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Behandlungspflege
Leistungen, die nur fachexaminierte Pflegekräfte durchführen dürfen

In der häuslichen Pflege gibt es bestimmte Tätigkeiten, die aufgrund ihres medizinischen Charakters nur von qualifiziertem Fachpersonal ausgeführt werden dürfen. Diese Tätigkeiten, die eine besondere Ausbildung und Kenntnisse erfordern, fallen in den Bereich der sogenannten Behandlungspflege.

 

Das Team von Cura Optima informiert Sie umfassend über die erforderlichen Qualifikationen, die zeitliche Inanspruchnahme und die Möglichkeiten, wie die Kosten für die Behandlungspflege von Versicherungen oder anderen Kostenträgern übernommen werden können.

Inhalte in diesem Artikel

Behandlungspflege – was macht sie aus?

Die medizinische Behandlungspflege, die auf ärztliche Anweisung durch ein Rezept verordnet wird, beinhaltet alle medizinischen Tätigkeiten, die im häuslichen Umfeld einer pflegebedürftigen Person ausschließlich von qualifizierten Fachkräften der Gesundheits- und Altenpflege durchgeführt werden können. Zu diesen Tätigkeiten zählen zum Beispiel die Versorgung von Wunden, der Wechsel von Verbänden, die Verabreichung von Medikamenten, die Behandlung von Dekubitus sowie das Messen von Blutdruck und Blutzucker.

Diese Behandlungspflege umfasst eine Reihe von spezialisierten medizinischen Dienstleistungen, die nur von examinierten Pflegefachkräften im Zuhause der pflegebedürftigen Personen vorgenommen werden dürfen. Dazu gehören wichtige medizinische Aufgaben wie die fachgerechte Wundversorgung, der regelmäßige Wechsel von Verbänden, die präzise Gabe von Medikamenten, die sorgfältige Behandlung von Dekubitus und die akkurate Messung von Blutdruck sowie Blutzuckerwerten, basierend auf einer ärztlichen Verordnung durch ein Rezept.

Wie sieht die Behandlungspflege aus und wie lange dauert sie?

In der Regel ist die Dauer der von Ihrem Arzt verordneten Behandlungspflege zeitlich begrenzt. Die erste Verordnung, die Sie erhalten, bleibt für einen Zeitraum von 14 Tagen gültig. Die Gültigkeit jeder anschließenden Folgeverordnung hängt von der Entwicklung Ihres Gesundheitszustands nach diesen zwei Wochen ab und muss entsprechend medizinisch untermauert werden.

Wenn abzusehen ist, dass Ihre medizinische Behandlungspflege einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten umfassen wird, kann es erforderlich sein, dass Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen. Dafür ist es notwendig, Ihren Pflegegrad feststellen zu lassen, um entsprechende Leistungen zu erhalten.

Krankenhausvermeidungspflege

Manchmal wird die Behandlungspflege von einem Mediziner verordnet, um durch gezielte medizinische Betreuung zu Hause einen potenziellen oder bereits geplanten Krankenhausaufenthalt zu vermeiden oder dessen Dauer signifikant zu reduzieren. Diese Praxis wird als Krankenhausvermeidungspflege bezeichnet und kann für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen angewendet werden.

In bestimmten Fällen, bei einigen Krankheiten, benötigen die Patienten oft für einen sehr langen Zeitraum oder sogar auf unbestimmte Dauer Behandlungspflege. Dies ist besonders wichtig, um das Risiko eines Rückfalls bei einer geheilten Krankheit zu minimieren oder eine Verschlimmerung einer bereits vorhandenen Erkrankung zu verhindern.

Bei bestimmten Krankheitsbildern ist es oft notwendig, dass Patienten über einen sehr langen Zeitraum oder sogar auf unbestimmte Zeit hinweg Behandlungspflege erhalten. Dies dient dazu, ein Wiederaufflammen einer bereits geheilten Krankheit zu verhindern oder zu vermeiden, dass sich ein bestehender Krankheitszustand verschlimmert.

 

In solchen Fällen verwendet man den Begriff Sicherungspflege. Diese Art der Pflege kann durch eine ärztliche Anordnung unbefristet erteilt werden und beinhaltet alle Leistungen, die auch die zeitlich befristete Behandlungspflege umfasst.

