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Langzeitpflege -
wenn die Pflege und Betreuung nicht nur auf bestimmte Zeit benötigt wird

Inhalte in diesem Artikel

Viele Menschen benötigen nach Ereignissen wie Operationen, Unfällen oder einem Schlaganfall temporär Pflegeunterstützung. Sollte sich jedoch im Laufe der Zeit herausstellen, dass eine vollständige Genesung und Rückkehr zur Selbstständigkeit nicht möglich ist, sehen sich Angehörige mit der anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, eine Langzeitpflege zu organisieren. Diese Situation erfordert sorgfältige Überlegungen und Entscheidungen, um eine geeignete und dauerhafte Pflegelösung zu finden, die den Bedürfnissen des Betroffenen entspricht.

Cura Optima bietet hier umfassende Informationen und Beratung zu den verschiedenen Optionen der Langzeitpflege. Sie erklärt detailliert, welche Pflegeformen verfügbar sind, wie man die passende Pflegeeinrichtung für jeden Menschen findet und welche finanziellen Aspekte dabei zu berücksichtigen sind. Diese Ressource kann für Angehörige eine wertvolle Hilfestellung bei der Planung und Organisation der Langzeitpflege sein, damit die beste Versorgung für den Betroffenen sichergestellt wird.

Was ist Langzeitpflege?

Laut einer Information der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages, die für die Abgeordneten bereitgestellt wurde, umfasst der Begriff Langzeitpflege alle Pflegeleistungen, die entweder über einen langen Zeitraum hinweg oder dauerhaft von Menschen mit Pflegebedürftigkeit durch Krankheit oder Behinderung benötigt werden¹. Dies bedeutet, dass Langzeitpflege synonym mit anhaltender oder dauerhafter Pflege verwendet wird. In Deutschland wird die Langzeitpflege durch verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung abgedeckt, welche im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) festgelegt sind. Diese Regelungen garantieren, dass Personen, die langfristige Pflege benötigen, auf ein umfassendes System von Unterstützungsleistungen zurückgreifen können, die ihre Lebensqualität und Versorgung sichern.

 

Der Wechsel von Kurzzeit- auf Langzeitpflege

Ein Pflegefall kann unerwartet eintreten und das Leben plötzlich verändern. Vielleicht ist es ein Unfall oder eine ernsthafte Erkrankung, die den Menschen aus dem Alltag reißt: der Gesundheitszustand des schon älteren Vaters verschlechtert sich nach einer Operation merklich oder vielleicht findet sich die Mutter plötzlich in einer Situation wieder, in der sie nicht mehr gehen kann – in solchen Fällen ist sofortige Unterstützung notwendig.

Für Angehörige, die sich um die Akutpflege und die Organisation der eventuell darauffolgenden notwendigen Langzeitpflege kümmern müssen, sieht das Gesetz besondere Regelungen vor. Sie können von Ihrem Arbeitgeber bis zu zehn Tage freigestellt werden, um sich in dieser kritischen Anfangsphase um die Pflegebedürftigen zu kümmern und gleichzeitig die Weichen für die Langzeitpflege zu stellen.²

Wenn Sie sich entscheiden, die Langzeitpflege selbst zu übernehmen, stehen Ihnen arbeitsrechtlich zwei Optionen zur Verfügung: eine bis zu sechsmonatige Pflegezeit oder eine bis zu 24 Monate andauernde Familienpflegezeit. Diese Regelungen ermöglichen es Ihnen, sich um Ihre Angehörigen zu kümmern, ohne Ihre berufliche Zukunft zu gefährden.

 

Der Vergleich: Langzeitpflege und Kurzzeitpflege

Was genau sind die Unterschiede zwischen Langzeitpflege und Akutpflege und in welchem Fall tritt eine der beiden Arten ein? An den folgenden Punkten können Sie ausmachen, was die beiden Pflegearten unterscheidet und welche für Sie oder Ihre Angehörigen angebrachter ist.

  1. Bei der Kurzzeitpflege ist es eine plötzliche Situation im Leben, bei der der betroffene Mensch nicht mehr alleine seinen Alltag bewältigen kann. In der Langzeitpflege wiederum ist der Betroffene entweder schon länger pflegebedürftig oder benötigt in einem absehbarem Zeitraum 24 Stunden Pflege.

