Mehr Infos

Kurzzeitpflege -
Wenn die Pflege nur kurzfristig gebraucht wird

In der häuslichen Pflege gibt es Situationen, in denen die pflegende Person aus verschiedenen Gründen vorübergehend nicht in der Lage ist, ihre Pflichten zu erfüllen. Ebenso kann es vorkommen, dass die pflegebedürftige Person zeitweise eine besonders intensive Betreuung benötigt. Für diese Fälle stellt die Kurzzeitpflege eine wichtige Unterstützung dar. Cura Optima bietet umfassende Informationen darüber, was genau unter Kurzzeitpflege zu verstehen ist, wer darauf Anspruch hat, in welchem Umfang die Pflegekassen die Kosten übernehmen und auf welchem Weg der Zuschuss beantragt werden kann.

Es kommt vor, dass die häusliche Pflege vorübergehende Anpassungen erfordert, sei es wegen einer kurzzeitigen Verhinderung der Pflegeperson oder aufgrund eines erhöhten Pflegebedarfs der betroffenen Person. In solchen Fällen kann die Kurzzeitpflege eine wesentliche Rolle spielen. Sie ist dazu gedacht, die Lücke in der Pflege zu schließen und eine kontinuierliche Betreuung zu gewährleisten.

Die Kurzzeitpflege dient als eine flexible Lösung in der häuslichen Pflegesituation, wenn temporäre Engpässe überbrückt werden müssen oder eine intensivere Pflege zeitlich begrenzt notwendig ist. Cura Optima informiert Sie darüber, wie Sie in solchen Fällen vorgehen sollten, welche Unterstützung Sie von den Pflegekassen erwarten können und wie der Antragsprozess für die Kurzzeitpflege gestaltet ist.

Inhalte in diesem Artikel

Was ist die Kurzzeitpflege?

Es treten gelegentlich Situationen auf, in denen die Pflegebedürftigen zu Hause vorübergehend nicht angemessen versorgt werden können. Dies kann der Fall sein, wenn die pflegende Person durch Umstände wie Urlaub oder Krankheit verhindert ist, oder wenn eine zeitweise besonders intensive Pflege erforderlich wird, etwa nach plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber die Möglichkeit vorgesehen, Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung mit finanzieller Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Kurzzeitpflege bezieht sich auf die Situationen, in denen eine pflegebedürftige Person vorübergehend vollstationäre Pflege benötigt. Dies ist oft nach einem Aufenthalt im Krankenhaus der Fall oder wenn die reguläre häusliche Pflege aus verschiedenen Gründen für eine bestimmte Zeit nicht fortgeführt werden kann oder soll. In diesen Fällen übernimmt die Pflegekasse einen wesentlichen Teil der Kosten für die Kurzzeitpflege.

Wie lange dauert die Kurzzeitpflege?

Die Kurzzeitpflege ist auf eine maximale Dauer von acht Wochen pro Kalenderjahr begrenzt. Während dieser Zeit beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten für die stationäre Unterbringung der pflegebedürftigen Person. Allerdings ist der Betrag, den die Pflegekasse übernimmt, auf maximal 1.774 Euro pro Jahr limitiert. Oftmals wird dieser Höchstbetrag ausgeschöpft, bevor die Grenze von acht Wochen erreicht ist. Jedoch besteht die Möglichkeit, die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege zu kombinieren. Dies ermöglicht auch die Finanzierung von längeren Aufenthalte in einer Pflegeeinrichtung und hilft dabei, den Eigenanteil der Kosten zu begrenzen.

Anspruch auf Kurzzeitpflege - für wen gilt er?

Alle pflegebedürftigen Personen, die mindestens den Pflegegrad 2 haben und deren Pflege zuhause zeitweise nicht gewährleistet werden kann, haben einen Anspruch auf bezuschusste Kurzzeitpflege.

