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Pflegegrad 2 -
erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 2 wird Personen zugesprochen, die eine „erhebliche Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit“ erfahren. Dieser Pflegegrad ist einer unter insgesamt fünf Pflegegraden, die das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit klassifizieren. Wer genau für Pflegestufe 2 in Frage kommt und welche spezifischen Leistungen und finanziellen Unterstützungen damit verbunden sind, erläutert Cura Optima detailliert.

Im Fokus steht dabei, die Zugangskriterien für Pflegegrad 2 verständlich zu machen und aufzuzeigen, welche Unterstützungen Betroffene erwarten können. Von finanziellen Zuschüssen über Sachleistungen bis hin zu Betreuungsangeboten – wir decken auf, wie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen von den Leistungen im Rahmen von Pflegegrad 2 profitieren können.

Inhalte in diesem Artikel

Was genau definiert Pflegegrad 2?

Wenn eine pflegebedürftige Person eine sogenannte „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ erfahren, wird ihr möglicherweise Pflegegrad 2 zugesprochen. Dieser Grad der Pflegebedürftigkeit wird durch ein detailliertes Pflegegutachten ermittelt, welches Ihre Fähigkeiten in verschiedenen Lebensbereichen bewertet. Erreichen Sie in dieser Bewertung eine Punktzahl von 27 bis unter 47,5, qualifizieren Sie sich für Pflegegrad 2.¹ Dieser Pflegegrad ist entscheidend, da er Ihnen den Zugang zu umfangreichen Leistungen der Pflegeversicherung eröffnet. Von finanzieller Unterstützung über Sachleistungen bis hin zu Betreuungsangeboten – der Pflegegrad 2 ist darauf ausgerichtet, Personen mit erheblichen Beeinträchtigungen ihrer Selbstständigkeit im Alltag zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Durch das Verständnis der Bewertungskriterien und der verfügbaren Leistungen können Betroffene und ihre Familien die Unterstützung optimal nutzen.

Die Bewertung der Selbstständigkeit steht im Mittelpunkt der Pflegebegutachtung, um den entsprechenden Pflegegrad festzulegen. Früher lag der Schwerpunkt auf dem erforderlichen Pflegeaufwand, doch dieser Ansatz wurde mittlerweile abgelöst. Heutzutage ist das Gutachten zentral für die Feststellung des Pflegegrades durch die Pflegekasse. Dieses Verfahren bestimmt, ob und welcher Pflegegrad – insbesondere Pflegegrad 2 bei erheblicher Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – zugesprochen wird. Es bildet die Grundlage für die Entscheidung über die Zuteilung von Pflegeleistungen, um die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen bestmöglich zu erfüllen.

 

Pflegegrad 2 – die Voraussetzungen

Um einen Pflegegrad – speziell Pflegegrad 2 oder einen anderen – zu erhalten, ist es erforderlich, einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse einzureichen. Im Anschluss daran wird ein Fachexperte beauftragt, ein Pflegegutachten auf Basis des „Neuen Begutachtungsassessments (NBA)“ zu erstellen.² Dieses moderne Bewertungsverfahren ist maßgeblich für die Ermittlung Ihres individuellen Pflegebedarfs und die Zuordnung zum entsprechenden Pflegegrad. Es bildet die Grundlage für die Entscheidung Ihrer Pflegeversicherung über die Gewährung von Pflegeleistungen.

Während der Bewertung für einen Pflegegrad, speziell bei der Einschätzung für Pflegegrad 2, können Personen bis zu 100 Punkte für ihre eingeschränkte Selbstständigkeit erhalten.¹ Diese Bewertung beruht auf sechs verschiedenen Bereichen, die jeweils unterschiedlich stark in die Gesamtpunktzahl einfließen. Bei der Pflege von Kindern oder in Fällen mit speziellen Versorgungsbedürfnissen gelten besondere Regelungen. Diese differenzierte Bewertungsmethode sorgt dafür, dass der individuelle Unterstützungsbedarf genau erfasst und der passende Pflegegrad zugeordnet wird.

Welche Kriterien sind zu erfüllen?