  2. Die Akutpflege kann im Krankenhaus, Pflegeheim oder eigenem Zuhause stattfinden. Die Langzeitpflege findet allerdings nur häuslich oder in einem Pflegeheim statt, denn die stationäre Langzeitpflege braucht aufgrund Ihrer zeitlichen Einspannung einen Ort, an dem stationäre Pflege generell ermöglicht wird.

  3. Während man bei der Kurzzeitpflege noch keinen festgestellten Pflegegrad hat ist dies bei der Langzeitpflege immer der Fall: um die häusliche oder stationäre Langzeitpflege in Anspruch zu nehmen bedarf es an einer Feststellung des Pflegegrads. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Pflegegrade.

  4. Die Finanzierung sieht bei beiden Pflegearten natürlich unterschiedlich aus. Im Falle der Kurzzeitpflege übernimmt die Krankenkasse

    • die Übergangspflege durch das Krankenhaus,

    • die Unterstützungspflege im eigenen Heim und

    • die generelle Kurzzeitpflege im Pflegeheim wenn keine Pflegebedürftigkeit besteht (also kein Pflegegrad festgestellt wurde)

    Für die Langzeitpflege können Betroffene beziehungsweise Angehörige sich Zuschüsse von der Pflegeversicherung holen – egal ob die Pflege zu Hause oder im Pflegeheim stattfindet.

 

Bedenken Sie folgendes:

Bei der Überlegung, ob Sie die Langzeitpflege für einen Angehörigen übernehmen können, stellen sich wichtige Fragen: Wie umfangreich ist der benötigte Pflegeaufwand? Bin ich in der Lage, diesen Bedarf alleine zu bewältigen? Oder ist es möglich, mit Unterstützung von anderen Familienmitgliedern oder einem professionellen Pflegedienst diese Herausforderung zu meistern? Um Antworten auf diese Fragen zu finden und eine fundierte Entscheidung bezüglich der Langzeitpflege treffen zu können, ist eine professionelle Pflegeberatung ein wertvolles Hilfsmittel. Sie bietet Orientierung und Unterstützung, um den Pflegebedarf genau einzuschätzen und die besten Lösungen für Ihre individuelle Situation zu finden.

Langzeitpflege durch ambulanten Pflegedienst

In der Langzeitpflege haben Sie die Option, sich durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützen zu lassen oder sogar die gesamte Pflege diesem Profi-Team zu übertragen. Pflegebedürftige können für diese professionellen Dienste Pflegesachleistungen beantragen. Dies ist ein finanzieller Zuschuss, der jedoch nicht direkt an die betroffenen oder angehörigen Menschen, sondern an den Pflegedienst ausgezahlt wird.

Interessant ist auch die Möglichkeit einer Kombinationslösung, die Pflegegeld und Pflegesachleistungen miteinander verbindet. In diesem Modell teilen sich der Pflegedienst und die Angehörigen die Verantwortung und Aufgaben der ambulanten Langzeitpflege. Diese Flexibilität ermöglicht es, eine auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben des Pflegebedürftigen zugeschnittene Pflegelösung zu finden und gleichzeitig die Belastung für die pflegenden Angehörigen zu reduzieren.

Anspruch auf Entlastungsbetrag, Pflegegeld und Verhinderungspflege

Die Pflegeversicherung bietet Unterstützung für die Langzeitpflege durch Angehörige in Form verschiedener Leistungen an:

  1. Entlastungsbetrag: Jeder Pflegegrad berechtigt zu einem monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro. Dieser Betrag kann ebenfalls genutzt werden, um die Langzeitpflege durch Angehörige zu unterstützen, indem er beispielsweise für zusätzliche Hilfen oder Dienstleistungen eingesetzt wird.

  1. Pflegegeld für Angehörige: Bei den Pflegegraden 2 bis 5 steht Pflegegeld zur Verfügung. Dieses Geld können Pflegebedürftige an ihre pflegenden Angehörigen oder an andere Pflegepersonen, wie beispielsweise Nachbarn, weiterreichen, um sie für ihre Unterstützung zu entschädigen.