Es gibt verschiedene Gründe, die die Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege ermöglichen:

  • Wenn der Pflegende Urlaub nimmt oder eine Phase der Entlastung von der Pflege benötigt,
  • Bei einem zeitweise erhöhten Pflegebedarf, der zu Hause nicht erbracht werden kann,
  • Wenn ein dauerhaft erhöhter Pflegebedarf besteht, der noch nicht zu Hause geleistet werden kann,
  • Während der andauernden Suche nach einer langfristigen stationären Unterbringung,
  • Im Falle von Krankheit, Urlaub oder einer sonstigen Verhinderung der Pflegeperson,
  • Wenn die Pflegeperson ausfällt,
  • Bei einer erheblichen Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit,
  • In der Übergangszeit nach einer stationären Behandlung,
  • Wenn in der häuslichen Umgebung noch Umbaumaßnahmen oder andere Vorbereitungen nötig sind,
  • Falls berufstätige Angehörige die Pflege nicht sofort übernehmen können,
  • Wenn eine gleichzeitige Unterbringung des Pflegebedürftigen in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung erforderlich ist, weil die Pflegeperson dort eine medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme durchführt (beispielsweise in Alzheimer-Therapiezentren für gemeinsame Kuren mit an Demenz erkrankten Partnern).

Welche Kurzzeitpflegeeinrichtungen sind zulässig?

Die Zuschüsse der Pflegekasse für Kurzzeitpflege sind normalerweise an die Bedingung geknüpft, dass die Pflege in einer offiziell zugelassenen Einrichtung stattfindet.¹ Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel:

  1. In besonderen Fällen kann jungen Pflegebedürftigen oder Pflegebedürftigen mit einer Behinderung die Unterbringung in einer nicht standardmäßig zugelassenen Einrichtung gestattet werden, vor allem dann, wenn die üblichen Unterbringungsmöglichkeiten als unzumutbar angesehen werden.
  2.  Wenn eine pflegende Person sich einer stationären Vorsorge- oder Rehabilitationsbehandlung unterzieht, kann sie unter bestimmten Umständen den Pflegebedürftigen „mitnehmen“. Dies ermöglicht es, den Pflegebedürftigen entweder in der gleichen Einrichtung oder in einer nahen Einrichtung unterzubringen, was eine kontinuierliche Versorgung und Unterstützung während der Rehabilitationsphase der Pflegeperson gewährleistet.

Wie sehen die Kosten der Kurzzeitpflege aus?

Um die Fragen nach den Kosten einer Kurzzeitpflege und dem Anteil, den die Pflegekasse trägt sowie den Eigenanteil zu klären, ist es wichtig, die einzelnen Kostenbestandteile der stationären Kurzzeitpflege detailliert zu betrachten. Die Gesamtkosten für eine stationäre Kurzzeitpflege setzen sich aus drei Hauptkomponenten zusammen, die typischerweise bei der Unterbringung in einem Pflegeheim anfallen:

  1. Kosten für die Pflegeleistungen,
  2. Kosten für Unterbringung und Verpflegung,
  3. Investitionskosten, die beispielsweise für Instandhaltung und ähnliches anfallen.
  4. Innerhalb der Kurzzeitpflege übernimmt die Pflegekasse einen Zuschuss zu den Pflegekosten, die den größten Posten darstellen, bis zu einem Maximalbetrag von 1.774 Euro. Dieser Betrag wird unabhängig vom Pflegegrad ausgezahlt, allerdings beginnt dieser Anspruch erst ab Pflegegrad 2. Zusätzlich ist es möglich, das Budget, das aus der Verhinderungspflege nicht genutzt wurde, zu verwenden, um diesen Betrag zu erhöhen. Dadurch kann der maximale Zuschuss, den die Pflegekasse bereitstellt, auf bis zu 3.386 Euro pro Jahr ansteigen.

Die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung sowie die Investitionskosten müssen in der Regel selbst getragen werden, also als Eigenanteil. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag und andere finanzielle Mittel zu nutzen, um diesen Eigenanteil zu decken.

Ein wichtiger Aspekt ist, dass der Zuschuss der Pflegekasse für Kurzzeitpflege von Pflegegrad 2 bis 5 nicht ansteigt. In vielen Pflegeheimen jedoch erhöhen sich die Pflegekosten mit dem Pflegegrad. Das führt dazu, dass der Zuschuss bei höheren Pflegegraden schneller aufgebraucht wird, was einen Nachteil darstellt.

Zur Erhöhung des Leistungsbetrags: Am 1. Januar 2022 wurde der Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege um 10 Prozent angehoben. Diese Anpassung basiert auf dem Gesundheits­versorgungs-Weiterentwicklungs-Gesetz (GVWG), das am 11. Juni 2021 beschlossen wurde.²

Dadurch ist der Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2 seit dem 1. Januar 2022 von 1.612 Euro auf 1.774 Euro pro Kalenderjahr gestiegen. Dieser Betrag kann weiterhin mit dem nicht genutzten Budget der Verhinderungspflege gemäß § 42 Absatz 2 SGB XI kombiniert werden, wodurch sich der zusammengefasste Betrag auf 3.386 Euro erhöht.