Bei der Pflegebegutachtung, die für die Einstufung in Pflegegrad 2 entscheidend ist, werden sechs zentrale Lebensbereiche untersucht, um das Ausmaß der Selbstständigkeit zu bewerten:

1. Mobilität: Untersucht wird, inwieweit die zu begutachtende Person sich selbständig bewegen kann, einschließlich der Fähigkeit, zu stehen, zu sitzen und Treppen zu bewältigen.

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Die Bewertung umfasst die Orientierungsfähigkeit im Alltag, Entscheidungsfähigkeit, Risikoerkennung sowie die Fähigkeit zur Kommunikation und Bedürfnisäußerung.

3. Verhaltensweisen und psychische Probleme: Hier wird der Unterstützungsbedarf bei psychischen Problemen wie Aggressionen, Ängsten, Wahnvorstellungen oder dem Umgang mit Eigentumsbeschädigung erfasst.

4. Selbstversorgung: Beurteilt wird, wie eigenständig die Person Aktivitäten der täglichen Pflege wie Waschen, Ankleiden und Ernährung durchführen kann.

5. Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: Es wird ermittelt, welche Unterstützung bei der Handhabung von Krankheiten, Therapien und medizinischen Maßnahmen notwendig ist.

6. Alltagsgestaltung und soziale Kontakte: Bewertet wird, wie selbstständig der Alltag organisiert, Freizeitaktivitäten nachgegangen und soziale Beziehungen gepflegt werden können.

Für jedes dieser sechs Module gibt es bis zu 16 spezifische Kriterien, die in der Begutachtung einzeln bewertet werden. Die daraus resultierenden Punktzahlen für jedes Modul werden zusammengezählt und gewichtet, um die Gesamtpunktzahl zu ermitteln, die dann für die Zuweisung des Pflegegrads ausschlaggebend ist.

Beanspruchbare Leistungen bei Pflegegrad 2

Menschen mit Pflegegrad 2 benötigen Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen, da sie bestimmte Aufgaben nicht mehr selbstständig ausführen können. Mit Pflegegrad 2 haben Betroffene Anspruch auf ein breites Spektrum an Leistungen zur Unterstützung ihrer Pflege. Allerdings stehen ihnen diese Leistungen nicht immer in vollem Umfang zur Verfügung.³ Dieser Pflegegrad erkennt an, dass Hilfe benötigt wird, um den Alltag zu bewältigen, und bietet Zugang zu entsprechenden Unterstützungsangeboten.

Im Vergleich zu Pflegegrad 1 erweitert sich das Spektrum der Leistungen deutlich für Personen mit Pflegegrad 2: Sie haben nun Anspruch auf Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege. Auch der Umfang der Leistungen für stationäre Pflege wird größer. Während der Entlastungsbetrag sowie einige andere Unterstützungen gleichbleiben, ermöglicht Pflegegrad 2 den Zugang zu einer Vielzahl neuer Hilfen und Unterstützungsangebote, die den Alltag erleichtern und die Lebensqualität verbessern können.

Pflegegrad 2 – Ansprüche auf Pflegegeld und weitere Leistungen

  • Mit Pflegegrad 2 steht Ihnen Pflegegeld von 332 Euro pro Monat zur Verfügung. Diese Summe soll die häusliche Pflege erleichtern und kann für individuelle Bedürfnisse genutzt werden.

  • Personen mit Pflegegrad 2 haben das Recht auf Pflegesachleistungen bis zu einem Wert von 761 Euro monatlich. Diese Mittel können für professionelle Pflegedienste genutzt werden, um die häusliche Pflege zu unterstützen und zu ergänzen.

  • Bei Pflegegrad 2 steht Ihnen eine jährliche Unterstützung von 1.612 Euro für die Verhinderungspflege zu. Diese finanzielle Hilfe ermöglicht es, Ersatzpflege zu organisieren, falls die reguläre Pflegeperson aufgrund von Urlaub oder Krankheit verhindert ist.

  • Betroffene mit Pflegegrad 2 haben Anspruch auf finanzielle Hilfe für die Kurzzeitpflege in Höhe von 1.774 Euro pro Jahr. Diese Unterstützung dient dazu, eine vorübergehende vollstationäre Pflege zu ermöglichen, falls die häusliche Pflege zeitweise nicht ausreichend ist.