  2. Verhinderungspflege: Ab Pflegegrad 2 bietet die Pflegekasse Unterstützung in Form von Verhinderungspflege an. Dies tritt ein, wenn Sie als pflegende Person durch Urlaub, Krankheit oder eine Kur verhindert sind. Hierbei können bis zu 1.612 Euro pro Jahr erstattet werden, um die Pflege durch eine andere Person in Ihrer Abwesenheit zu finanzieren.

Diese finanziellen Unterstützungen der Pflegeversicherung sind entscheidend, um die Belastung für pflegende Angehörige in der Langzeitpflege zu verringern und gleichzeitig eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Versorgung der betroffenen Menschen zu gewährleisten.

Was ist stationäre Langzeitpflege?

Die Langzeitpflege stützt sich nicht nur auf häusliche Pflege, sondern umfasst auch stationäre Pflegeangebote, die weit über die vollstationäre Pflege hinausgehen. Einige stationäre Langzeitpflege-Einrichtungen haben sich darauf spezialisiert, Angehörige in der häuslichen Pflege zu unterstützen. Andere arbeiten eng mit ambulanten Pflegediensten zusammen, um pflegebedürftigen Menschen zu ermöglichen, länger in ihrem eigenen Zuhause zu leben.

Diese vielfältigen stationären Angebote erweitern das Spektrum der Langzeitpflege erheblich. Sie bieten flexible Lösungen, die es ermöglichen, die Pflege optimal an die Bedürfnisse des Einzelnen anzupassen. Diese Einrichtungen spielen eine wichtige Rolle dabei, den Übergang zwischen häuslicher und vollstationärer Pflege zu erleichtern und sowohl Pflegebedürftigen als auch ihren Angehörigen mehr Optionen und Unterstützung in der Langzeitpflege zu bieten.

Beispiele zu verschiedenen Pflegesituationen:

Kurzzeitpflege: Herr Müller, 78 Jahre alt, hat sich bei einem Sturz das Bein gebrochen. Nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt er noch weitere Pflege und Unterstützung, da er nicht sofort wieder mobil ist. Seine Tochter, die normalerweise für ihn sorgt, kann ihn in dieser Zeit nicht betreuen, da sie beruflich eingespannt ist. Herr Müller wird für drei Wochen in eine Kurzzeitpflegeeinrichtung aufgenommen. Hier erhält er physiotherapeutische Behandlungen und die nötige Pflege, bis er wieder nach Hause zurückkehren und sich selbst versorgen kann.

Tagespflege: Frau Schneider, 82 Jahre alt, leidet an beginnender Demenz. Ihr Sohn kümmert sich um sie, muss aber tagsüber arbeiten. Damit Frau Schneider tagsüber betreut ist und soziale Kontakte pflegen kann, besucht sie eine Tagespflegeeinrichtung. Dort nimmt sie an verschiedenen Aktivitäten teil, erhält Mahlzeiten und wird medizinisch betreut. Abends kehrt sie wieder nach Hause zurück und verbringt die Nacht in ihrer vertrauten Umgebung.

Nachtpflege: Herr Bergmann, 85 Jahre alt, lebt alleine und ist tagsüber recht selbstständig. Allerdings hat er nachts häufiger medizinische Probleme und fühlt sich unsicher. Um eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu vermeiden, nutzt er die Nachtpflege. Jede Nacht wird er in eine Pflegeeinrichtung gebracht, wo er überwacht und bei Bedarf versorgt wird. Morgens kehrt er in seine eigene Wohnung zurück und führt sein gewohntes Leben fort.

Vollstationäre Langzeitpflege: Frau Vogel, 90 Jahre alt, hat mehrere chronische Erkrankungen und ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen. Ihre Familie kann sich die intensive Pflege, die sie benötigt, nicht leisten. Deshalb zieht Frau Vogel in ein Pflegeheim, wo sie dauerhaft in einer vollstationären Langzeitpflege untergebracht ist. Hier erhält sie rund um die Uhr Pflege und medizinische Betreuung und kann an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen, die im Heim angeboten werden.

Ist Langzeitpflege bei Demenz am sinnvollsten?