Wie finanziere ich am Besten den Eigenanteil der Kurzzeitpflege?

Die Entlastung durch Kurzzeitpflege ist nicht nur wichtig, sondern oftmals auch notwendig. Aus diesem Grund sollte der Prozess der Finanzierung Ihnen möglichst wenig Sorgen bereiten. Cura Optima veranschaulicht die wichtigsten finanziellen Unterstützungen und Fördermöglichkeiten, die Sie in solchen Fällen nutzen können.

Die Kosten für die Kurzzeitpflege setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen: den Pflegekosten, Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten.

Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können, um die finanzielle Last der Kurzzeitpflege zu minimieren:

  1. Verwenden Sie das jährliche Budget von 1.774 Euro (für Pflegegrade 2 bis 5), das speziell für die Pflegekosten vorgesehen ist. Dieses Budget dient dazu, einen Teil der anfallenden Pflegekosten abzudecken.

 

  1. Erhöhen Sie diesen Betrag um bis zu 1.612 Euro, indem Sie ungenutzte Mittel aus dem Budget für die Verhinderungspflege hinzufügen. Diese zusätzlichen Mittel können Ihnen helfen, die Pflegekosten weiter zu senken.

 

  1. Nutzen Sie den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro speziell für die Kosten von Unterkunft und Verpflegung. Dieses Geld steht Ihnen unabhängig von der Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege zur Verfügung und kann für diese Posten eingesetzt werden, um den Eigenanteil zu reduzieren.

 

  1. Verwenden Sie das während der Kurzzeitpflege halbierte Pflegegeld. Auch wenn Sie oder Ihre Angehörigen in dieser Zeit in einer Pflegeeinrichtung untergebracht sind, wird das Pflegegeld für bis zu acht Wochen zu 50 Prozent weiterbezahlt. Dieses Geld kann zur Finanzierung der Kurzzeitpflege beitragen.

 

  1. Prüfen Sie die Möglichkeit, Ihren Eigenanteil später von der Steuer abzusetzen. Viele Kosten, die im Rahmen der Kurzzeitpflege entstehen, können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie Ihre zumutbare Belastungsgrenze überschreiten.

 

  1. Suchen Sie Unterstützung beim Sozialamt, falls Sie nicht in der Lage sind, den Eigenanteil selbst zu tragen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Sozialamt die Kosten übernehmen, die als „Hilfe zur Pflege“ bezeichnet werden.

 

Durch diese Schritte können Sie sicherstellen, dass die finanzielle Belastung der Kurzzeitpflege so gering wie möglich bleibt und dass Sie die notwendige Pflege erhalten, ohne unnötig finanzielle Sorgen tragen zu müssen.

Was sind die Voraussetzungen für die Verhinderungspflege?

Bei der Verhinderungspflege sind stets drei Parteien beteiligt: die pflegebedürftige Person, die eingetragene Pflegeperson und die Ersatzpflegeperson. Jede dieser Parteien muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit die Verhinderungspflege beantragt werden kann.

Zunächst einmal muss die pflegebedürftige Person mindestens den Pflegegrad 2 haben, um die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen zu können. Bei einem Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Verhinderungspflege nicht. Darüber hinaus muss die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate lang in häuslicher Umgebung gepflegt worden sein. Dabei ist es nicht erforderlich, dass diese Pflege ununterbrochen erfolgt ist; kurze Pausen von bis zu vier Wochen sind zulässig.

Die Hauptpflegeperson muss aktuell als Pflegeperson bei der Pflegekasse eingetragen sein. Es ist jedoch nicht notwendig, dass diese Person die pflegebedürftige Person die gesamten sechs Monate über betreut hat. Es dürfen durchaus Wechsel in der Zuständigkeit der Pflegeperson innerhalb dieses Zeitraums stattfinden.

Durch diese Regelungen wird sichergestellt, dass sowohl die pflegebedürftige Person als auch die Hauptpflegeperson die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Die Verhinderungspflege bietet somit eine flexible und zuverlässige Lösung, um die kontinuierliche Versorgung und Betreuung der pflegebedürftigen Person sicherzustellen, während die Hauptpflegeperson entlastet wird.