  • Menschen mit Pflegegrad 2 haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich. Dieser Betrag ist dafür vorgesehen, Ausgaben für Leistungen zu decken, die die häusliche Pflege ergänzen und die Pflegebedürftigen sowie ihre Angehörigen entlasten.

  • Mit Pflegegrad 2 besteht ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung für die Inanspruchnahme von Tages- und Nachtpflege in Höhe von 689 Euro pro Monat. Diese Mittel sollen dazu beitragen, pflegebedürftige Menschen tagsüber oder nachts professionell betreuen zu lassen, um die häusliche Pflege zu entlasten und zu unterstützen.

  • Personen mit Pflegegrad 2 haben das Recht auf einen Zuschuss von 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Diese finanzielle Unterstützung dient dem Kauf von notwendigen Verbrauchsmaterialien, wie beispielsweise Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe, die die Pflege zu Hause erleichtern.

Weitere Leistungen die bei Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden können sind technische Pflegehilfsmittel, Pflegeunterstützungsgeld, Pflegeberatung und Beratungseinsatz und Pflegekurse für Angehörige. Zudem haben Betroffene mit Pflegegrad 2 Anrecht auf eine Zuzahlung von 25,50 Euro pro Monat für einen Hausnotruf, 4000 Euro pro Maßnahme bei einer Wohnraumanpassung, Wohngruppenzuschuss von 214 Euro monatlich, 50 Euro monatlich für digitale Pflegeanwendungen (DiPa) sowie eine Unterstützung von 770 Euro monatlich für die vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Pflegegrad 2 – das Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine einzigartige Form der finanziellen Unterstützung innerhalb des Systems der Pflegeversicherung. Es wird Menschen mit Pflegegrad 2 zugestanden und beläuft sich auf 332 Euro jeden Monat. Dieser Betrag wird den Empfängern ohne die Notwendigkeit zur Vorlage von Kostennachweisen zur Verfügung gestellt, was ihnen eine erhebliche Flexibilität bei der Verwendung ermöglicht. Eine grundlegende Voraussetzung für den Erhalt des Pflegegeldes ist, dass die Pflege im eigenen Heim stattfindet und von den Betroffenen oder ihren Angehörigen selbst organisiert wird.

Eine wichtige Ergänzung zu dieser Regelung ist, dass die Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen, also direkten Dienstleistungen durch professionelle Pflegekräfte, den Anspruch auf Pflegegeld mindern kann. Dies liegt daran, dass die beiden Leistungen aufeinander abgestimmt sind, um eine doppelte Finanzierung derselben Pflegeaktivitäten zu vermeiden. Daher wählen viele Betroffene, insbesondere jene, die von ihren Familienmitgliedern umfassend betreut werden, das Pflegegeld als bevorzugte Unterstützungsform. Es bietet nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch die Flexibilität, die Pflege nach den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen zu gestalten.

Wichtig: Empfänger von Pflegegeld mit Pflegegrad 2 sind gesetzlich dazu angehalten, halbjährlich an einem Beratungseinsatz teilzunehmen, der in § 37 Absatz 3 SGB XI festgelegt ist. Diese Beratungsgespräche sind für die Betroffenen kostenfrei und bieten eine hervorragende Gelegenheit, individuelle Anliegen rund um die Pflege – sei es zu praktischen Pflegetechniken oder theoretischen Aspekten der Pflegeversicherung – zu klären.

Pflegegrad 2 – die Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen dienen der Unterstützung der Pflege zu Hause durch qualifizierte Pflegekräfte von ambulanten Pflegediensten. Diese Leistungen sind speziell dafür vorgesehen, die häusliche Pflege durch professionelle Hilfe zu ergänzen und zu stärken. Für Personen mit Pflegegrad 2 ist ein Betrag von 761 Euro monatlich für solche Pflegesachleistungen vorgesehen, was eine wesentliche Unterstützung im Rahmen der Pflegeversicherung darstellt.