Kurz gesagt: Ja. Die Pflege von Menschen mit fortgeschrittener Demenz stellt für Angehörige aufgrund der hohen Pflegebedürftigkeit eine enorme Herausforderung dar, oft bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Sie müssen die pflegebedürftigen Menschen Tag und Nacht betreuen, was sowohl physisch als auch emotional sehr belastend sein kann. Bei der 24 Stunden Pflege im eigenen Zuhause oder in einem qualifizierten Pflegeheim erhalten Demenzkranke nicht nur die notwendige Versorgung, sondern werden auch durch gezielte Fördermaßnahmen durch geschulte Pflegekräfte unterstützt.

Obwohl die Demenz selbst nicht aufgehalten werden kann trägt ideale Pflege dazu bei, dass das Fortschreiten der Krankheit möglicherweise verlangsamt wird. Die professionelle Langzeitpflege bietet den Betroffenen nicht nur Sicherheit und Fürsorge, sondern auch ein stimulierendes und bekanntes Umfeld, das ihre Lebensqualität enorm verbessern kann.

Akutpflege und Langzeitpflege im Überblick

In manchen Fällen, wenn Pflegebedürftige auf einen dauerhaften Platz in einem Pflegeheim warten, wird ihnen zunächst ein Platz in der Kurzzeitpflege angeboten. Sobald ein Zimmer im Pflegeheim dauerhaft frei wird, erfolgt der Umzug dorthin. Dieser Wechsel von einem temporären Aufenthalt in der Kurzzeitpflege zu einem dauerhaften Aufenthalt wird umgangssprachlich oft als Übergang von der Kurzzeit- in die Langzeitpflege bezeichnet, wobei hier speziell die stationäre Langzeitpflege gemeint ist.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Langzeitpflege nicht ausschließlich in einer stationären Einrichtung stattfinden muss. Sie kann auch zu Hause durchgeführt werden, sei es durch pflegende Angehörige oder durch die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes. Diese Form der Langzeitpflege zu Hause ermöglicht es vielen Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und gleichzeitig die notwendige Unterstützung und Betreuung zu erhalten.

Was genau ist Kurzzeitpflege beziehungsweise Akutpflege?

Kurzzeitpflege wird als eine spezielle Versicherungsleistung innerhalb des deutschen Pflegesystems definiert, während der Begriff Langzeitpflege einen umfassenderen Oberbegriff darstellt. Dieser umfasst alle Leistungen der Pflegeversicherung, die auf eine dauerhafte Pflege ausgerichtet sind. Um Anspruch auf diese Pflegeleistungen zu haben, ist es notwendig, dass die betreffende Person einen anerkannten Pflegegrad besitzt. Für die Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege, die stets in einer stationären Einrichtung stattfindet, ist mindestens Pflegegrad 2 erforderlich.

Die Kurzzeitpflege dient insbesondere der Entlastung von Angehörigen, die sich zu Hause um die Langzeitpflege kümmern. Sie bietet eine temporäre Unterstützung und ermöglicht den Angehörigen eine Auszeit von den Pflegeaufgaben. Diese Art der Pflege ist ein wesentlicher Bestandteil des Pflegesystems und trägt maßgeblich zur Unterstützung pflegender Familienmitglieder bei, indem sie eine professionelle Betreuung in einem Heim für einen begrenzten Zeitraum bietet.

Wie finanziert man die Langzeitpflege?

Die Finanzierung der Langzeitpflege kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Hier sind einige der wichtigsten Optionen:

1. Pflegeversicherung: In Deutschland ist die Pflegeversicherung ein zentraler Baustein zur Finanzierung der Langzeitpflege. Sie wird von gesetzlich oder privat Krankenversicherten finanziert und zielt darauf ab, bei dauerhafter Pflegebedürftigkeit eine angemessene Versorgung sicherzustellen. Allerdings deckt sie nur Kosten bis zu einer bestimmten Höhe ab; darüber hinausgehende Ausgaben müssen die Versicherten selbst tragen.

2. Berufsgenossenschaft: Im Falle von Pflegebedürftigkeit aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit übernimmt nicht die Pflegeversicherung, sondern die zuständige Berufsgenossenschaft die Kosten.

3. Pflegezusatzversicherung: Viele Versicherungsunternehmen bieten private Zusatzversicherungen an, um den Eigenanteil an der Langzeitpflege abzudecken. Diese können eine wichtige Ergänzung sein, um die finanzielle Belastung zu verringern.

4. Sozialamt: Wenn die finanziellen Mittel der Betroffenen nicht ausreichen, um die Kosten für die Langzeitpflege zu decken, bietet das Sozialamt Unterstützung an. Hier kann Hilfe zur Pflege beantragt werden, um die Finanzierungslücke zu schließen.

5. Angehörige: Ob und inwieweit Angehörige zur Finanzierung der Langzeitpflege herangezogen werden, hängt von ihrem Einkommen ab. Seit 2020 werden Kinder von Pflegebedürftigen nur noch dann für den Elternunterhalt herangezogen, wenn sie jährlich mindestens 100.000 Euro brutto verdienen. Dies gilt auch für Eltern erwachsener Pflegebedürftiger. Liegt das Einkommen darunter, springt in der Regel das Sozialamt ein.

Diese verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten bieten einen umfassenden Rahmen, um die Herausforderungen der Langzeitpflege finanziell zu bewältigen.

Mein Kind braucht Langzeitpflege – was jetzt?

Alle Kinder benötigen Pflege, doch bei Kindern mit Behinderungen, schweren Krankheiten oder Entwicklungsstörungen ist der Pflegeaufwand oft deutlich höher als bei anderen Kindern. In diesen Fällen sind es hauptsächlich die Eltern, die mit der Herausforderung der Langzeitpflege konfrontiert werden. Es ist wichtig für Eltern zu wissen, dass sie Anspruch auf Pflegegeld für die Langzeitpflege ihres Kindes haben, ähnlich wie es bei der dauerhaften Pflege von Erwachsenen der Fall ist.

Zudem stehen ihnen weitere Versicherungsleistungen zur Verfügung, die mit denen für Erwachsene vergleichbar sind. Dazu gehören Pflegesachleistungen, der Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege sowie Kurzzeitpflege. Auch die Möglichkeit einer stationären Langzeitpflege ist gegeben, falls die häusliche Pflege nicht ausreicht. Diese verschiedenen Unterstützungsangebote sind essentiell, um Eltern in der anspruchsvollen Aufgabe der Langzeitpflege zu entlasten und sicherzustellen, dass ihr Kind die bestmögliche Betreuung und Förderung erhält.

 

Was sind die Voraussetzungen für Rund-um-die-Uhr-Pflege für mein Kind?

Um für Pflegeleistungen berechtigt zu sein, müssen pflegebedürftige Kinder einen anerkannten Pflegegrad haben. Dabei gibt es einige Besonderheiten im Vergleich zu Erwachsenen, insbesondere bei jüngeren Kindern.

1. Langzeitpflege für Babys: Kinder unter 18 Monaten erhalten automatisch einen höheren Pflegegrad als Erwachsene. Der Grund dafür ist, dass selbst gesunde Babys eine rund um die Uhr Betreuung benötigen, was als natürliche Pflegebedürftigkeit gilt. Bei kranken oder behinderten Kindern in diesem Alter ist der Pflegeaufwand entsprechend noch höher einzuschätzen.

2. Langzeitpflege für Kinder: Bei Kindern unter elf Jahren wird der Pflegebedarf im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern ermittelt, da sie sich noch in der Entwicklung der Fähigkeiten befinden, die bei Erwachsenen als selbstverständlich gelten. Dieser Ansatz hilft dabei, den spezifischen Pflegebedarf von heranwachsenden Kindern besser zu verstehen und einzuschätzen.

3. Langzeitpflege für ältere Kinder: Ab dem Alter von elf Jahren wird erwartet, dass Kinder grundlegende Selbstversorgungsfähigkeiten wie Essen, Trinken, Toilettennutzung und Körperpflege beherrschen. Daher erfolgt die Einteilung in Pflegegrade bei ihnen nach denselben Kriterien wie bei Erwachsenen.

Diese altersgerechten Richtlinien bei der Feststellung des Pflegegrades berücksichtigen die unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Kindern und sorgen dafür, dass die Langzeitpflege den individuellen Bedürfnissen jedes Kindes gerecht wird.

Wichtig zu wissen – neurologische Langzeitpflege:

Wenn Personen nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma oder einem Schlaganfall bleibende Schäden davontragen, die ein selbstständiges Leben unmöglich machen, benötigen sie eine spezielle Art der Langzeitpflege. Diese als aktivierende Langzeitpflege bekannte Form konzentriert sich darauf, die Gehirnfunktionen zu stimulieren und dadurch den Gesundheitszustand der Betroffenen zu verbessern. In dafür spezialisierten Pflegeeinrichtungen wird diese anspruchsvolle Aufgabe von besonders geschultem Personal übernommen.