Wie kombiniere ich die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege?

Die Zuschüsse der Pflegekasse für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege lassen sich kombinieren, was eine flexible Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel ermöglicht. Falls Sie das jährliche Budget für die Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro nicht vollständig genutzt haben, können die restlichen Mittel für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Auf diese Weise können für die Kurzzeitpflege bis zu 3.386 Euro bereitstehen, vorausgesetzt, Sie haben den Zuschuss für die Verhinderungspflege überhaupt nicht beansprucht.

 

Umgekehrt ist es ebenfalls möglich, nicht verbrauchte Mittel aus der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege zu verwenden. In diesem Fall können jedoch maximal 806 Euro aus dem Budget der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege angerechnet werden. Dadurch erhöht sich das maximal verfügbare Budget für die Verhinderungspflege auf bis zu 2.418 Euro.

 

Kombinierte Leistungen für Pflegegrade 2 bis 5:

 

  1. Kurzzeitpflege aufstocken: Nutzen Sie 1.774 Euro pro Jahr zuzüglich 100 Prozent des nicht verwendeten Budgets der Verhinderungspflege. Dadurch kann der Betrag auf insgesamt bis zu 3.386 Euro pro Jahr ansteigen.
  1. Verhinderungspflege aufstocken: Hier stehen 1.612 Euro pro Jahr zur Verfügung, plus maximal 806 Euro aus dem nicht genutzten Budget der Kurzzeitpflege, was zu einem Gesamtbetrag von bis zu 2.418 Euro führt.

Es ist zu beachten, dass diese Zuschüsse ausschließlich auf den Teil der Pflegekosten innerhalb der Gesamtkosten der Kurzzeitpflege angewendet werden.

 

Was sind die Unterschiede zwischen Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege?

 

Neben der Kurzzeitpflege, die Pflegebedürftige bis zu 56 Tage im Jahr in Anspruch nehmen können, steht den Pflegebedürftigen zusätzlich die Verhinderungspflege zur Verfügung. Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden Pflegeformen:

 

Ort der Pflege: Während die Verhinderungspflege zu Hause geleistet wird, findet die Kurzzeitpflege stets stationär statt.

Voraussetzung für die Pflege: Für die Inanspruchnahme der Verhinderungspflege ist erforderlich, dass die häusliche Pflege bereits seit mindestens sechs Monaten andauert.

Dauer und Zuschuss: Verhinderungspflege wird bis zu sechs Wochen lang mit bis zu 1.612 Euro unterstützt, während die Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen lang mit 1.774 Euro gefördert wird.

Abhängigkeit der Zuschusshöhe: Die Höhe des Zuschusses variiert unter anderem je nachdem, wer die Vertretung in der häuslichen Pflege übernimmt.

Budgetübertragung: Bei der Kurzzeitpflege kann das gesamte ungenutzte Budget der Verhinderungspflege genutzt werden, umgekehrt ist eine Übertragung von nur 806 Euro möglich.

Wie beantrage ich die Kurzzeitpflege?

Den Antrag auf Kurzzeitpflege können entweder der pflegebedürftige Mensch selbst oder sein gesetzlicher Vertreter einreichen. Die notwendigen Antragsformulare für die Beantragung der Kurzzeitpflege sind bei Ihrer Pflegekasse erhältlich.

Der Antrag auf Kurzzeitpflege sollte folgende Informationen enthalten:

  • Persönliche Details des Pflegebedürftigen,
  • Den spezifischen Grund, warum die Kurzzeitpflege benötigt wird,
  • Den geplanten Zeitraum für die Kurzzeitpflege,
  • Die bevorzugte Einrichtung für die Pflege,
  • Details zur Finanzierung, einschließlich der Nutzung des Budgets aus der Verhinderungspflege.

 

Wenn Sie Unterstützung beim Ausfüllen des Antrags benötigen, können Sie diese bei verschiedenen Stellen erhalten. Pflege- und Krankenkassen, Sozial- und Pflegedienste oder die Sozialdienste in Krankenhäusern bieten oft Hilfe an. Die Anträge sind in der Regel einfach zu verstehen und auszufüllen. Jedoch kann die Planung und Sicherstellung der Finanzierung der Kurzzeitpflege oft komplexer sein. In solchen Fällen steht Ihnen in der Regel auch Ihre Pflegekasse mit Beratung und Unterstützung zur Seite, um alle finanziellen Aspekte klar und übersichtlich zu klären.

