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Mehrgenerationenhaus mit gesamter Familie

Früher war es gang und gäbe, dass mehrere Generationen einer Familie gemeinsam in einem Haushalt lebten, doch in der heutigen Zeit ist dies weniger verbreitet. Die traditionelle Großfamilie, in der Kinder, Eltern, Großeltern und Urgroßeltern miteinander füreinander sorgen wird zunehmend seltener. Trotzdem bietet das generationsübergreifende Wohnen, besonders in einem Mehrgenerationenhaus, viele Vorteile, und viele Menschen können sich ein solches Zusammenleben auch heutzutage vorstellen.

Cura Optima bietet einen Einblick in das Konzept des Mehrgenerationenwohnens. Wir erklären, wie ein solches Zusammenleben gestaltet werden kann, beleuchten die Vor- und Nachteile dieser Wohnform und geben einen Überblick über die damit verbundenen Kosten. Mehrgenerationenhäuser und das Leben miteinander ermöglichen den Austausch und die Unterstützung zwischen den Generationen und fördert ein Gemeinschaftsgefühl, das in der modernen Gesellschaft oft verloren gegangen ist.

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Mehrgenerationenhäuser und deren Wohnkonzept basieren auf der Idee des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Generationen. Der Kern dieses Konzepts ist die Schaffung einer unterstützenden Gemeinschaft, in der die Mitglieder voneinander profitieren und gemeinsam lernen. In einem Mehrgenerationenhaus können nicht nur Familienmitglieder unterschiedlicher Altersstufen zusammenleben, sondern auch Freunde, Bekannte oder andere Menschen, die sich für ein generationenübergreifendes Miteinander entscheiden. Diese Wohnform bietet eine einzigartige Gelegenheit, Erfahrungen miteinander auszutauschen, gegenseitige Hilfe zu leisten und von den unterschiedlichen Perspektiven und Lebenserfahrungen aller Beteiligten zu profitieren.

Mehrgenerationenhaus - wie sieht das Leben dort aus?

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich durch die Veränderungen in Familienstrukturen und den zunehmenden Wunsch nach Individualität die Haushaltsgrößen in Deutschland verkleinert. Es ist üblich geworden, dass Menschen alleine oder zu zweit leben. Trotzdem besteht bei vielen der Wunsch nach einem Wohnen miteinander, und mehr als 30% der Menschen in Deutschland kann sich ein Leben in einem Mehrgenerationenhaus gut vorstellen.¹

Typische Mehrgenerationenhäuser setzen sich aus mehreren individuellen Wohnungen und Gemeinschaftsräumen zusammen. Die Wohnungen variieren in ihrer Größe und sind sowohl für Familien, Paare als auch Einzelpersonen geeignet. Gemeinschaftsräume wie Wohn- und Esszimmer, Spielzimmer, manchmal auch eine Küche oder ein Garten, bieten Raum für Aktivitäten miteinander und Pflege füreinander.

Das Leben in einem Mehrgenerationenhaus ermöglicht regelmäßige soziale Interaktionen und ein eingebettet sein in eine Gemeinschaft. Bewohner unterstützen sich gegenseitig im Alltag, teilen Aufgaben wie Kinderbetreuung oder die Pflege älterer Mitbewohner und tragen so zu einem erfüllten Gemeinschaftsleben bei. Durch diese Art des Zusammenlebens können Herausforderungen wie Isolation und Einsamkeit im Alter effektiv entgegengewirkt werden.

Wenn ein Mitbewohner plötzlich pflegebedürftig wird

Bevor Sie den Schritt wagen, in ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen, ist es wichtig, gemeinsam zu klären, wie mit eventueller Pflegebedürftigkeit von Ihnen oder einem Familienmitglied umgegangen wird. Überlegen Sie, ob das Konzept des Mehrgenerationenwohnens auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit in der bestehenden Wohnsituation fortgeführt werden kann. Fragen wie die Möglichkeit eines barrierefreien Umbaus der Wohnung oder des Hauses sollten bedacht werden. Zudem ist es wesentlich zu besprechen, ob sich jüngere Mitbewohner vorstellen können, im Bedarfsfall Pflegeaufgaben zu übernehmen. Ein entscheidender Vorteil des Mehrgenerationenwohnens liegt darin, dass die Pflegeaufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können und Hilfe schnell verfügbar ist. Trotzdem ist es essentiell, diese Punkte ausführlich vor dem Einzug zu besprechen, um eine solide Grundlage füreinander für das gemeinsame Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus zu schaffen.

Was sind die Voraussetzungen, um in Mehrgenerationenhäusern leben zu können?

Im Mehrgenerationenhaus leben Sie in einer Gemeinschaft mit Menschen verschiedener Altersgruppen, was sich von der Struktur einer Senioren-WG oder eines Pflegeheims unterscheidet. Um sicherzustellen, dass Ihr Leben miteinander in einem Mehrgenerationenhaus so reibungslos und angenehm wie möglich verläuft, sollten Sie folgende Aspekte sorgfältig bedenken:

1. Bewohnerauswahl: Überlegen Sie genau, wer Teil Ihrer Mehrgenerationengemeinschaft sein soll. Sind es Familienmitglieder, Freunde oder andere Interessierte, mit denen Sie gerne unter einem Dach wohnen wollen?

2. Größe des Wohnobjekts: Bestimmen Sie, wie groß das Haus oder die Wohnanlage sein muss, um allen Bewohnern auch betreuungs-technisch gerecht zu werden.

3. Standort: Wo soll das Mehrgenerationenhaus liegen? Möglicherweise erfordert dies einen Umzug in eine andere Stadt oder Region.

4. Immobilienbesitz: Besitzen Sie bereits ein geeignetes Objekt oder planen Sie, eines zu kaufen oder zu mieten?

5. Finanzielle Aspekte: Klären Sie, welche finanziellen Verpflichtungen auf die Bewohner zukommen werden, einschließlich der Aufteilung der Kosten.

6. Regelwerk: Entwickeln Sie klare Hausregeln, um Pflichten und Verantwortlichkeiten im Miteinander zu definieren.

Diese Überlegungen sind entscheidend für ein erfolgreiches und harmonisches Zusammenleben in einem Mehrgenerationenhaus und tragen dazu bei, dass alle Generationen von dieser Wohnform profitieren.

Mehrgenerationenhäuser - Aufteilung der Kosten und Aufgaben unter den Generationen

Vor dem Einzug in ein Mehrgenerationenhaus ist es wichtig, mit allen Beteiligten die Handhabung von Aufgaben und Kosten des Alltags zu besprechen und eine faire Aufteilung zu finden. Zu diesen Aspekten gehören die Haushaltsführung, die Übernahme von Reparaturkosten und die Regelung des Besitzes. Eine klare Kommunikation und Vereinbarungen in verschiedenen Themen in diesen Bereichen sind entscheidend, um potenzielle Konflikte zu vermeiden. Folgende Punkte sollten dabei unbedingt geklärt werden:

1. Kostenaufteilung: Wie werden Reparaturen, Nebenkosten und andere Ausgaben unter den Bewohnern aufgeteilt?

2. Regelung bei Auszug: Was passiert, wenn ein Bewohner das Mehrgenerationenhaus verlässt?

3. Aufgabenverteilung: Wie wird die Verantwortung für alltägliche Aufgaben wie Treppenhausreinigung, Gartenpflege oder Winterdienst verteilt?

4. Nutzung von Fahrzeugen: Falls Autos gemeinschaftlich genutzt werden, wer übernimmt die Kosten für Versicherung, Wartung und Reparaturen?

5. Gemeinschaftliche Nutzung von Räumen: Wie werden Gemeinschaftsräume und -flächen genutzt und verwaltet?

6. Privatsphäre und Raumaufteilung: Wie wird die Privatsphäre der einzelnen Parteien respektiert und durch Raumaufteilung und Verhaltensregeln gewährleistet?

Die Beantwortung dieser Fragen trägt dazu bei, ein harmonisches Miteinander und Füreinander in einem Mehrgenerationenhaus zu fördern und sicherzustellen, dass alle Bewohner sich in dieser Wohnform wohlfühlen und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Mehrgenerationenhäuser - Vor- & Nachteile

Wie bei jeder Wohnform gibt es auch bei einem Mehrgenerationenhaus sowohl Vorzüge als auch Herausforderungen. Es ist ratsam, sich eingehend mit den verschiedenen Aspekten dieser Wohnform auseinanderzusetzen. Überlegen Sie, welche Vor- und Nachteile ein Mehrgenerationenhaus für Ihre persönliche Lebenssituation mit sich bringt und welche Punkte speziell für Sie wichtig sind. Diese sollten vor einem möglichen Einzug ausführlich diskutiert werden, um sicherzustellen, dass ein Mehrgenerationenhaus die richtige Wahl für Sie ist. Eine sorgfältige Abwägung dieser Faktoren hilft Ihnen, eine informierte Entscheidung zu treffen und sich optimal auf das Leben in einem Mehrgenerationenhaus vorzubereiten.

Vorteile

  • Mehrgenerationenhäuser ermöglichen ein lebendiges soziales Miteinander, wobei jede Partei ihre Unabhängigkeit und Privatsphäre gleichzeitig wahren kann.

  • In einem Mehrgenerationenhaus haben ältere Menschen die Möglichkeit, länger in ihrer gewohnten Umgebung zu leben und profitieren von einem Gefühl der Sicherheit.

  • Bei steigendem Unterstützungs- oder Pflegebedarf besteht in einem Mehrgenerationenhaus die Möglichkeit, dass jüngere Bewohner die Pflege für die älteren Mitglieder gemeinschaftlich übernehmen und koordinieren.

  • In einem Mehrgenerationenhaus bieten sich Möglichkeiten für gegenseitige Unterstützung miteinander und füreinander, wie bei beispielsweise der Betreuung von Kindern

  • In einem Mehrgenerationenhaus lassen sich anfallende Kosten für Wasser, Strom und Lebensmittel unter den Bewohnern aufteilen, was zu einer Reduzierung der Gesamtausgaben führt.

  • Das Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus ist in der Regel preiswerter als der Aufenthalt in einem Seniorenheim.

  • Die Anwesenheit jüngerer Menschen unter dem gleichen Dach sorgt für ein erhöhtes Maß an Sicherheit.

  • Bei Vorliegen eines anerkannten Pflegegrads können Sie finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen wie den barrierefreien Umbau des Badezimmers erhalten.

Nachteile

  • In Mehrgenerationenhäusern kann das enge Zusammenleben aufgrund von verschiedenen Bedürfnissen und Ansichten auch zu Konflikten untereinander führen.

  • Die sogenannte „Sandwich-Generation“ in einem Mehrgenerationenhaus steht oft vor der Herausforderung, sich sowohl um ältere Familienmitglieder als auch um Kinder zu kümmern, wobei die eigenen Bedürfnisse häufig zu kurz kommen.

  • In einem Mehrgenerationenhaus kann es an ausreichenden Privatsphären und Rückzugsorten mangeln.

  • Die Nutzung professioneller ambulanter Pflegedienste wird in einem Mehrgenerationenhaus oft unnötig verzögert.

Sicherheit für alle Beteiligten: Das Notrufsystem

Die Installation eines Hausnotrufsystems kann in einem Mehrgenerationenhaus eine wesentliche Rolle für die Sicherheit aller Bewohner spielen. Besonders für Menschen der älteren Generationen oder Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist es eine wichtige Ressource, um im Notfall schnell Unterstützung zu erhalten. Wenn beispielsweise ein Sturz oder ein gesundheitlicher Zwischenfall auftritt und keine anderen Bewohner in der Nähe sind, ermöglicht ein solches System einen unkomplizierten Hilferuf. Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Beweglichkeit gewinnen durch ein Hausnotrufgerät an Unabhängigkeit und Sicherheit im Alltag. Zudem bietet die Option, ein Notrufarmband oder eine Halskette zu tragen, zusätzliche Sicherheit außerhalb des Hauses. Dieses Sicherheitsnetz bietet den Bewohnern und ihren Familien ein Gefühl der Beruhigung und trägt maßgeblich zur Steigerung der Lebensqualität in einem Mehrgenerationenhaus bei.

Mit welchen Kosten kann man beim Wohnen in Mehrgenerationenhäusern rechnen?

Die finanziellen Überlegungen für Mehrgenerationenhäuser können abhängig von Lage, Größe und Zustand des Hauses stark variieren. Betrachten Sie, welche der folgenden drei Möglichkeiten am besten zu Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten passt:

1. Eigenes Mehrgenerationenhaus kaufen oder bauen: Ein Neubau bietet Ihnen die Freiheit, die Raumaufteilung nach Ihren Wünschen zu planen und das Haus individuell zu gestalten. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie sollten Sie zusätzliche Kosten für notwendige Renovierungen und Umbauten einplanen.

2. Umbau einer bestehenden Immobilie: Falls Sie bereits eine geeignete Immobilie besitzen, können Sie diese in ein Mehrgenerationenhaus umwandeln. Dazu gehören in der Regel Umbauarbeiten, um separate Wohnbereiche und Gemeinschaftsräume zu schaffen.

