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Senioren-WG -
wie ist es, mit anderen Senioren in einem Haushalt zu leben?

Das Konzept der Senioren-WG bietet älteren Menschen die Möglichkeit, im Alter in einer häuslichen Umgebung zu leben, dabei aber nicht auf Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung verzichten zu müssen – wir sagen dazu gerne „gemeinsam statt einsam“. In diesen Wohngemeinschaften leben Senioren zusammen wie in einer Familie, teilen sich die anfallenden Kosten und Ressourcen und bieten einander Hilfe im Alltag. Senioren-WGs stellen eine beliebte Alternative zum traditionellen Altenheim dar und fördern das selbstbestimmte Leben im Alter.

Cura Optima bietet umfassende Informationen zu den Anforderungen und Kosten, die mit dem Leben in einer Senioren-Wohngemeinschaft verbunden sind, und stellt praktische Tipps bereit, um die Suche nach einer geeigneten WG zu erleichtern. Diese Art des Zusammenlebens ermöglicht es Senioren, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und gleichzeitig von der Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung zu profitieren – auch durch ambulant betreute WGs.

Inhalte in diesem Artikel

Definition: Was sind Seniorenwohngemeinschaften?

In Seniorenwohngemeinschaften, oft kurz als Senioren-WGs bezeichnet, leben ältere Menschen gemeinschaftlich in einem Haus oder einer Wohnung. In solchen WGs teilen sie sich nicht nur den Wohnraum, sondern häufig auch Betreuungs- und Unterstützungsangebote wie beispielsweise eine Haushaltshilfe. Dies fördert sowohl die Gemeinschaft als auch die gegenseitige Unterstützung unter den Bewohnern.

Es gibt zwei Arten einer Senioren-Wohngemeinschaft: die privat organisierten und die von Trägern unterstützten. Während die privat organisierten WGs oft aus Eigeninitiative der Bewohner entstehen, sind die von Trägern unterstützten WGs speziell für die Bedürfnisse älterer Menschen konzipiert und bieten in der Regel zusätzliche Betreuungsleistungen. Beide Formen der Senioren-WGs bieten älteren Menschen eine wertvolle Wohnalternative, die es ihnen ermöglicht, in einer Gemeinschaft zu leben und gleichzeitig ein gewisses Maß an Selbstständigkeit zu bewahren.

Die verschiedenen Modelle einer Senioren-WG

Senioren-Wohngemeinschaften bieten eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, und im Endeffekt prägen die Bewohner mit ihren individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen das Zusammenleben in diesen Gemeinschaften. Hier werden drei gängige Modelle von Senioren-WGs vorgestellt, die einen Einblick in die unterschiedlichen Lebensformen geben. Jedes dieser Modelle hat seine eigenen Charakteristika und spricht verschiedene Bedürfnisse und Vorlieben älterer Menschen an. Diese Vielfalt ermöglicht es den Senioren, eine Wohngemeinschaft zu wählen, die ihren persönlichen Wünschen und Anforderungen am besten entspricht und somit ein angenehmes und erfüllendes Wohnen im Alter ermöglicht.

Klassische Senioren-Wohngemeinschaft

In einer traditionellen Senioren-WG leben mehrere Bewohner zusammen in einer gemeinsamen Wohnung oder einem Haus. Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer, das als persönlicher Rückzugsort dient, während Bereiche wie das Wohnzimmer, die Küche und die Bäder gemeinschaftlich genutzt werden. Die Organisation des Haushalts, einschließlich der Aufgabenverteilung und der alltäglichen Abläufe, wird kollektiv von den Bewohnern übernommen. Diese Form des Zusammenlebens in einer Senioren-WG fördert nicht nur die Gemeinschaft, sondern ermöglicht auch ein hohes Maß an Selbstständigkeit und gegenseitiger Unterstützung unter den Senioren.

Hausgemeinschaft unter Senioren

Senioren-Hausgemeinschaften bieten eine Form des Zusammenlebens, die jedem Bewohner mehr Privatsphäre ermöglicht. In diesen Gemeinschaften bewohnt jeder Senior seine eigene Wohnung innerhalb eines Mehrfamilienhauses. Typischerweise sind diese Senioren-Wohngemeinschaften so konzipiert, dass sie gemeinschaftliche Räume für Gruppenaktivitäten bieten und ein Netzwerk gemeinsamer Dienstleistungen integrieren. Dies kann von organisierten Veranstaltungen bis hin zu gemeinschaftlich genutzten Serviceangeboten reichen.