Die Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen hat allerdings Auswirkungen auf den Anspruch auf Pflegegeld. Genauer gesagt: Wenn Sie sich für Pflegesachleistungen entscheiden, reduziert sich der Betrag, den Sie an Pflegegeld erhalten können. Dies spiegelt den Grundsatz wider, dass die finanziellen Mittel der Pflegeversicherung flexibel nach den Bedürfnissen und der individuellen Pflegesituation eingesetzt werden sollen.

Eine attraktive Option für viele ist die sogenannte Kombinationsleistung. Diese ermöglicht es, sowohl Pflegegeld als auch Pflegesachleistungen anteilig in Anspruch zu nehmen. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn die Kosten für ambulante Pflegeleistungen den monatlichen Höchstbetrag für Pflegesachleistungen nicht vollständig ausschöpfen. Die Kombinationsleistung erlaubt eine maßgeschneiderte Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel, um so eine optimale Pflegesituation zu Hause zu gewährleisten. Personen mit Pflegegrad 2 können dadurch eine flexible und bedarfsgerechte Pflege erhalten, die sowohl professionelle Unterstützung als auch finanzielle Leistungen sinnvoll kombiniert.

Pflegegrad 2 – die Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege bietet eine Lösung für Zeiten, in denen die Hauptpflegeperson wegen wichtiger Termine, Krankheit oder Urlaub die Pflege nicht übernehmen kann. Dieses Angebot ermöglicht eine stunden- oder tageweise Vertretung und gewährleistet, dass die Pflegebedürftigen auch in Abwesenheit ihrer regulären Pflegeperson die notwendige Betreuung erhalten. Mit Pflegegrad 2 haben Sie Anspruch auf bis zu 42 Tage oder sechs Wochen Verhinderungspflege jedes Kalenderjahr, was eine wertvolle Unterstützung darstellt.

Zur Finanzierung dieser Ersatzpflege steht Ihnen ein jährliches Budget von 1.612 Euro zur Verfügung. Diese Mittel können flexibel eingesetzt werden, um entweder professionelle Dienste eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen oder einer Privatperson, die die Pflege vorübergehend übernimmt, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Sollte ein Teil dieses Budgets am Ende des Jahres ungenutzt bleiben, besteht die Möglichkeit, diesen für Kurzzeitpflegeleistungen zu verwenden. Diese Regelung unterstreicht die Flexibilität und Vielfältigkeit der Unterstützungsangebote, die Personen mit Pflegegrad 2 zur Verfügung stehen, und erleichtert die Organisation der Pflege in besonderen Situationen, indem sie sicherstellt, dass die Pflegebedürftigen auch in Zeiten der Abwesenheit ihrer Hauptpflegeperson adäquate Betreuung erfahren.

Pflegegrad 2 – die Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist eine essentielle Unterstützungsleistung für Personen, die normalerweise zu Hause betreut werden, aber aufgrund bestimmter Umstände, wie einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustands nach einer schweren Operation, temporär stationäre Pflege benötigen. Diese vorübergehende Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung ermöglicht es, eine intensive Betreuung und Rehabilitation zu erhalten, bis eine Rückkehr in die häusliche Pflege möglich ist.

Menschen mit Pflegegrad 2 haben Anspruch auf ein jährliches Budget von 1.774 Euro für Kurzzeitpflege, das für bis zu 56 Tage oder acht Wochen pro Kalenderjahr genutzt werden kann. Dieses Budget bietet eine finanzielle Unterstützung, um die Kosten für den vorübergehenden Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung zu decken. Sollten Sie dieses Budget nicht vollständig ausschöpfen, besteht zudem die Möglichkeit, den verbleibenden Betrag teilweise für die Verhinderungspflege zu verwenden. Diese Flexibilität in der Nutzung der Mittel trägt dazu bei, dass individuelle Pflegebedürfnisse effektiv adressiert werden können, insbesondere in Zeiten erhöhten Betreuungsbedarfs.

Pflegegrad 2 – der Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag dient der Bereitstellung zusätzlicher Angebote, die sowohl die pflegenden Personen unterstützen als auch die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen verbessern. Unabhängig vom Pflegegrad steht dieser Betrag allen Pflegebedürftigen zu, was bedeutet, dass auch Sie mit Pflegegrad 2 einen Anspruch auf 125 Euro monatlich haben. Dieser Betrag ist speziell dafür vorgesehen, um Entlastung und zusätzliche Hilfe im Pflegealltag zu finanzieren.