Sicherungspflege

Behandlungspflege – wem steht sie zu?

Die medizinische Behandlungspflege setzt zwingend eine ärztliche Verordnung voraus, die im Volksmund oft einfach als „Rezept“ bezeichnet wird. Diese Form der Pflege ist besonders dann eine Option, wenn Sie beispielsweise nach einem Unfall oder einer signifikanten Verschlechterung Ihrer Gesundheit spezialisierte medizinische Unterstützung benötigen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass für die Inanspruchnahme der Behandlungspflege kein Pflegegrad erforderlich ist, was den Zugang erleichtert. Es ist somit eine zugängliche Ressource für Personen, die vorübergehend intensive medizinische Betreuung benötigen, um ihre Lebensqualität zu verbessern oder wiederherzustellen.

Die Behandlungspflege ist in der Regel zeitlich befristet, wobei die sogenannte Sicherungspflege eine Ausnahme darstellt. Sie umfasst vor allem therapeutische Maßnahmen, die nur für eine begrenzte Zeit notwendig sind. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die fachkundige medizinische Hilfe bei der Wundversorgung nach chirurgischen Eingriffen. Die Entscheidung über die Notwendigkeit und die Dauer der Behandlungspflege liegt beim behandelnden Arzt, der auf Basis seiner medizinischen Beurteilung das erforderliche Rezept ausstellt. Diese Praxis stellt sicher, dass jede Verordnung individuell auf die Bedürfnisse und gesundheitlichen Anforderungen des Patienten abgestimmt ist.

Durchführung der Behandlungspflege

Die Durchführung der Behandlungspflege darf ausschließlich von qualifizierten Fachkräften vorgenommen werden. Diese Fachkräfte erlangen ihre spezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten durch anspruchsvolle Ausbildungsprogramme in Berufsfeldern wie Altenpflege, Pflegefachkraft oder Gesundheits- und Krankenpflege. Zudem gibt es für Pflegehelfer und Pflegeassistenten, die bereits mindestens zwei Jahre in ihrem Beruf tätig sind, die Möglichkeit, sich durch eine zusätzliche Weiterbildung in der Behandlungspflege weiter zu spezialisieren. Diese Weiterbildungsprogramme sind darauf ausgerichtet, die praktischen Fähigkeiten und das theoretische Wissen zu vertiefen, sodass die Fachkräfte effektiv auf die komplexen Bedürfnisse ihrer Patienten eingehen können.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass nur speziell ausgebildete Fachkräfte die medizinische Behandlungspflege ausführen dürfen. Pflegekräfte, Betreuungskräfte und Haushaltshilfen, die in einer 24 Stunden Pflege eingesetzt werden, sind hingegen auf die Durchführung der Grundpflege beschränkt. Diese Tätigkeiten umfassen die tägliche Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen, wie Körperpflege und Ernährung, jedoch keine medizinischen Behandlungen. Diese klare Trennung der Aufgaben gewährleistet, dass alle medizinischen Eingriffe von Fachpersonal ausgeführt werden, das über die notwendigen Kenntnisse und Zertifizierungen verfügt, um eine hohe Qualität und Sicherheit in der Pflege sicherzustellen.

Behandlungspflege – ein Überblick über die Kosten

Den überwiegenden Teil der Kosten für die medizinische Behandlungspflege trägt Ihre Krankenkasse. Versicherte ab dem 18. Lebensjahr müssen jedoch für maximal 28 Kalendertage im Jahr Zuzahlungen leisten. Diese belaufen sich auf 10 Prozent der täglichen Kosten, jedoch nicht mehr als 10 Euro pro Tag.

Um Personen mit hohem Bedarf an medizinischen Leistungen finanziell zu entlasten, gibt es eine sogenannte Belastungsgrenze. Diese Grenze liegt bei einem Prozent des Bruttoeinkommens des Versicherten. Sobald dieser Betrag im Laufe eines Jahres erreicht ist, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Befreiung von weiteren Zuzahlungen stellen.

Abrechnung der Behandlungspflege

Die Verordnung Ihres Arztes für die medizinische Behandlungspflege gemäß SGB V sollten Sie an den zuständigen ambulanten Pflegedienst weiterleiten, der die erforderlichen Leistungen erbringt. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt direkt zwischen dem Pflegedienst und der gesetzlichen Krankenkasse.

Für privat Versicherte kann es je nach Vertragsbedingungen erforderlich sein, zunächst in finanzielle Vorleistung zu gehen. In den meisten Fällen übernehmen jedoch auch private Krankenkassen die Kosten der Behandlungspflege, wobei die genauen Modalitäten von Ihrem individuellen Versicherungsvertrag abhängen.

Leistungen auch ohne Pflegegrad – häusliche Krankenpflege

Häusliche Krankenpflege ist ein wesentlicher Aspekt der Unterstützung pflegebedürftiger Personen in ihrem eigenen Zuhause. Sie stützt sich auf drei Hauptpfeiler: die Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

Medizinische Behandlungspflege – Ein Überblick über die Leistungen

Die medizinische Behandlungspflege beinhaltet eine Reihe von medizinischen Tätigkeiten, die auf Anordnung eines Haus- oder Facharztes von einer examinierten Pflegekraft ausgeführt werden. Zu diesen Leistungen zählen unter anderem das Vorbereiten und Verabreichen von Medikamenten, die Messung von Blutdruck und Blutzucker sowie die Durchführung von Injektionen. Beispielsweise gehören Insulinspritzen für Diabetiker oder Thrombosespritzen nach operativen Eingriffen dazu.

Weitere wichtige Aufgaben in diesem Bereich sind die Wundversorgung, der Wechsel von Verbandsmaterialien und das Anlegen von stützenden sowie stabilisierenden Verbänden, wie Kompressionsverbände. Auch das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, die Behandlung von Dekubitus und das Absaugen der oberen Luftwege durch Mund und Nase sind wichtige Bestandteile der Behandlungspflege.

Zusätzlich umfasst die Behandlungspflege die Inhalationstherapie, die Versorgung von Stomata, die Betreuung von Ernährungssonden bei enteraler Ernährung sowie die Katheterpflege, einschließlich des Wechsels von Blasendauerkathetern und der Durchführung von Blasenspülungen.

Grundpflege – Ein Überblick über die Leistungen

Die Grundpflege umfasst alle pflegerischen Maßnahmen, die dazu dienen, der pflegebedürftigen Person bei der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse zu helfen. Dies schließt das Verabreichen von Sondennahrung und Trinknahrung ein sowie die Körperpflege, zu der Duschen, Baden und Waschen gehören.

Des Weiteren gehört das An- und Auskleiden zu den Aufgaben, sowie die Reinigung und der Wechsel von Harnröhrenkathetern und Katheterbeuteln. Die Reinigung und Versorgung von künstlichen Ausgängen, wie dem Urostoma oder dem Anus praeter, sind ebenfalls Teil der Grundpflege.

Auch das Kontinenz- beziehungsweise Toilettentraining und die Positionierung der pflegebedürftigen Person mit speziellen Hilfsmitteln fallen unter die Grundpflege. Zusätzlich werden pflegerische Maßnahmen zur Vorbeugung von Kontrakturen, Lungenentzündung, Mundsoor, Dekubitus, Thrombose und Verstopfung durchgeführt.

Hauswirtschaftliche Versorgung – Ein Überblick über die Leistungen

Die hauswirtschaftliche Versorgung ist für viele pflegebedürftige Menschen von großer Bedeutung, da sie ihren Haushalt nicht oder nur eingeschränkt selbst führen können. Dies stellt oft eine zusätzliche Belastung für pflegende Angehörige dar.

Zu den Aufgaben der hauswirtschaftlichen Versorgung gehören das Wechseln der Bettwäsche, das Einkaufen und Zubereiten von Mahlzeiten sowie das Geschirrspülen. Weiterhin zählen das Heizen, das Entsorgen von Müll und das Besorgen von Arzneimitteln zu den wesentlichen Tätigkeiten, die die Lebensqualität der Pflegebedürftigen direkt beeinflussen.

Diese umfassenden Dienstleistungen sind darauf ausgerichtet, sowohl die medizinischen als auch die alltäglichen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen in einer vertrauten Umgebung zu erfüllen, um ihre Lebensqualität zu verbessern und Unterstützung anzubieten, wo sie am meisten benötigt wird.

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