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Ambulante Pflege -
Qualitative Pflege im eigenen Zuhause

Ambulante Pflege kommt ins Spiel, wenn eine Person aufgrund ihres Alters oder einer Krankheit pflegebedürftig wird und auf die Unterstützung anderer angewiesen ist. In solchen Fällen helfen pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte von Pflegediensten den Betroffenen, weiterhin in ihrem eigenen Zuhause leben zu können. Die zahlreichen Angebote der ambulanten Pflege zielen darauf ab, dass Pflegebedürftige so gut wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und dort versorgt werden können. Um dies zu unterstützen, bietet die Pflegeversicherung verschiedenen finanziellen Beihilfen und Zuschüssen für pflegebedürftige Personen an.

Durch diese Unterstützung wird es ermöglicht, dass Menschen, die Hilfe benötigen, in der vertrauten Umgebung ihres eigenen Heims bleiben können. Die professionellen Pflegekräfte und die Angehörigen arbeiten Hand in Hand, um eine optimale Betreuung sicherzustellen. Diese Form der Pflege ist besonders darauf ausgerichtet, den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden und ihnen ein hohes Maß an Lebensqualität zu ermöglichen. So wird durch die ambulante Pflege nicht nur körperliche, sondern auch seelische Unterstützung geboten, was für das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen von großer Bedeutung ist.

Inhalte in diesem Artikel

Was ist die ambulante Pflege?

Ambulante Pflege, die oft als „häusliche Pflege“ bezeichnet wird, ermöglicht es Pflegebedürftigen, in ihrem eigenen Zuhause medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Unterstützung zu erhalten. Diese Art der Pflege und Betreuung wird entweder durch professionelle Pflegekräfte eines ambulanten Pflegedienstes oder durch pflegende Angehörige durchgeführt. Je nach Bedarf der betroffenen Person können die Pflegekräfte der ambulanten Dienste mehrmals wöchentlich oder sogar mehrmals täglich ins Haus kommen, um bei den täglichen Routinen zu helfen und sowohl die Pflegebedürftigen als auch ihre Familien zu unterstützen.

Diese häusliche Unterstützung sorgt dafür, dass Menschen, die Hilfe benötigen, in der vertrauten und beruhigenden Umgebung ihres eigenen Heims bleiben können. Die Pflegeteams passen ihre Besuche an die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen an und bieten alles von der medizinischen Versorgung über die Hilfe bei der Körperpflege bis hin zur Unterstützung im Haushalt. Diese flexible und respektvolle Herangehensweise trägt dazu bei, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen erheblich zu verbessern.

Durch die Einbeziehung der Angehörigen in den Pflegeprozess und die professionelle Unterstützung der ambulanten Pflegedienste entsteht eine umfassende Betreuung, die darauf abzielt, den Betroffenen ein Höchstmaß an Autonomie und Wohlbefinden in ihrem eigenen Zuhause zu ermöglichen. So wird die häusliche Pflege zu einer wertvollen Hilfe, die es ermöglicht, dass Pflegebedürftige sicher und würdevoll zu Hause leben können. Diese Zusammenarbeit stärkt das Netzwerk um die Pflegebedürftigen herum und sorgt dafür, dass ihre Bedürfnisse auf eine sehr persönliche und effektive Weise erfüllt werden.

Wie die ambulante Pflege durchgeführt werden kann

Mit dem Älterwerden gehen oft altersbedingte Krankheiten und sowohl körperliche als auch geistige Einschränkungen einher, die dazu führen, dass Betroffene zunehmend auf Betreuung und pflegerische Unterstützung angewiesen sind. Oft beginnt es mit einfachen alltäglichen Aufgaben, wie der Körperpflege oder dem Einkaufen von Lebensmitteln, die Senioren nicht mehr alleine bewältigen können. Trotz dieser Einschränkungen haben viele den Wunsch, weiterhin in ihrem eigenen Zuhause zu leben. In diesen Fällen übernehmen häufig Angehörige die Rolle der Pfleger und Betreuer für ihr pflegebedürftiges Familienmitglied.

Diese Entwicklung bedeutet, dass einfache Tätigkeiten, die einst mühelos waren, nun große Herausforderungen darstellen können. Das kann von der morgendlichen Routine bis hin zur Organisation des Haushalts reichen. Viele ältere Menschen möchten trotz ihrer Einschränkungen in der vertrauten Umgebung ihres eigenen Heims bleiben, weil es ihnen emotionale Sicherheit und Komfort bietet. Daher sind sie darauf angewiesen, dass Familienangehörige oder ambulante Pflegedienste sie in ihrem Alltag unterstützen.

Wenn die Angehörigen die Pflege übernehmen, passen sie oft ihre eigenen Lebensrhythmen an, um die Bedürfnisse ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds zu erfüllen. Diese Form der Unterstützung reicht von der Hilfe bei der Körperpflege bis hin zur Begleitung bei Arztbesuchen oder zum Einkaufen. Dieses Engagement ist nicht nur eine physische, sondern auch eine emotionale Stütze für die Betroffenen. Es zeigt, wie wichtig die familiäre Unterstützung ist, um den älteren Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben in ihrem eigenen Zuhause zu ermöglichen. Diese liebevolle Betreuung zu Hause hilft den Senioren, ein Gefühl von Normalität und Unabhängigkeit in ihrem täglichen Leben zu bewahren.

Absicherung als pflegender Angehöriger

Wenn Sie als Angehöriger mindestens 14 Stunden pro Woche damit verbringen, Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied zu Hause zu pflegen, oder wenn Sie wegen dieser Pflegeaufgaben Ihren normalen Beruf, der sozialversicherungspflichtig ist, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche ausüben können, sind Sie automatisch sowohl renten- als auch unfallversichert.

Das bedeutet, dass, wenn Sie sich dazu entscheiden, einem Familienmitglied, das Pflege benötigt, zu Hause mindestens 14 Stunden wöchentlich zu helfen, oder wenn Ihre Pflegetätigkeiten es erforderlich machen, dass Sie Ihre reguläre Arbeitszeit auf weniger als 30 Stunden pro Woche reduzieren, Sie durch diese Regelungen Schutz in der Renten- und Unfallversicherung genießen.

Diese Maßnahmen sind so gestaltet, dass sie Ihnen als pflegendem Angehörigen eine gewisse soziale Sicherheit bieten. Sie erkennen die wichtige und oft unsichtbare Arbeit an, die Sie leisten, indem sie sicherstellen, dass Sie nicht ohne Rentenansprüche bleiben und im Falle eines Unfalls abgesichert sind, während Sie diese wichtige familiäre Unterstützung bieten.

Es ist eine Anerkennung der entscheidenden Rolle, die pflegende Angehörige spielen. Wenn Sie sich also dafür entscheiden, Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied zu Hause zu helfen und dadurch Ihre Arbeitszeit im Hauptberuf einschränken müssen, können Sie sich darauf verlassen, dass Sie durch die automatische Einbindung in die Renten- und Unfallversicherung geschützt sind. Dies gibt Ihnen und Ihrer Familie zusätzliche Sicherheit und Unterstützung in einer Zeit, die oft herausfordernd sein kann.

Wenn Angehörige nicht ausreichend Zeit haben, um eine optimale Pflege für den Pflegebedürftigen zuhause zu gewährleisten, gibt es zusätzliche Optionen innerhalb der ambulanten Pflege, die zur Unterstützung herangezogen werden können. In solchen Fällen können Angehörige die Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen oder sich für eine umfassendere Lösung wie die 24-Stunden-Betreuung entscheiden, die beispielsweise durch sogenannte „Polnische Pflegekräfte“ angeboten wird. In vielen Haushalten, in denen Pflege benötigt wird, arbeiten pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte von Pflegediensten Hand in Hand, um die bestmögliche Versorgung und Unterstützung für den Betroffenen zu sichern.

In dieser Konstellation kommen die Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste – je nach dem individuellen Bedarf – stundenweise zum Haus des Pflegebedürftigen, um Unterstützung zu bieten und die Angehörigen spürbar zu entlasten. Diese Besuche können variieren von der Hilfe bei der Körperpflege und beim Essen bis hin zur medizinischen Betreuung oder der Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben.

In besonderen Situationen, wie etwa bei der Verhinderungspflege, wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist, übernehmen die ambulanten Pflegedienste zeitweise sogar die vollständige Versorgung des Pflegebedürftigen. Diese flexible Unterstützung ermöglicht es den Angehörigen, eine Balance zwischen der Pflegeverantwortung und ihrem eigenen Leben zu finden, ohne das Wohl des Pflegebedürftigen zu vernachlässigen.

Durch diese vielfältigen Unterstützungsangebote wird gewährleistet, dass Pflegebedürftige auch dann optimal betreut werden können, wenn die Hauptpflegepersonen aus verschiedenen Gründen nicht verfügbar sind. Die Kombination aus familiärer Pflege und professioneller Unterstützung schafft eine umfassende Betreuungsumgebung, die den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen gerecht wird und gleichzeitig die Angehörigen entlastet. So bleibt die Qualität und Kontinuität der Pflege erhalten, selbst wenn die familiären Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen.

Welche Leistungen übernimmt ein ambulanter Pflegedienst?

Zu den umfassenden Leistungen, die ausgebildete Pflegekräfte anbieten, zählen eine Vielzahl von wichtigen und unterstützenden Tätigkeiten, um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Pflegebedürftigen zu sichern:

  1. Medizinische Behandlungspflege nach SGB V: Ausgebildete Pflegekräfte übernehmen wichtige medizinische Aufgaben, wie die Gabe von Medikamenten, den Wechsel von Verbänden und das Verabreichen von Injektionen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Pflegebedürftigen zu gewährleisten und werden nach den Richtlinien des SGB V durchgeführt.
  2. Grundpflege: Hierbei helfen die Pflegekräfte den Pflegebedürftigen bei der täglichen Körperpflege, unterstützen sie bei der Ernährung und bei der Mobilität. Sie helfen auch bei der Positionierung, um Druckstellen zu vermeiden, und fördern die vorhandenen Ressourcen sowie das Training von Fähigkeiten. Diese alltägliche Unterstützung spielt eine zentrale Rolle dabei, den Pflegebedürftigen ein würdevolles und möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen.
  3. Hauswirtschaftliche Versorgung: Diese Leistung umfasst das Einkaufen, Kochen und Reinigen der Wohnung. Durch diese Tätigkeiten sorgen die Pflegekräfte dafür, dass die Pflegebedürftigen in einer sauberen und angenehmen Umgebung leben können. Es erleichtert den Alltag der Betroffenen erheblich, wenn alltägliche Aufgaben wie diese zuverlässig erledigt werden.
  4. Seniorenbetreuung: Die Betreuung umfasst nicht nur die Pflege, sondern auch die soziale Interaktion und Aktivität. Pflegekräfte organisieren Beschäftigungen, begleiten die Senioren auf Spaziergängen und zu kulturellen Veranstaltungen. Diese Aktivitäten sind essentiell, um die Lebensqualität der Älteren zu erhöhen und sie geistig sowie körperlich aktiv zu halten.
  5. Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen: Pflegekräfte bieten auch spezielle Pflegekurse für Angehörige an und beraten zur Pflegeeinstufung. Sie sind zudem bei Besuchen von Gutachtern vom Medizinischen Dienst (MD, früher: MDK) oder MEDICPROOF anwesend, um Unterstützung und fachliche Begleitung zu bieten. Diese Beratung ist von unschätzbarem Wert, da sie den Familien hilft, sich in der komplexen Welt der Pflege zurechtzufinden und die besten Entscheidungen für ihre Lieben zu treffen.
  6. Regelmäßige Beratungs- bzw. Qualitätssicherungsbesuche gemäß § 37.3 SGB XI: Diese Besuche finden bei pflegenden Angehörigen statt, die ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder allein versorgen und Pflegegeld empfangen. Diese regelmäßigen Besuche dienen der Qualitätssicherung und bieten den Angehörigen wichtige Hinweise und Unterstützung, um die Pflege zu Hause optimal zu gestalten.
  7. Verhinderungspflege: Wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist, springen professionelle Pflegekräfte ein, um die Versorgung zu übernehmen. Diese Option der Verhinderungspflege ist besonders wichtig, um zu gewährleisten, dass die Pflegebedürftigen auch in Abwesenheit ihrer Hauptpflegeperson liebevoll und fachgerecht betreut werden.

 

Diese vielfältigen Dienstleistungen sind darauf ausgelegt, eine ganzheitliche und individuelle Pflege sicherzustellen, die den Pflegebedürftigen ermöglicht, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Sie bieten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch emotionale Entlastung für die Angehörigen und stärken das Wohlbefinden aller Beteiligten.

Welche Vorteile bietet die ambulante Pflege?

Die ambulante Pflege im gewohnten Umfeld stellt die bevorzugte Pflegeform dar, die sich die meisten Senioren wünschen, da sie zahlreiche bedeutende Vorteile bietet. Hier sind die wesentlichen Vorteile dieser Pflegeform in ausführlicher und verständlicher Form dargestellt:

  1. Bleiben im vertrauten Umfeld: Der Pflegebedürftige hat den großen Vorteil, dass er in seinem eigenen, vertrauten Umfeld weiterhin wohnen bleiben kann. Dies trägt maßgeblich dazu bei, das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu erhalten, da die vertraute Umgebung Sicherheit und emotionale Stabilität bietet, was besonders bei Senioren mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen von immenser Bedeutung ist.
  2. Individuell abgestimmte Betreuung und Versorgung: Die Pflege und Betreuung werden genau auf die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt. Diese spezifische Ausrichtung der Pflegeleistungen wird in einem Pflegevertrag festgehalten, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten klar über die zu erbringenden Leistungen informiert sind. Dieser personalisierte Ansatz ermöglicht es, dass die Pflege nicht nur umfassend, sondern auch besonders effektiv gestaltet wird.
  3. Entlastung für pflegende Angehörige: Pflegende Angehörige erfahren eine deutliche Entlastung durch die Unterstützung der ambulanten Pflegedienste. Diese professionelle Hilfe reduziert den Druck und die Belastung, die auf den Familienmitgliedern lasten, und ermöglicht es ihnen, wieder mehr Zeit für persönliche Erholung und andere Verpflichtungen zu haben. So wird das Risiko von Überforderung und Burnout bei den Angehörigen verringert, während sie weiterhin eine aktive Rolle in der Pflege ihres Familienmitglieds spielen.
  4. Wissenstransfer durch geschultes Pflegepersonal: Das geschulte Pflegepersonal bringt nicht nur seine fachliche Kompetenz in die tägliche Pflegearbeit ein, sondern steht auch den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Sie geben wertvolle Pflege-Tipps und teilen ihr Wissen, um gegebenenfalls Fehler bei der Pflege zuhause zu vermeiden. Diese Schulung der Angehörigen ist von unschätzbarem Wert, da sie dazu beiträgt, die Pflegequalität zu Hause zu verbessern und die Angehörigen in die Lage versetzt, mit verschiedenen Pflegesituationen besser umzugehen.

 

Diese Vorteile der ambulanten Pflege machen deutlich, warum diese Form der Betreuung so geschätzt wird. Sie ermöglicht es den Senioren, in der Geborgenheit ihres eigenen Zuhauses zu bleiben und gleichzeitig eine Pflege zu erhalten, die sowohl professionell als auch herzlich ist. Durch die ambulante Pflege wird ein Gleichgewicht geschaffen, das den Pflegebedürftigen ein hohes Maß an Autonomie und Würde bewahrt und die Angehörigen in ihrer wichtigen Rolle unterstützt.

Die Kosten der ambulanten Pflege

Die Kosten für einen ambulanten Pflegedienst und die unterschiedlichen spezifischen Leistungen können nicht pauschal festgelegt werden, da sie von mehreren Faktoren abhängig sind. Diese Faktoren sorgen für eine gewisse Flexibilität und Variabilität in der Preisgestaltung:

  1. Variierender Leistungskatalog: Die Kosten hängen zunächst vom Leistungskatalog ab, der in jedem Bundesland anders gestaltet sein kann. Dies bedeutet, dass die Art und der Umfang der Pflegeleistungen, die von ambulanten Pflegediensten angeboten werden, von Region zu Region unterschiedlich sind, was zu Preisunterschieden führt.
  2. Vergütungssätze der Pflegekassen: Ein weiterer entscheidender Faktor sind die Vergütungssätze, die von den Pflegekassen für die verschiedenen Leistungskomplexe festgelegt werden. Diese Sätze bestimmen, wie viel Geld die Pflegekassen für bestimmte Pflegeleistungen bezahlen, und beeinflussen damit, wie viel die Pflege insgesamt kostet.
    Die Kosten für die Leistungen ambulanter Pflegedienste variieren also nicht nur zwischen den einzelnen Bundesländern, sondern auch von Anbieter zu Anbieter innerhalb derselben Region. Diese Unterschiede machen es notwendig, sich genau zu informieren, bevor man sich für einen Pflegedienst entscheidet.
  1. Leistungskomplexe in den Preislisten: In den Preislisten und Leistungskatalogen der ambulanten Pflegedienste finden sich in der Regel zwischen 17 und 30 sog. verrichtungsbezogene Leistungskomplexe. Diese umfassen verschiedene Pflegeleistungen, von der „kleinen Grundpflege“ bis zur „großen Grundpflege“. Was genau unter diesen Leistungskomplexen zu verstehen ist, legt jedes Bundesland individuell fest.

Um detaillierte Informationen über die Kosten und den Umfang der Pflegeleistungen zu erhalten, ist es ratsam, sich direkt bei einem Pflegedienst oder bei der Krankenkasse am Wohnort Ihres pflegebedürftigen Angehörigen zu erkundigen. Diese Stellen können umfassende Auskünfte über die Anzahl und den genauen Inhalt der Leistungskomplexe geben.

Wie wähle ich den richtigen Anbieter?

Schritt 1 – Beginnen Sie mit einer wichtigen Überlegung: Was ist Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen besonders wichtig? Welche Aspekte sind Ihnen selbst in der Pflege besonders wichtig?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Anbietern für ambulante Pflegedienste. Diese werden von unterschiedlichen Trägern betrieben, darunter freie Träger wie gemeinnützige Vereine, Wohlfahrtsorganisationen, Kirchen, aber auch Kommunen (öffentliche Träger) und privatgewerbliche Unternehmer. Bei der Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes muss der Träger nicht immer das ausschlaggebende Kriterium sein, es sei denn, Sie haben persönliche Gründe, die eine bestimmte Wahl nahelegen – wie zum Beispiel den Wunsch, einen Dienst zu wählen, der einem kirchlichen Träger angehört, weil Sie sich aus Glaubensgründen dort besser aufgehoben fühlen.

Neben der Trägerschaft gibt es viele weitere Faktoren, die bei der Wahl eines geeigneten Pflegedienstes entscheidend sein können. Bevor Sie sich auf die Suche nach einem potenziellen Pflegedienst machen, ist es jedoch äußerst sinnvoll, den persönlichen Pflege- und Betreuungsbedarf Ihres Angehörigen genau zu ermitteln. Überlegen Sie genau, welche pflegerischen Tätigkeiten Ihr Angehöriger noch selbst übernehmen kann und bei welchen Aufgaben der ambulante Pflegedienst unterstützend eingreifen sollte. Fragen Sie sich, ob der Pflegedienst bei der Körperpflege helfen soll, bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Unterstützung bieten soll, oder ob Sie ihn für Betreuungsaufgaben benötigen, wie beispielsweise für das Vorlesen, das gemeinsame Spazierengehen oder andere aktivierende Angebote.

Diese initialen Überlegungen sind grundlegend, um eine Pflegesituation zu schaffen, die sowohl den Bedürfnissen Ihres Angehörigen als auch Ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Durch eine sorgfältige Analyse und das Abwägen aller relevanten Aspekte können Sie einen ambulanten Pflegedienst finden, der eine optimale Unterstützung bietet und so dazu beiträgt, die Lebensqualität Ihres Angehörigen in seinem vertrauten Umfeld so hoch wie möglich zu halten. Die richtige Wahl zu treffen, bedeutet, sowohl emotionale als auch praktische Bedürfnisse in Einklang zu bringen und so die bestmögliche Pflegelösung zu implementieren.

Schritt 2 – Werden Sie aktiv: Beginnen Sie mit der Suche nach einem passenden Pflegedienst

Nachdem Sie sich mit Ihrem Angehörigen über seine Wünsche und Vorstellungen ausgetauscht haben oder Ihren eigenen Bedarf geklärt haben, ist es Zeit, einen passenden ambulanten Pflegedienst zu suchen. Um Ihnen bei der Auswahl des richtigen Anbieters zu helfen, kann Ihnen die folgende, erweiterte Checkliste nützliche Orientierung bieten:

  1. Bewertungen einholen: Nehmen Sie sich die Zeit, aktiv nach Bewertungen und Erfahrungen zu suchen! Fragen Sie beispielsweise bei lokalen Pflegestützpunkten oder in Ihrem persönlichen Umfeld nach Erfahrungen mit potenziellen Pflegediensten. Hören Sie aufmerksam zu und beobachten Sie, wie andere Menschen über die Qualität und Zuverlässigkeit der Dienste sprechen. Dies kann Ihnen wertvolle Einblicke in die Praxis und den Umgang des Pflegedienstes mit seinen Klienten geben.
  2. Qualifikation prüfen: Es ist wichtig, sich über die fachliche Qualifikation des Pflegedienstes zu informieren. Werfen Sie einen Blick in den sogenannten Transparenzbericht des Anbieters, in dem Sie die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen einsehen können. Diese Transparenzberichte werden oft im Internet oder an Pflegestützpunkten verbraucherfreundlich und kostenfrei veröffentlicht und geben Aufschluss über die Standards, die der Pflegedienst erfüllt.
  3. Erfahrungswert berücksichtigen: Je länger ein Pflegedienst am Markt besteht, desto wahrscheinlicher ist es, dass er bewährte Pflege- und Serviceleistungen von guter Qualität bietet. Dies gilt besonders in städtischen Gebieten, wo hoher Konkurrenzdruck herrscht. Ein langjährig etablierter Pflegedienst hat oft umfassende Erfahrungen gesammelt, die in die Betreuung einfließen und somit die Pflegequalität verbessern können.
  4. Ersten Eindruck bewerten: Vereinbaren Sie ein persönliches Gespräch mit dem Pflegedienst, idealerweise kostenlos, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Achten Sie dabei besonders auf die Empathie und das Engagement des Personals, da diese Eigenschaften in der häuslichen Pflege besonders wichtig sind. Ein respektvoller und verständnisvoller Umgang kann ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Pflegebeziehung sein.
  5. Angebote vergleichen: Es ist ratsam, Termine mit mehreren Pflegediensten zu vereinbaren. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die Angebote und Leistungen besser zu vergleichen. Ein direkter Vergleich kann Ihnen helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, welcher Dienst die beste Kombination aus Qualität, Service und Preis bietet.
  6. Leistungsangebot genau prüfen: Lassen Sie sich detailliert über die Leistungen des Pflegedienstes informieren. Klären Sie dabei, ob der ambulante Pflegedienst Ihren spezifischen Leistungsansprüchen gerecht werden kann und ob er alle notwendigen Hilfen anbietet oder sogar auf Ihre individuellen Bedürfnisse spezialisiert ist. Eine genaue Abstimmung der angebotenen Pflegeleistungen auf Ihre Anforderungen ist entscheidend für eine zufriedenstellende Pflegeerfahrung.
  7. Kostenvoranschlag einholen: Fordern Sie vom Pflegedienst einen detaillierten Kostenvoranschlag für ein Leistungsangebot an, das genau Ihren Bedürfnissen entspricht. Prüfen Sie, inwieweit die Kosten durch Zuschüsse der Pflegekasse abgedeckt werden und wie hoch der Anteil ist, den Sie möglicherweise aus eigener Tasche zahlen müssen. Diese finanzielle Transparenz ist wichtig, um unerwartete Ausgaben zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Pflege finanzierbar bleibt.
  8. Anspruch an das Pflegepersonal definieren: Überlegen Sie genau, welche Ansprüche Sie an das Personal des Pflegedienstes haben. Fragen Sie nach, ob Sie immer von derselben Pflegekraft betreut werden können. In der häuslichen Pflege ist eine feste Bezugsperson von großem Wert, da sie ein stabiles Vertrauensverhältnis ermöglicht und die Kontinuität der Betreuung fördert, was für das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen sehr förderlich ist.

Durch das sorgfältige Abwägen dieser Aspekte können Sie einen ambulanten Pflegedienst finden, der nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch menschlich und emotional eine Bereicherung für die Pflegesituation darstellt. Dieser umfassende Ansatz hilft Ihnen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die den Alltag Ihres Angehörigen nachhaltig verbessert und unterstützt.

Die Entscheidung für einen ambulanten Pflegedienst ist bedeutend und muss nicht im Alleingang getroffen werden. Es ist am besten, diese wichtige Entscheidung gemeinsam mit Ihren Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen zu treffen, um sicherzustellen, dass alle Perspektiven und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Außerdem stehen Ihnen professionelle Pflegeberater zur Seite, die Sie umfassend bei allen Fragen rund um die Pflege unterstützen und beraten.

Wussten Sie, dass Sie, wenn ein Pflegegrad offiziell anerkannt ist, einen gesetzlichen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung nach § 7a SGB XI haben? Diese Beratung ist speziell darauf ausgerichtet, Ihnen und Ihren Angehörigen bei der Navigation durch die Pflegelandschaft zu helfen und Unterstützung bei der Auswahl und Koordination von Pflegediensten zu bieten. Zudem haben Sie als Empfänger von Pflegegeld einen Anspruch auf einen Beratungsbesuch gemäß § 37.3 SGB XI, der ab Pflegegrad 2 sogar verpflichtend ist, um die Qualität der häuslichen Pflege sicherzustellen.

Die Kosten für diese Beratungsbesuche werden von Ihrer zuständigen Pflegekasse übernommen, was eine weitere Entlastung für Sie und Ihre Familie bedeutet. Diese Besuche sind darauf ausgelegt, die Pflege zu Hause zu optimieren und sicherzustellen, dass die Pflegebedürftigen bestmöglich unterstützt werden. Sie bieten eine wertvolle Gelegenheit, professionelle Einschätzungen und Empfehlungen zu erhalten, die dazu beitragen können, die Pflegesituation zu verbessern und anzupassen.

Durch die Inanspruchnahme dieser Beratungsdienste können Sie nicht nur finanzielle Unterstützung erhalten, sondern auch wichtige Informationen und Ratschläge, die Ihnen helfen, informierte Entscheidungen über die Pflege zu treffen. Dies trägt dazu bei, dass die Pflege nicht nur den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen, sondern auch denen der pflegenden Angehörigen gerecht wird. Nutzen Sie diese Ressourcen, um eine fundierte und gemeinsame Entscheidung zu treffen, die die Lebensqualität aller Beteiligten verbessert.

Sobald Sie eine Entscheidung für einen ambulanten Pflegedienst getroffen haben, ist der nächste Schritt, in einem persönlichen Gespräch mit einem Berater genau zu ermitteln, welche Unterstützungen und Hilfen Sie konkret von dem Pflegefachpersonal benötigen. Der Pflegevertrag wird daraufhin alle Details zu Art und Umfang der Leistungen festlegen, die Ihr ambulanter Pflegedienst zukünftig erbringen soll.

**Ambulante Pflege zuhause:**

Bevor Sie den Pflegevertrag unterschreiben, sollten Sie ihn wie bei jedem anderen Vertragsabschluss gründlich durchlesen – und das schließt das Kleingedruckte mit ein. Fühlen Sie sich niemals unter Druck gesetzt und nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um den Vertrag in Ruhe mit Ihren Angehörigen oder anderen vertrauten Personen zu besprechen. Zusätzlich ist es wichtig, auf folgende Punkte besonders zu achten:

  1. **Vertragspartner:** Stellen Sie sicher, dass Sie als Pflegebedürftiger ausschließlich selbst als Vertragspartner aufgeführt sind. Sollten Sie nicht in der Lage sein, den Vertrag selbst zu unterzeichnen, kann Ihr gesetzlicher Betreuer dies in Ihrem Namen tun. Angehörige sollten nur dann für Sie unterschreiben, wenn sie eine entsprechende Vollmacht besitzen. Diese Regelung schützt Ihre Interessen und stellt sicher, dass alle rechtlichen Aspekte ordnungsgemäß behandelt werden.
  2. **Leistungen und Kosten:** Der Vertrag muss eine genaue Auflistung aller Leistungen enthalten, die der Pflegedienst erbringt, sowie eine detaillierte Aufstellung der damit verbundenen Kosten. Es ist von großer Bedeutung für die Kostenerstattung durch die Pflegekasse, dass die Pflegekosten und die Investitionskosten klar voneinander getrennt und entsprechend ausgewiesen sind. Diese Transparenz ist essenziell, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden und eine faire Abrechnung zu gewährleisten.
  3. **Absage von Einzelterminen:** Klären Sie, wie weit im Voraus Sie einen Pflegetermin absagen müssen, damit dieser Ihnen nicht in Rechnung gestellt wird. Diese Regelung kann oft zu Missverständnissen führen, daher ist es besser, hier im Vertrag für klare Verhältnisse zu sorgen. Eine Frist von 24 Stunden ist üblicherweise angemessen, in medizinischen Notfällen kann diese Frist auch kürzer sein.
  4. **Schadensersatz bei Ausfall des Pflegedienstes:** Sollte der Pflegedienst ausfallen, bleiben Sie oft ohne andere Wahl, als kurzfristig einen anderen Dienst zu beauftragen. Die dabei entstehenden Mehrkosten sollte der ursprüngliche Pflegedienst Ihnen erstatten. Vermeiden Sie Vereinbarungen, die Ihnen diese Rechte absprechen, und bestehen Sie auf eine faire Regelung, die Sie nicht benachteiligt.
  5. **Haftung:** Pflegedienste sind für alle Schäden haftbar, die durch ihre Mitarbeiter verursacht werden. Daher ist es erforderlich, dass sie eine Betriebs- oder Betriebshaftpflichtversicherung mit einer hohen Deckungssumme abschließen. Klauseln, die die Haftung nur bei grober Fahrlässigkeit vorsehen, sind nicht zulässig; der Pflegedienst haftet auch bei leichter Fahrlässigkeit. Zu den möglichen Personenschäden zählen beispielsweise Fälle wie „Wundliegen durch falsche Lagerung“. Sachschäden können unter anderem beschädigtes Geschirr oder Mobiliar sowie verlorene Wohnungsschlüssel umfassen.
  6. **Kündigungsfristen:** Der Pflegevertrag wird normalerweise auf unbestimmte Zeit geschlossen. Falls keine spezifische Kündigungsfrist vereinbart ist, gilt die gesetzliche Frist von 14 Tagen. Sie haben jedoch das Recht, den Vertrag mit dem Pflegedienst fristlos zu kündigen, falls Sie das Vertrauen in dessen Leistungsfähigkeit verloren haben. Der Vertrag sollte außerdem eine Regelung enthalten, die besagt, dass er während eines stationären oder teilstationären Aufenthalts ruht und schließlich durch einen endgültigen stationären Aufenthalt oder durch den Tod des Pflegebedürftigen automatisch beendet wird.

Durch das sorgfältige Beachten dieser Punkte können Sie sicherstellen, dass der Pflegevertrag Ihre Bedürfnisse und die Ihres Angehörigen optimal abdeckt, während er gleichzeitig Schutz und klare Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Pflegedienst bietet. Dieser durchdachte Ansatz hilft dabei, eine hohe Qualität der Pflege zu gewährleisten und unterstützt eine vertrauensvolle und effektive Pflegepartnerschaft.

Was Sie beim Pflegevertrag beachten müssen

Ein Pflegevertrag wird juristisch als ein sogenannter Dienstvertrag klassifiziert. Dies bedeutet, dass der Leistungserbringer – in diesem Fall der ambulante Pflegedienst – verpflichtet ist, seine Tätigkeiten im Rahmen der getroffenen Vereinbarungen durchzuführen. Konkret heißt das, dass der Pflegedienst dem Leistungsnehmer (also Ihnen als Auftraggeber) eine fachgerechte Pflegeleistung schuldet, jedoch nicht den Erfolg dieser Tätigkeit garantieren kann. Die Pflege muss also pflegefachgerecht und nach den aktuellen Standards der Pflegepraxis erbracht werden, jedoch ist der ambulante Pflegedienst nicht dafür verantwortlich, dass der Pflegebedürftige, beispielsweise nach einem Unfall, wieder vollständig gesund wird oder eine bestimmte Verbesserung seines Zustands eintritt.

In einfacheren Worten: Der Pflegedienst verpflichtet sich, seine Dienste professionell und gemäß den vereinbarten Bedingungen zu erbringen, aber er kann nicht garantieren, dass diese Dienste zu einer vollständigen Genesung oder zu einem spezifischen gesundheitlichen Ergebnis führen. Dies bedeutet, dass die Pflegekräfte ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen und gemäß den professionellen Standards ausführen, aber die Verantwortung für den gesundheitlichen Erfolg liegt nicht bei ihnen.

Es ist wichtig, diesen Unterschied zu verstehen, da er die Erwartungen an den Pflegedienst präzisiert und klarmacht, dass die Rolle des Pflegedienstes darin besteht, Unterstützung und fachgerechte Betreuung zu bieten, während die natürliche Entwicklung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen von vielen Faktoren abhängt, die außerhalb der direkten Kontrolle des Pflegedienstes liegen.

Daher sollten Sie bei der Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes und beim Abschluss eines Pflegevertrags immer berücksichtigen, dass der Dienstleister Ihnen qualitativ hochwertige Pflege nach fachlichen Standards bietet, aber nicht für medizinische Ergebnisse oder vollständige Heilung verantwortlich gemacht werden kann. Dies hilft, realistische Erwartungen zu setzen und fördert eine klare und faire Beziehung zwischen Ihnen und dem Pflegedienst, die auf Verständnis und Transparenz beruht.

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