Mit Pflegegrad 2 können Sie den Entlastungsbetrag für eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen einsetzen, darunter die Tages- und Nachtpflege, ambulante Pflegeleistungen, die über die reine Grundpflege hinausgehen, sowie Kurzzeitpflege. Darüber hinaus bietet er die Möglichkeit, verschiedene Angebote zur Unterstützung im Alltag zu finanzieren, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein können. Diese Flexibilität in der Verwendung des Entlastungsbetrags ermöglicht es Ihnen, gezielt die Dienste und Unterstützungen auszuwählen, die Ihre individuelle Pflegesituation am besten verbessern und erleichtern.

Für Menschen mit Pflegegrad 2 stellen viele Routineaufgaben im Haushalt eine erhebliche Schwierigkeit dar. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bietet der Entlastungsbetrag eine wertvolle Ressource. Mit diesem finanziellen Zuschuss ist es möglich, eine Haushaltshilfe zu engagieren, die bei alltäglichen Verrichtungen unterstützt. Diese Unterstützung kann eine erhebliche Erleichterung im Alltag darstellen und dazu beitragen, dass Personen mit Pflegegrad 2 ein selbstständigeres und komfortableres Leben führen können. Der Entlastungsbetrag eröffnet somit die Möglichkeit, professionelle Hilfe für Haushaltsaufgaben zu erhalten, die ohne diese finanzielle Unterstützung möglicherweise nicht realisierbar wäre.

Haushaltshilfe bei Pflegegrad 2

Pflegegrad 2 – die Tages- und Nachtpflege

Tages- und Nachtpflege bieten eine wertvolle Unterstützung für die häusliche Pflege, indem sie eine zeitweise Betreuung in einer stationären Einrichtung ermöglichen, während die pflegebedürftige Person ansonsten zu Hause lebt. Personen mit Pflegegrad 2 haben Anspruch auf ein monatliches Budget von 689 Euro für diese Leistungen. Auch wenn dieses Budget nicht ausreicht, um die Tages- oder Nachtpflege täglich zu nutzen, bietet es dennoch die Möglichkeit, einige Tage pro Monat eine teilstationäre Betreuung in Anspruch zu nehmen. Dies kann eine willkommene Entlastung für pflegende Angehörige darstellen und den Pflegebedürftigen zusätzliche soziale Kontakte und Aktivitäten bieten.

Pflegegrad 2 – Pflegehilfsmittel und andere Hilfsmittel

Für alle Personen mit einer Krankenversicherung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Hilfsmittel, unabhängig vom Pflegegrad – die Voraussetzung dafür ist jedoch eine ärztliche Verordnung. Bei Pflegehilfsmitteln hingegen ist ein Pflegegrad erforderlich. Diese umfassen sowohl technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten und Pflegerollstühle als auch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe.

Pflegegrad 2 – der Hausnotruf

Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln und unterscheidet sich in Bezug auf die Zuschussregelung von vielen anderen dieser Art. Der Zuschuss ist auf einen festen Betrag festgelegt und unterliegt einheitlichen Bedingungen.

Wenn Sie alleine leben, über einen Pflegegrad verfügen und im Falle eines Notfalls voraussichtlich nicht in der Lage sind, telefonische Hilfe zu rufen, haben Sie wahrscheinlich Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 25,50 Euro monatlich für ein anerkanntes Notrufsystem. Dieser finanzielle Zuschuss soll dazu beitragen, dass Sie im Bedarfsfall schnell und effektiv Unterstützung erhalten können, insbesondere wenn Sie alleine leben und auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Pflegegrad 2 – Wohnraumanpassung und Zuschüsse dafür

Wenn sich bestimmte Bewegungen zunehmend schwierig gestalten oder gar nicht mehr möglich sind, können alltägliche Dinge plötzlich zu echten Hindernissen werden. Treppen, glatte Badewannen oder Toiletten ohne Haltegriffe stellen dann eine wachsende Bedrohung für die Sicherheit und Selbstständigkeit dar.