3. Mieten einer Wohneinheit in einem Mehrgenerationenhaus: Wenn Sie keine eigene Immobilie besitzen, ist das Mieten einer Wohneinheit in einem bestehenden Mehrgenerationenhaus eine Option. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie Teil einer etablierten Gemeinschaft werden. Es ist jedoch wichtig, dass Sie die anderen Bewohner vorab kennenlernen und sich über die Regeln und das Zusammenleben miteinander im Klaren sind.

Jede dieser Optionen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die im Hinblick auf Ihre persönlichen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten abgewogen werden sollten, um das passende Mehrgenerationenwohnprojekt zu realisieren.

Achten Sie auf eine barrierefreie Lebensumgebung

Die Planung eines barrierefreien Haus für mehrere Generationen ist ein wichtiger Aspekt, der zur Sicherheit und zum Wohlbefinden aller Bewohner beiträgt. Diese Art der Gestaltung verringert das Risiko von Stürzen und Verletzungen signifikant. Unabhängig davon, ob Sie ein Mehrgenerationenhaus kaufen, neu bauen, umbauen oder mieten, sollte die Barrierefreiheit stets eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn zu Beginn alle Bewohner gesund und mobil sind, ist es sinnvoll, barrierefreie Aspekte von Anfang an einzuplanen. So lassen sich in der Zukunft möglicherweise notwendig werdende, kostspielige Umbauten minimieren. Barrierefreie Mehrgenerationenhäuser gewährleisten somit langfristig eine hohe Lebensqualität für Menschen aller Altersgruppen und Mobilitätsniveaus.

Steuerliche Vorteile bei Mehrgenerationenhäusern

Falls Sie den Kauf einer Immobilie für Ihr Mehrgenerationenwohnprojekt in Betracht ziehen, können sich daraus auch steuerliche Vorteile ergeben. Beispielsweise, wenn Kinder eine Immobilie erwerben und ihren Eltern darin eine separate Wohnung vermieten, kann dies für die Eigentümer steuerlich günstig sein. In einem solchen Fall ist es möglich, einen Teil der Anschaffungs-, Umbau- oder Renovierungskosten der Immobilie steuerlich geltend zu machen. Dies kann die finanzielle Belastung beim Erwerb eines Mehrgenerationenhauses verringern und stellt einen zusätzlichen Anreiz dar, eine solche Wohnform zu wählen. Es ist daher ratsam, sich im Vorfeld über mögliche steuerliche Erleichterungen zu informieren und diese bei der Planung des Mehrgenerationenwohnprojekts zu berücksichtigen.

Kauf einer Immobilie innerhalb der Familie

Für Familien kann es eine lohnenswerte Entscheidung sein, gemeinsam eine Immobilie zu kaufen und in einem Mehrgenerationenhaus miteinander unter einem Dach zusammenzuleben. Auch wenn Mieteinnahmen versteuert werden müssen, gibt es für die Eigentümer die Möglichkeit, sämtliche Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Kauf und der Instandhaltung der vermieteten Wohnung stehen, als Werbungskosten abzusetzen. Dies umfasst unter anderem:

  • Kreditzinsen, die für den Kauf der Immobilie anfallen.

  • Kosten für Renovierungen und Modernisierungen, um die Wohnqualität zu erhöhen.

  • Laufende Betriebskosten wie Heizung, Wasser oder Versicherungen.

  • Die lineare Abschreibung der Immobilie, die je nach Alter des Gebäudes zwischen 2 und 2,5 Prozent der Anschaffungskosten (ohne Grundstücksanteil) pro Jahr beträgt.

Sollten diese Werbungskosten die Mieteinnahmen übersteigen, können die entstehenden Verluste bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dies kann zu einer signifikanten Steuerersparnis führen und macht den Erwerb eines Mehrgenerationenhauses finanziell noch attraktiver.

Für den Fall, dass Sie und Ihre Eltern gemeinsam unter einem Dach leben möchten, jedoch in separaten Wohnungen, ist es wichtig, ein formelles Mietverhältnis einzurichten, um steuerliche Vorteile zu erlangen. Dies erfordert einen rechtsgültigen Mietvertrag zwischen Ihnen und Ihren Eltern sowie die regelmäßige Überweisung der vereinbarten Miete. Ein solches formelles Mietverhältnis sorgt nicht nur für klare finanzielle Verhältnisse, sondern ermöglicht es Ihnen auch, bestimmte steuerliche Absetzungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Diese Regelung trägt zur Transparenz und Rechtssicherheit bei und unterstützt das harmonische Zusammenleben in einem Mehrgenerationenhaus.

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