Ein ähnliches Wohnkonzept wird auch im betreuten Wohnen oder Service-Wohnen verfolgt. Hier sind die Wohnungen oft an größere Einrichtungen angebunden, was den Zugang zu zusätzlichen Dienstleistungen wie Hausnotruf, Mahlzeitenservice oder Fahrdiensten vereinfacht. Diese Wohnform ermöglicht Senioren ein selbstständiges Leben mit der Option, bei Bedarf Unterstützung hinzuzufügen. In beiden Fällen – sowohl in Senioren-Hausgemeinschaften als auch im betreuten Wohnen – steht das selbstbestimmte Leben der Senioren im Vordergrund, unterstützt durch ein Netzwerk von Serviceleistungen und Gemeinschaftsangeboten.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Senioren

Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, oft auch als Pflege-WG bezeichnet, wird üblicherweise von Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas oder der Diakonie, oder von Pflegeheimen betrieben. In dieser Art der Senioren-WG ist das Pflegepersonal entweder mehrmals täglich oder sogar permanent präsent, um den Bewohnern die notwendige Unterstützung zu bieten. Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer, während Wohn- und Essbereiche sowie weitere Gemeinschaftsräume von allen gemeinsam genutzt werden. Diese Wohnform bietet älteren Menschen, die intensivere Unterstützung benötigen, ein Zuhause, das sowohl Privatsphäre als auch Gemeinschaftserlebnisse ermöglicht. Die starke Betreuung und Pflege in diesen Wohngemeinschaften gewährleisten ein hohes Maß an Unterstützung für die Bewohner, die dadurch in einem unterstützenden und fürsorglichen Umfeld leben können.

Demenz-Wohngemeinschaft – angepasst auf spezielle Bedürfnisse

Demenz-WGs stellen eine spezialisierte Form der Pflege-Wohngemeinschaft dar, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet sind. In diesen Wohngemeinschaften wird der Alltag von qualifizierten Pflegekräften begleitet, die darauf spezialisiert sind, eine strukturierte und an die Bedürfnisse von Demenzpatienten angepasste Umgebung zu schaffen. Umfassende Informationen zu diesem Thema, einschließlich detaillierter Einblicke und Ratschläge, können in der Broschüre „Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. gefunden werden. Diese Ressource bietet wertvolle Informationen und Leitlinien für die Einrichtung und das Management von Demenz-WGs, die darauf abzielen, ein unterstützendes und förderliches Umfeld für Menschen mit Demenz zu schaffen.

Wer eignet sich für eine Senioren-Wohngemeinschaft?

Eine Senioren-Wohngemeinschaft könnte genau das Richtige für Sie sein, falls Sie nicht in einem Pflegeheim leben möchten und sich in Ihrem Zuhause einsam fühlen oder Unterstützung im täglichen Leben benötigen. Entscheidend ist hierbei Ihr Interesse am Gemeinschaftsleben sowie Ihre Offenheit für Kommunikation und sozialen Austausch. Ähnlich wie in einer Studenten-WG ist das Zusammenleben harmonisch, solange alle Bewohner bereit sind, sich an gemeinsame Regeln zu halten und Kompromisse einzugehen. Falls Sie jedoch einen starken Bedarf an persönlichem Raum und Zeit für sich selbst haben, könnte eine Senioren-WG möglicherweise nicht die ideale Wohnform für Sie sein.

Für Senioren, die zuvor ein Gefühl der Einsamkeit erlebt haben, kann eine Senioren-WG eine bereichernde Erfahrung sein, da sie die Möglichkeit bietet, mit passenden Mitbewohnern eine Art „Ersatzfamilie“ zu bilden. Es gibt keine allgemeinen Voraussetzungen, wie ein Mindestalter oder einen Pflegegrad, die für den Einzug in eine Senioren-Wohngemeinschaft erforderlich sind, was diese Wohnform sehr zugänglich macht.

Pflege innerhalb Wohngemeinschaften für Senioren

In einer Senioren-WG herrscht oft ein starker Zusammenhalt, da sich die Bewohner gegenseitig unterstützen und helfen. Dies fördert die Motivation, länger aktiv und selbstständig zu bleiben. Wenn dennoch externe Unterstützung benötigt wird, ist es in einer Senioren-WG leichter, entsprechende Hilfe zu organisieren, als in einem Einpersonenhaushalt. Ein großer Vorteil ist hierbei auch die Möglichkeit, Kosten zu sparen, beispielsweise durch die gemeinsame Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes oder die Bündelung des Pflegegeldes unter den Bewohnern.

Zudem bietet eine Senioren-Wohngemeinschaft die Flexibilität, bei Bedarf in eine ambulant betreute Wohngemeinschaft umgewandelt zu werden. In einem solchen Fall können spezielle Förderungen und Unterstützungen in Anspruch genommen werden, die das Leben in der Gemeinschaft weiter erleichtern und bereichern. Diese Anpassungsfähigkeit der Wohnform ermöglicht es den Bewohnern, auch bei veränderten Bedürfnissen weiterhin in einer förderlichen und unterstützenden Gemeinschaft zu leben.

Die Kosten einer Senioren-Wohngemeinschaft - was muss man erwarten?

Wenn Sie daran denken, eine Senioren-WG gründen oder in eine bereits bestehende Wohngemeinschaft ziehen zu wollen, sollten Sie sich darauf einstellen, dass die Miet- oder Kaufpreise der Wohnungen den größten Anteil der entstehenden Kosten ausmachen. Diese finanziellen Aufwendungen bilden die Grundlage des Lebens in einer Senioren-Wohngemeinschaft und sollten bei der Planung und Entscheidungsfindung entsprechend berücksichtigt werden. Es ist wichtig, sich ein klares Bild von den zu erwartenden Kosten zu machen, um eine informierte Entscheidung treffen zu können, die Ihren finanziellen Möglichkeiten entspricht und Ihnen ein angenehmes Leben in der Senioren-WG ermöglicht.

Kostenfaktor: Miete

In der Regel sind die Wohnkosten in einer Senioren-Wohngemeinschaft finanziell attraktiver als die einer Einzelwohnung. In einer solchen Wohngemeinschaft zahlt jeder Bewohner Miete für seinen eigenen privaten Wohnbereich und nur einen anteiligen Betrag für die gemeinschaftlich genutzten Räume wie Küche, Bad und Wohnzimmer. Die Mietpreise für eine Seniorenwohngemeinschaft entsprechen meist den üblichen Preisen des lokalen Wohnungsmarkts. Eine Ausnahme bilden Wohnungen oder Häuser, die barrierefrei gestaltet sind und beispielsweise über einen Fahrstuhl verfügen. In solchen Fällen kann die Miete aufgrund der speziellen Ausstattung etwas über dem regionalen Mietspiegel liegen. Diese finanzielle Aufteilung ermöglicht es Senioren, in einer Gemeinschaft zu leben und gleichzeitig die Kosten für Wohnraum effizient zu gestalten.

Für Senioren-Wohngemeinschaften gibt es verschiedene Mietkonstellationen, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben:

1. Eine Option ist, dass ein Bewohner als Hauptmieter fungiert und Zimmer an die anderen Bewohner untervermietet. In diesem Fall haben die Untermieter jedoch weniger Mitspracherecht und stehen bei einer Kündigung des Hauptmietverhältnisses potenziell schlechter da.

2. Eine andere Möglichkeit ist ein Mietvertrag mit mehreren Hauptmietern. Hierbei müssen alle Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden, was mehr Mitsprache, aber auch mehr Abstimmungsbedarf bedeutet.

3. Die am häufigsten empfohlene und praktizierte Variante ist, dass jeder Bewohner einen eigenen Mietvertrag mit dem Vermieter abschließt, wobei die Gemeinschaftsflächen kollektiv an die WG vermietet werden. Die Kosten für diese Flächen werden dann unter den Bewohnern aufgeteilt. Dies bietet jedem einzelnen Bewohner mehr Sicherheit und Unabhängigkeit, während gleichzeitig die Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens erhalten bleiben.

Jede dieser Mietformen hat spezifische Implikationen für das Zusammenleben in einer Senioren-Wohngemeinschaft und sollte sorgfältig auf die Bedürfnisse und Präferenzen der Bewohner abgestimmt werden.

Senioren-Wohngemeinschaft: Wie steht es mit Mietverhältnissen?

Kostenfaktor: Kauf

Bei dem Vorhaben, als Gruppe von Bewohnern gemeinsam eine Immobilie für eine Senioren-Wohngemeinschaft zu erwerben oder zu bauen, ähnelt die Kostensituation der eines individuellen Eigentumserwerbs. In diesem Fall ist es erforderlich, dass jeder Beteiligte die Finanzierung seines Anteils an der Immobilie selbstständig sicherstellt. Dies bedeutet, dass jeder Bewohner individuell für die Finanzierung seines Teils der Immobilie verantwortlich ist, sei es durch Ersparnisse, Darlehen oder andere Finanzierungsmethoden. Diese Form des gemeinschaftlichen Eigentumserwerbs für eine Senioren-WG ermöglicht es den Bewohnern, langfristig in einer selbst gestalteten und finanzierten Wohnform zu leben, die den individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen entspricht.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften und ihre beanspruchbaren Leistungen

Wenn die Bewohner einer Senioren-Wohngemeinschaft einen anerkannten Pflegegrad haben, eröffnen sich ihnen durch die ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft möglicherweise Zugänge zu verschiedenen Zuschüssen und Finanzierungsmöglichkeiten. Diese finanzielle Unterstützung kann dazu dienen, die Kosten für die Betreuung und Pflege innerhalb der Wohngemeinschaft zu decken. Solche Zuschüsse können von der Pflegekasse oder anderen sozialen Trägern bereitgestellt werden und tragen dazu bei, das Leben in einer Senioren-WG für Personen mit Pflegebedarf finanziell erleichternd und realisierbar zu gestalten. Diese finanziellen Hilfen können einen wesentlichen Unterschied in der Qualität und Zugänglichkeit der Pflege und Unterstützung ausmachen, die in einer Senioren-Wohngemeinschaft angeboten werden.

214€ monatlich durch Wohngruppenzuschlag

Ambulant betreute Wohngruppen und deren dort lebende Senioren mit einem anerkannten Pflegegrad haben das Recht, Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen. Für Bewohner einer Senioren-Wohngemeinschaft , die Pflegegeld, ambulante Pflegesachleistungen oder Betreuungs- und Entlastungsleistungen erhalten, besteht zudem die Möglichkeit, einen zusätzlichen finanziellen Zuschuss zu erhalten. Dieser wird als Wohngruppenzuschlag bezeichnet und beträgt monatlich 214 Euro. Voraussetzung für den Erhalt dieses Zuschlags ist, dass mindestens zwei weitere Bewohner in der Wohngemeinschaft ebenfalls einen anerkannten Pflegegrad haben. Diese Unterstützung soll die gemeinschaftliche Lebensform in einer Senioren-Wohngemeinschaft fördern und die finanzielle Belastung der Bewohner mit Pflegebedarf reduzieren.

2.500€ mögliche Anschubfinanzierung

Personen, die einen Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag haben, können bei der Gründung einer neuen Pflege-Wohngemeinschaft zusätzlich eine Anschubfinanzierung für die altersgerechte oder barrierefreie Umgestaltung ihrer Wohnräume beantragen. Diese finanzielle Unterstützung wird von der Pflegekasse gewährt und beträgt bis zu 2.500 Euro pro Person. Für jede Wohngemeinschaft ist diese Förderung auf maximal 10.000 Euro begrenzt.

Eine ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft ermöglicht den Bewohnern ebenfalls gemeinschaftlich Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen. Durch das Bündeln dieser Leistungen können die Bewohner ihre finanziellen Mittel effizienter einsetzen, was zu einer Reduzierung der Gesamtkosten führen kann. Diese gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Dienstleistungen trägt dazu bei, sowohl Zeit als auch Kosten im Alltag der Senioren-WG zu sparen, was den Bewohnern einen zusätzlichen finanziellen und organisatorischen Vorteil bietet.

Was sind die Voraussetzungen, eine Senioren-Wohngemeinschaft gründen zu können?

Wenn Sie lieber eine eigene Senioren-Wohngemeinschaft ins Leben rufen möchten, statt in eine bestehende einzuziehen, gibt es dazu eine schrittweise Anleitung. Cura Optima zeigt Ihnen wie Sie in fünf Schritten Ihre eigene Senioren-WG gründen können. Dieser Prozess beinhaltet die Planung, die Suche nach geeigneten Mitbewohnern, die Auswahl der passenden Immobilie, die Gestaltung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und die Organisation der benötigten Dienstleistungen und Unterstützungsangebote. Diese Schritte sind darauf ausgerichtet, Ihnen zu helfen, eine Senioren-WG zu schaffen, die Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht und ein angenehmes, unterstützendes Wohnumfeld für alle Beteiligten bietet.

Mit 5 Schritten zur Senioren-Wohngemeinschaft

Möchten Sie selbst eine Senioren-Wohngemeinschaft gründen oder dies für einen Angehörigen tun, sind folgende Schritte hilfreich:

1. Mitbewohnersuche initiieren:

Starten Sie die Suche nach Mitbewohnern im eigenen Bekanntenkreis oder nutzen Sie Tageszeitungen, regionale Seniorenbüros und Online-Börsen für Ihr Gesuch.

2. Rechtliche Grundlagen erkunden:

Eine frühzeitige juristische Beratung zu den rechtlichen Aspekten der Gründung einer Senioren-WG ist essenziell.

3. Gemeinsame Zielsetzung und Konzeptentwicklung:

Entwickeln Sie, allein oder mit potenziellen Mitbewohnern, eine klare Vorstellung und ein Konzept für die Senioren-Wohngemeinschaft. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Planungsphase.

4. Aufgaben und Pflegebedarf planen:

Legen Sie fest, wie das Zusammenleben organisiert sein soll, etwa durch die Zuweisung spezifischer Rollen wie Schatzmeister oder Einkaufskoordinator. Besprechen Sie die Aufgabenverteilung und den Umgang mit zunehmendem Pflegebedarf.

5. Schriftliche Vereinbarungen treffen:

Überlegen Sie die Gründung eines Vereins als Rahmen für die Senioren-WG. Bei Mietverhältnissen sollten Kooperationsvereinbarungen mit den Mitbewohnern getroffen werden, die die Zusammenarbeit und die Nutzung von Gemeinschaftsflächen regeln.

6. Rechtsform und Besitzverhältnisse klären:

Bei Kauf oder Bau der Immobilie für die Senioren-Wohngemeinschaft kann zunächst eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet werden, die später in eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) übergehen kann. Eine Genossenschaftsgründung ist eine weitere Option, wobei hierzu Beratung durch Genossenschafts-Dachverbände empfehlenswert ist.

Diese Schritte bieten eine strukturierte Herangehensweise für die erfolgreiche Gründung einer Senioren-WG, die den Bedürfnissen und Vorstellungen ihrer Bewohner entspricht.

 

Bauernhof als Grund für Senioren-Wohngemeinschaft

Die Vorstellung, den Ruhestand gemeinschaftlich auf dem Land zu verbringen, findet zunehmend Anklang, insbesondere unter Senioren. In der Tat steigt die Anzahl von Senioren-Wohngemeinschaften, die mit einem Bauernhof verbunden sind. In solchen ländlichen Senioren-WGs haben die Bewohner die Möglichkeit, sich aktiv in die Hofarbeit einzubringen, sei es bei der Tierpflege oder der Gartenarbeit. Dies bietet nicht nur eine bereichernde Tätigkeit, sondern auch einen Sinn für Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Für die Hofbetreiber ergibt sich dadurch eine zusätzliche, zuverlässige Einkommensquelle.

Während Senioren-Wohngemeinschaften auf Bauernhöfen noch nicht überall verbreitet sind, gibt es im Internet zunehmend Angebote für solche Wohnformen. Diese bieten eine einzigartige Lebenserfahrung für Senioren, die das Landleben genießen und Teil einer aktiven Gemeinschaft sein möchten.

Häufig gestellte Fragen

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Senioren-WG? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch und helfen Ihnen, den für Sie idealen weiteren Vorgang zur Pflege herauszufinden.

 

In Senioren-Wohngemeinschaften, oft als Senioren-WGs bezeichnet, schließen sich ältere Menschen zusammen, um gemeinschaftlich in einem Haus oder einer Wohnung zu leben. In diesen Wohngemeinschaften teilen sich die Bewohner häufig Betreuungs- und Unterstützungsangebote, wie etwa Haushaltshilfen, um den Alltag zu erleichtern. Es gibt zwei Hauptformen von Senioren-WGs: Die einen werden privat von den Bewohnern selbst organisiert, die anderen sind von Trägern eingerichtet und bieten oft zusätzliche Betreuungsleistungen. Letztere sind speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten und bieten eine unterstützende Umgebung, die sowohl das Gemeinschaftsleben als auch individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. In beiden Fällen bieten Senioren-WGs eine Wohnalternative, die Gemeinschaft und Selbstständigkeit miteinander verbindet.

Unter den verschiedenen Formen von Senioren-Wohngemeinschaften gibt es die traditionellen Senioren-WGs, in denen sich mehrere ältere Personen gemeinschaftlich eine Wohnung oder ein Haus teilen. Eine andere Variante sind die Senioren-Hausgemeinschaften, bei denen jeder Senior eine eigene Wohnung innerhalb eines Mehrfamilienhauses bewohnt. Zudem gibt es die Möglichkeit der ambulant betreuten Wohngemeinschaften, auch bekannt als Pflege-WGs. In diesen wird zusätzlich zu den gemeinschaftlichen Wohnformen eine professionelle Pflege und Betreuung angeboten. Jede dieser Wohnformen bietet den Senioren unterschiedliche Grade an Gemeinschaft, Selbstständigkeit und Unterstützung, abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche.

Für den Einzug in eine Senioren-WG gibt es keine festen Voraussetzungen wie ein bestimmtes Alter oder einen vorgegebenen Pflegegrad. Wichtig ist jedoch, dass man Freude am Leben in einer Gemeinschaft hat und zu Kompromissen bereit ist. Das Zusammenleben in einer Senioren-WG erfordert Offenheit für die Bedürfnisse und Gewohnheiten anderer und die Bereitschaft, gemeinsame Lösungen zu finden. Diese Wohnform eignet sich besonders für Personen, die das soziale Miteinander schätzen und aktiv am Gemeinschaftsleben teilhaben möchten.

Für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, existieren spezialisierte Senioren-Wohngemeinschaften, die so gestaltet sind, dass sie den spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen dieser Erkrankung gerecht werden. In diesen Demenz-WGs wird besonderer Wert darauf gelegt, ein unterstützendes und sicheres Umfeld zu schaffen, das auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner mit Demenz abgestimmt ist. Solche Wohngemeinschaften bieten eine alternative Wohnform zu traditionellen Pflegeeinrichtungen, indem sie ein mehr familiäres und gemeinschaftliches Zusammenleben ermöglichen.

In der Regel entsprechen die Mietkosten einer Senioren-WG dem durchschnittlichen Mietspiegel der jeweiligen Region. Eine Ausnahme kann jedoch bei Wohnungen bestehen, die speziell barrierefrei umgebaut wurden. In solchen Fällen können die Mietpreise leicht über dem regionalen Durchschnitt liegen. Dieser Aufschlag reflektiert die zusätzlichen Annehmlichkeiten und Anpassungen, die für ein komfortables und sicheres Wohnen im Alter erforderlich sind, wie breitere Türen, schwellenlose Zugänge oder speziell ausgestattete Badezimmer. Diese Investitionen in Barrierefreiheit tragen wesentlich zu einer höheren Lebensqualität in der Senioren-WG bei.

In einer Senioren-WG besteht die Möglichkeit, einen finanziellen Zuschuss, den sogenannten Wohngruppenzuschlag, zu erhalten. Dieser Anspruch entsteht, wenn mindestens zwei Mitbewohner der Wohngemeinschaft einen anerkannten Pflegegrad haben. Der Wohngruppenzuschlag bietet eine zusätzliche monatliche Unterstützung von 214 Euro. Dieser Zuschlag dient dazu, das gemeinschaftliche Wohnen in einer Senioren-WG für Personen mit Pflegebedarf finanziell zu erleichtern und die Lebensqualität innerhalb der Gemeinschaft zu fördern.

Ob Haustiere in einer Senioren-WG erlaubt sind, kann variieren und ist abhängig von mehreren Faktoren. Dies schließt ein, ob die WG privat geführt oder von einem Träger organisiert wird. Zudem spielen die individuellen Bedürfnisse und gesundheitlichen Aspekte der Mitbewohner, wie zum Beispiel Allergien, eine Rolle. In einigen Senioren-Wohngemeinschaften ist die Haltung von Haustieren durchaus möglich und wird als Bereicherung des Gemeinschaftslebens angesehen. Es empfiehlt sich, diese Frage im Vorfeld zu klären, um sicherzustellen, dass Haustiere willkommen sind und sich harmonisch in das Leben der WG integrieren können.

In Senioren-Wohngemeinschaften geht es nicht nur darum, Kosten und Ressourcen effizient zu nutzen, sondern auch darum, der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken. Das Zusammenleben in einer Gemeinschaft bietet nicht nur finanzielle Vorteile, sondern fördert auch das soziale Miteinander und die gegenseitige Unterstützung. Diese Aspekte tragen maßgeblich dazu bei, dass Senioren oft länger aktiv und geistig sowie sozial engagiert bleiben. In einer Senioren-WG wird das Gefühl der Zugehörigkeit gestärkt und der Austausch mit anderen fördert ein erfülltes und dynamisches Leben im Alter.

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