Eine bewährte Lösung, um Treppen zu bewältigen, ist der Einsatz eines Treppenlifts. Ein weiteres großes Sicherheitsrisiko ist oft das Badezimmer. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Badezimmer umzugestalten, sei es durch umfassende Umbauten oder kleinere Verbesserungen.

Die Pflegeversicherung unterstützt solche Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Umbauprojekt. Das bedeutet, dass Sie für unterschiedliche Maßnahmen jeweils die volle finanzielle Unterstützung erhalten können. Es ist jedoch wichtig, diese Unterstützung im Voraus mit einem Antrag zu klären, um sicherzustellen, dass die Kostenübernahme gewährt wird.

Pflegegrad 2 – die Stationäre Pflege

Wenn eine häusliche Pflege aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist, kann ein Umzug in ein Pflegeheim eine Option sein. In manchen Fällen ist ein Umzug trotzdem unumgänglich. Personen mit Pflegegrad 2 haben Anspruch auf eine monatliche Unterstützung von 770 Euro für einen solchen Umzug ins Pflegeheim.

Zusätzlich übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil Ihres monatlichen Eigenanteils an den Pflegekosten, abhängig von der Dauer Ihres Aufenthalts in der stationären Pflege. Weitere Informationen zu den Kosten für ein Pflegeheim finden Sie im Ratgeber.

Pflegegrad 2 – weitere Leistungen

Jede Person, die Pflege benötigt, steht vor einer einzigartigen Situation. Aus diesem Grund ist es von größter Wichtigkeit, dass die Pflegeleistungen maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse und Umstände des Einzelnen zugeschnitten sind. Um dies zu gewährleisten, bietet das System der Pflegeversicherung in Deutschland eine breite Palette an Leistungen, speziell für Personen mit Pflegegrad 2, die darauf abzielen, die Pflege und Unterstützung so effektiv und angepasst wie möglich zu gestalten. Weitere Pflegeleistungen, die bei Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden können, lauten wie folgt:

  • Personen mit Pflegegrad 2 haben die Möglichkeit, eine kostenfreie Pflegeberatung (7a) in Anspruch zu nehmen. In dieser Beratung wird individuell auf die Organisation der persönlichen Pflegesituation eingegangen und Informationen über Entlastungs- und Hilfsangebote werden bereitgestellt.

  • In den Pflegekursen für Angehörige geht es darum, praktische Pflegefähigkeiten zu erlernen, angefangen beim Ankleiden bis hin zum Transfer und zur Körperpflege. Diese Kurse stehen allen offen, die sich für die Pflege interessieren oder gerne pflegen möchten, und sind kostenlos zugänglich.

  • Eine weitere Unterstützung für Pflegende ist das Pflegeunterstützungsgeld. Es dient dazu, in akuten Pflege-Notfällen die Fortzahlung von Lohn oder Gehalt sicherzustellen, damit Pflegende nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, während sie sich um andere kümmern.

  • Die Pflegeversicherung unterstützt Menschen, die in Wohngruppen leben, mit einem Zuschlag von 214 Euro pro Monat. Diese finanzielle Förderung beträgt stets 214 Euro monatlich, unabhängig vom Pflegegrad, ob es sich um Pflegegrad 1, 2 oder 5 handelt.

  • Außerdem ermöglicht die Pflegeversicherung die Zulassung digitaler Services, die Pflegebedürftige und Pflegende unterstützen, als „DiPA“. Dabei stellt sie monatlich bis zu 50 Euro bereit, um den Zugang zu diesen digitalen Unterstützungsmöglichkeiten zu fördern.

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Pflegegrad 2? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

Versicherte erhalten Pflegegrad 2, wenn im Pflegegutachten eine anerkannte „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ festgestellt wird, was etwa 27 bis unter 47,5 Punkten entspricht.

Pflegegrad 2 wird grob als „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ beschrieben, jedoch ist dies durch eine spezifische Punktzahl von 27 bis unter 47,5 Punkten gemäß eines festen Begutachtungsverfahrens definiert. Diese Punktzahl wird im Rahmen eines Pflegegutachtens ermittelt.

Die Pflegeversicherung bietet eine Vielzahl von Leistungen für Pflegebedürftige an, darunter Pflegegeld, Pflegesachleistungen, die Kombinationsleistung, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, den Entlastungsbetrag, Tages- und Nachtpflege, technische Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, stationäre Pflege und weitere Pflegeleistungen.

Der Leistungsanspruch bei Pflegegrad 2 variiert je nach den in Anspruch genommenen Pflegeleistungen. Die meisten Leistungen der Pflegeversicherung sind an tatsächliche Ausgaben gebunden, wobei das Pflegegeld von 332 Euro pro Monat eine Ausnahme darstellt.

Für Personen mit Pflegegrad 2 steht monatlich ein Pflegegeldanspruch von 332 Euro zur Verfügung. Dieser Anspruch gilt jedoch nur, wenn die Pflege zu Hause erfolgt und die Pflegesachleistungen nicht vollständig in Anspruch genommen werden, da sonst der Anspruch auf Pflegegeld verfällt.

Tatsächlich kann die Pflege mit Pflegegrad 2 auch zu Hause erfolgen, ohne dass ein Pflegedienst involviert ist. Darüber hinaus ist ein Umzug ins Pflegeheim mit Pflegegrad 2 möglich, wenn auch nur in wenigen Fällen erforderlich.

Der Pflegeaufwand für Pflegegrad 2 kann je nach individuellen Bedürfnissen variieren. Seit 2017 ist der Zeitaufwand jedoch nicht mehr das ausschlaggebende Kriterium für die Festlegung eines Pflegegrades. Stattdessen wird der Grad der Selbständigkeit berücksichtigt. Somit kann jemand trotz geringem oder hohem Pflegeaufwand den Pflegegrad 2 erhalten, wenn dies dem Maß der Selbstständigkeit entspricht.

Für Personen mit Pflegegrad 2 beträgt der jährliche Höchstbetrag für die Verhinderungspflege 1.612 Euro, was einer Höchstdauer von 42 Tagen oder 6 Wochen pro Jahr entspricht. Unter bestimmten Umständen können Sie das ungenutzte Budget teilweise auch für die Kurzzeitpflege nutzen.

Mit Pflegegrad 2 haben Sie Anspruch auf Kurzzeitpflege für bis zu 56 Tage oder 8 Wochen pro Kalenderjahr. Der Höchstbetrag dafür beträgt in der Regel 1.774 Euro pro Jahr, der jedoch oft schon vorher ausgeschöpft ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, diesen Betrag mit ungenutztem Budget der Verhinderungspflege teilweise zu ergänzen.

Entlastungsleistungen sind Leistungen, die mithilfe des Entlastungsbetrags finanziert werden können. Dazu zählen Tages- und Nachtpflege, ambulante Pflege ohne Grundpflege, Kurzzeitpflege sowie „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ gemäß den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes.

Hilfsmittel stehen nicht in direkter Verbindung mit einem Pflegegrad und werden von der Krankenkasse teilfinanziert, sofern ein ärztliches Rezept vorliegt. Ein Pflegegrad ist lediglich eine Voraussetzung für Pflegehilfsmittel.

Unabhängig vom Pflegegrad – sei es Pflegegrad 1, Pflegegrad 3 oder sogar Pflegegrad 5 – können Personen mit Pflegebedarf von der Pflegeversicherung einen Zuschuss von bis zu 25,50 Euro pro Monat für ein anerkanntes Notrufsystem erhalten. Es gibt jedoch weitere Voraussetzungen, die beachtet werden müssen.

Absolut. Ein Pflegegrad berechtigt Sie zu spezifischen Leistungen der Pflegeversicherung. Dennoch bedeutet dies nicht, dass Sie Ihre Selbständigkeit aufgeben müssen. Im Gegenteil: Das Ziel der Pflegeleistungen ist es, Ihre Selbständigkeit zu erhalten und zu fördern.

Der Pflegegrad an sich verbietet Ihnen nicht direkt das Autofahren. Die Entscheidung darüber, ob Sie weiterhin Auto fahren können, basiert jedoch auf Ihrem psychischen und physischen Gesundheitszustand. In den meisten Fällen sollten Personen mit Pflegegrad 2 jedoch nicht mehr selbst Auto fahren. Es gibt jedoch Ausnahmen, die individuell betrachtet werden müssen.

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