Diese Form der Langzeitpflege ist insbesondere für jüngere Menschen mit Hirnschäden von großer Bedeutung. Sie profitieren von einem Umfeld, das auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist und sich von der Umgebung einer herkömmlichen Altenpflegestation unterscheidet. In diesen spezialisierten Einrichtungen wird nicht nur Wert auf die medizinische und pflegerische Versorgung gelegt, sondern auch darauf, die Patienten durch gezielte Aktivitäten und Therapien zu fördern und ihr Wohlbefinden zu steigern.

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Langzeitpflege? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

Langzeitpflege umfasst jegliche Pflegeleistungen, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erforderlich sind, um den Bedürfnissen von Pflegebedürftigen gerecht zu werden. Diese Form der Pflege kann sowohl in einer stationären Einrichtung wie einem Pflegeheim als auch in der häuslichen Umgebung erbracht werden. Die Langzeitpflege beinhaltet eine fortlaufende und angepasste Betreuung, die darauf abzielt, den Alltag der betroffenen Menschen so angenehm und selbstständig wie möglich zu gestalten, unabhängig davon, ob sie zu Hause oder in einem Heim leben.

Wenn es offensichtlich wird, dass eine Person nicht mehr in der Lage ist, ihren Alltag eigenständig zu bewältigen, wird die Notwendigkeit einer Langzeitpflege evident. In diesem Fall ist es wichtig, dass Angehörige für den Betroffenen umgehend einen Pflegegrad beantragen. Dieser Schritt ist entscheidend, um Zugang zu den erforderlichen Pflegeleistungen zu erhalten und die Weichen für die geeignete Langzeitpflege zu stellen. Der Pflegegrad bestimmt das Ausmaß der Unterstützung, die benötigt wird, und öffnet den Weg für eine angemessene Versorgung und Betreuung, die den individuellen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen gerecht wird.

Die ambulante Langzeitpflege wird direkt in der häuslichen Umgebung des pflegebedürftigen Menschen durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht. Dies bietet den Vorteil, dass die betroffene Person in ihrer vertrauten Umgebung bleiben kann. Im Gegensatz dazu wird die stationäre Langzeitpflege in einem Pflegeheim durchgeführt, wo rund um die Uhr Betreuung und spezialisierte Pflegeleistungen zur Verfügung stehen. Beide Formen der Langzeitpflege zielen darauf ab, den Bedürfnissen und dem Wohlbefinden der Pflegebedürftigen gerecht zu werden, jedoch in unterschiedlichen Umgebungen und mit verschiedenen Ansätzen.

Die stationäre Langzeitpflege, die in Pflegeheimen stattfindet, umfasst verschiedene Formen der Betreuung. Dazu gehört die vollstationäre Langzeitpflege, bei der die Pflegebedürftigen dauerhaft im Pflegeheim wohnen und umfassend betreut werden. Des Weiteren gibt es spezialisierte Angebote wie die Tagespflege und die Nachtpflege, die eine zeitweise Unterstützung bieten, sowie die Kurzzeitpflege, die temporär in Anspruch genommen werden kann, beispielsweise zur Entlastung pflegender Angehöriger oder nach einem Krankenhausaufenthalt. Alle diese Varianten der Langzeitpflege in stationären Einrichtungen sind darauf ausgerichtet, den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebenssituationen der Pflegebedürftigen gerecht zu werden.

Die Kosten für Langzeitpflege variieren je nach Bundesland, aber generell übersteigen sie den Betrag, der von der Pflegeversicherung übernommen wird. Nach Angaben des Deutschen Verbandes der Ersatzkassen (DVEK) müssen Versicherte im Durchschnitt monatlich etwa 2.548 Euro (Stand Januar 2024) aus eigener Tasche für Langzeitpflege aufbringen.³ Diese Summe reflektiert die finanzielle Belastung, die auf Pflegebedürftige und ihre Familien zukommt, wenn sie auf Langzeitpflege angewiesen sind. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig mit den Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten der Langzeitpflege auseinanderzusetzen.