Wie sieht die Kurzzeitpflege für Demenzerkrankte aus?

Wenn Sie jemanden mit Demenz zu Hause pflegen, ist die psychische und physische Belastung für Sie besonders hoch. Es ist daher essenziell, dass Sie sich regelmäßig Erholungsphasen gönnen. Eine Möglichkeit, sich diese notwendige Auszeit zu verschaffen, bietet die Kurzzeitpflege für an Demenz erkrankte Personen.

Es ist von großer Bedeutung, eine Pflegeeinrichtung zu wählen, die auf die Betreuung von Demenzpatienten spezialisiert ist. Nicht alle stationären Pflegeeinrichtungen sind in der Lage, die benötigte spezielle Betreuung zu bieten. Deshalb ist es ratsam, sich frühzeitig auf die Suche nach einer geeigneten Einrichtung zu machen. Planen Sie idealerweise schon weit im Voraus einen Aufenthalt für die betroffene Person, denn Pflegeplätze sind nicht immer kurzfristig verfügbar.

Um zusätzlichen Stress zu vermeiden, sollten Sie die Kurzzeitpflege so früh wie möglich bei Ihrer Pflegekasse beantragen. Dies sorgt für Planungssicherheit und verhindert, dass Sie in einer akuten Situation plötzlich feststellen, dass Sie dringend eine Pause brauchen.

Die Suche nach einer passenden Einrichtung, die auf Demenz spezialisiert ist, ist entscheidend, da nicht jede Pflegeeinrichtung die notwendige Betreuung leisten kann. Nehmen Sie sich die Zeit, um eine Einrichtung zu finden, die den Bedürfnissen Ihres Angehörigen gerecht wird, und planen Sie den Aufenthalt frühzeitig, um Engpässe zu vermeiden.

Kann man Kurzzeitpflege auch ohne Pflegegrad oder mit Pflegegrad 1 beanspruchen?

Auch Personen mit Pflegegrad 1 oder ohne jeglichen Pflegegrad können kurzzeitig in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Betroffene entweder eine akute Verschlimmerung seines gesundheitlichen Zustandes erleidet oder unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt einen erhöhten Pflegebedarf hat.

Nach dem Gesetz wird dies als „Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit“ bezeichnet. In diesen Fällen übernimmt nicht die Pflegekasse, sondern die Krankenkasse die Finanzierung. Die erbrachten Leistungen sind dabei die gleichen wie bei der Kurzzeitpflege für Personen mit einem Pflegegrad.⁵

Für die Antragstellung sollten Sie sich idealerweise an den Sozialdienst des jeweiligen Krankenhauses oder an Ihren behandelnden Arzt wenden. Die Mitarbeiter dort haben umfangreiche Erfahrungen mit der Beantragung von Kurzzeitpflege nach einem Krankenhausaufenthalt und können Ihnen wertvolle Unterstützung bieten.

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad – Übergangspflege im Krankenhaus:

Sie haben einen Anspruch auf Übergangspflege, wenn weder eine Kurzzeitpflege noch eine häusliche Pflege direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung möglich sind. Diese Form der Pflege kann besonders dann eine Lösung bieten, wenn die häusliche Pflege nicht durchführbar ist und gleichzeitig kein Platz in einer Pflegeeinrichtung frei ist. Die Pflege wird in solchen Fällen direkt in dem Krankenhaus fortgesetzt, in dem auch die Behandlung stattfand. Die Dauer der Übergangspflege ist auf maximal zehn Tage pro Krankenhausbehandlung begrenzt.

Auch hier leistet die Krankenkasse die gleichen Beiträge wie bei der Kurzzeitpflege mit Pflegegrad: Die Pflegekosten werden übernommen, während die weiteren Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie Investitionskosten von den Betroffenen selbst getragen werden müssen.

Es ist wichtig, sich frühzeitig zu informieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um in solchen Situationen die bestmögliche Unterstützung zu erhalten. Die rechtzeitige Antragstellung und die Wahl der richtigen Einrichtung oder Pflegeoption können maßgeblich dazu beitragen, den Übergang aus dem Krankenhaus zurück ins tägliche Leben so reibungslos und unterstützend wie möglich zu gestalten.

error: