen Bedingungen für alle Pflegegrade ab Pflegegrad 1.

Wenn Sie alleine leben, über einen Pflegegrad verfügen und im Falle eines Notfalls voraussichtlich nicht in der Lage sind, telefonische Hilfe zu rufen, haben Sie wahrscheinlich Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 25,50 Euro monatlich für ein anerkanntes Notrufsystem. Dieser finanzielle Zuschuss soll dazu beitragen, dass Sie im Bedarfsfall schnell und effektiv Unterstützung erhalten können, insbesondere wenn Sie alleine leben und auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Pflegegrad 4 – Wohnraumanpassung und andere Zuschüsse dafür

Wenn sich bestimmte Bewegungen zunehmend schwierig gestalten oder gar nicht mehr möglich sind, können alltägliche Dinge plötzlich zu echten Hindernissen werden. Treppen, glatte Badewannen oder Toiletten ohne Haltegriffe stellen dann eine wachsende Bedrohung für die Sicherheit und Selbstständigkeit dar.

Eine bewährte Lösung, um Treppen zu bewältigen, ist der Einsatz eines Treppenlifts. Ein weiteres großes Sicherheitsrisiko ist oft das Badezimmer. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Badezimmer umzugestalten, sei es durch umfassende Umbauten oder kleinere Verbesserungen.

Die Pflegeversicherung unterstützt solche Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Umbauprojekt. Das bedeutet, dass Sie für unterschiedliche Maßnahmen jeweils die volle finanzielle Unterstützung erhalten können. Es ist jedoch wichtig, diese Unterstützung im Voraus mit einem Antrag zu klären, um sicherzustellen, dass die Kostenübernahme gewährt wird.

Pflegegrad 4 – die Stationäre Pflege

Trotz der besten Bemühungen kann die häusliche Pflege für Menschen mit Pflegegrad 4 in manchen Fällen herausfordernd sein. Die Notwendigkeit einer ständigen Betreuung und die Anforderung, dass die Pflegeperson selbst körperlich und mental fit sein muss, können überwältigend sein. In solchen Situationen erscheint der Umzug in ein Pflegeheim oft als die einzig machbare Lösung.

Für die Unterbringung in einem Pflegeheim stellt die Pflegeversicherung Personen mit Pflegegrad 4 einen monatlichen Betrag von 1.775 Euro zur Verfügung. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass neben diesem Betrag zusätzliche Kosten entstehen, die aus eigener Tasche zu tragen sind. Diese zusätzlichen Kosten umfassen beispielsweise die Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten der Einrichtung und bilden den sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, der unabhängig vom individuellen Pflegegrad ist.

Um die finanzielle Belastung zu mildern, gewährt die Pflegeversicherung zusätzlich einen prozentualen Zuschuss zum Eigenanteil der Pflegekosten. Interessanterweise steigt dieser Zuschuss mit der Dauer des Aufenthalts in der stationären Pflege. Für eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten und der Zuschüsse bietet sich ein Blick in spezialisierte Ratgeber zum Thema Kosten für ein Pflegeheim an.

Pflegegrad 4 –

Weitere Leistungen

Jede pflegebedürftige Person befindet sich in einer ganz eigenen Lebenslage, was maßgeschneiderte Pflegelösungen unabdingbar macht. Die individuellen Bedürfnisse und persönlichen Umstände müssen bei der Planung und Bereitstellung von Pflegeleistungen stets im Vordergrund stehen. Das deutsche Pflegeversicherungssystem trägt diesem Umstand Rechnung, indem es ein umfangreiches Angebot an Leistungen bereitstellt, die speziell auf die Bedürfnisse von Personen mit Pflegegrad 4 zugeschnitten sind. Diese Leistungen sind darauf ausgerichtet, die Pflege und Unterstützung so effizient und individuell wie möglich zu gestalten, um den Alltag der Betroffenen bestmöglich zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Die angebotenen Pflegeleistungen für Personen mit Pflegegrad 4 umfassen eine breite Palette an Maßnahmen, die darauf abzielen, die Selbstständigkeit zu fördern und den Pflegebedürftigen sowie ihren Angehörigen den bestmöglichen Beistand zu leisten.

  • Personen mit Pflegegrad 4 haben die Möglichkeit, eine kostenfreie Pflegeberatung (7a) in Anspruch zu nehmen. In dieser Beratung wird individuell auf die Organisation der persönlichen Pflegesituation eingegangen und Informationen über Entlastungs- und Hilfsangebote werden bereitgestellt.

  • In den Pflegekursen für Angehörige geht es darum, praktische Pflegefähigkeiten zu erlernen, angefangen beim Ankleiden bis hin zum Transfer und zur Körperpflege. Diese Kurse stehen allen offen, die sich für die Pflege interessieren oder gerne pflegen möchten, und sind kostenlos zugänglich.

  • Eine weitere Unterstützung für Pflegende ist das Pflegeunterstützungsgeld. Es dient dazu, in akuten Pflege-Notfällen die Fortzahlung von Lohn oder Gehalt sicherzustellen, damit Pflegende nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, während sie sich um andere kümmern.

  • Die Pflegeversicherung unterstützt Menschen, die in Wohngruppen leben, mit einem Zuschlag von 214 Euro pro Monat. Diese finanzielle Förderung beträgt stets 214 Euro monatlich, unabhängig vom Pflegegrad, ob es sich um Pflegegrad 1, Pflegestufe 3 oder auch Pflegegrad 5 handelt.

  • Außerdem ermöglicht die Pflegeversicherung die Zulassung digitaler Services, die Pflegebedürftige und Pflegende unterstützen, als „DiPA“. Dabei stellt sie monatlich bis zu 50 Euro bereit, um den Zugang zu diesen digitalen Unterstützungsmöglichkeiten zu fördern.

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Pflegegrad 4? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

Versicherte erhalten den Pflegegrad 4 bei einer anerkannten „schwersten Beeinträchtigung der Selbständigkeit“, was einem Punktwert von 70 bis unter 90 im Pflegegutachten entspricht.

Pflegegrad 4 wird grob umschrieben als „schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit“. Jedoch wird dieser Grad anhand einer konkreten Punktzahl von 70 bis unter 90 Punkten gemäß einem festen Begutachtungsverfahren ermittelt. Diese Punktzahl wird im Rahmen eines Pflegegutachtens festgelegt.

Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Kombinationsleistung, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbetrag, Tagespflege und Nachtpflege, technische Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds, stationäre Pflege und weitere Pflegeleistungen.

Bei Pflegegrad 4 können Sie mit Pflegesachleistungen einen ambulanten Pflegedienst oder eine anerkannte Einzelpflegekraft finanzieren. Hierfür stehen monatlich 1.778 Euro zur Verfügung.

Bei Pflegegrad 4 beträgt das Pflegegeld 765 Euro pro Monat, sofern die Pflege zu Hause erfolgt und Sie die Pflegeleistungen nicht vollständig in Anspruch nehmen. Andernfalls könnte sich Ihr Anspruch auf Pflegegeld verringern.

Pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 4 erhalten Pflegegeld in Höhe von 765 Euro pro Monat. Die Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld bei Pflegegrad 4 ist, dass die versicherte Person zu Hause durch Angehörige oder Freunde versorgt wird.

Der Pflegeaufwand ist bei Pflegegrad 4 sehr hoch, und in der Regel fallen mehrmals täglich größere Aufgaben an. Jedoch ist es seit 2017 nicht mehr der Zeitaufwand, der das entscheidende Kriterium für einen Pflegegrad ist. Stattdessen wird der Pflegegrad anhand der Selbständigkeit bemessen.

Mit Pflegegrad 4 können Sie bis zu 1.612 Euro pro Jahr oder maximal 42 Tage bzw. 6 Wochen Verhinderungspflege beanspruchen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, diesen Betrag durch einen Teil Ihres ungenutzten Budgets für Kurzzeitpflege zu erhöhen.

Mit Pflegegrad 4 können Sie bis zu 56 Tage oder 8 Wochen pro Jahr Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. In der Praxis erreichen Sie jedoch oft schon vorher die Grenzen des Höchstbetrags von 1.774 Euro pro Jahr, die dafür vorgesehen sind. Falls Sie die Verhinderungspflege nicht vollständig nutzen, können Sie einen Teil dieses Budgets auch für die Kurzzeitpflege verwenden.

Die Pflegeversicherung finanziert monatlich 1.775 Euro für die Pflegekosten in stationärer Pflege. Allerdings bleibt Ihr Eigenanteil unabhängig von Ihrem Pflegegrad gleich hoch. Die Pflegeversicherung bezuschusst Ihren Eigenanteil mit einem Prozentsatz, der sich je nach der Dauer Ihres Aufenthalts in stationärer Pflege richtet.